Meerschweinchen Vergesellschaftung

Neues Männchen zu Gruppe mit Seniorin?

Tipps und Hilfe rund ums Vergesellschaften von Meerschweinchen

  • Hallo,


    bis vor kurzem hatte ich eine gut funktionierende Gruppe mit vier Tieren:
    Freddy (knapp 8 Jahre alt), Merle (ebenfalls knapp 8 ), Barbie(4,5) und Sally(6dreiviertel).


    Nun ist vor drei Wochen Freddy nicht mehr aus seinem Mittagsschlaf aufgewacht.


    Da meine Seniorin Merle zwar für ihr Alter noch recht fit ist (ist nach wie vor neugierig, futtert mit Begeisterung und verteidigt ihr Futter auch erfolgreich gegen die anderen, obwohl sie deutlich kleiner ist), man ihr aber dennoch Alterserscheinungen anmerkt (z.B. stakst sie beim Laufen ziemlich, wie man es auch von Menschen-Omis kennt (deswegen habe ich für sie auch eine Etage des Käfigs mit Fleece ausgelegt, worauf sie deutlich sicherer läuft und sich auch am liebsten aufhält) und ich hab auch den Eindruck, dass sie nicht mehr so gut sieht wie früher), wollte ich zunächst die 3er-Gruppe so beibehalten und erst nach ihrem Tod (der hoffentlich noch lange auf sich warten lässt!) wieder auf eine 4er-Gruppe aufstocken.


    Mir war aber auch klar, dass das letztlich die Gruppe entscheidet, denn als damals Freddys Vorgänger gestorben ist, haben sich zwei meiner damaligen Mädels ziemlich die Köpfe eingeschlagen, erst Freddy hat wieder Ruhe reingebracht. Da diese beiden aber ebenfalls schon im Schweinchenhimmel sind, wollte ich die drei verbliebenen Mädels erst mal beobachten, ob sie auch alleine klar kommen.


    Merle geht es super, und auch Sally scheint sehr entspannt zu sein. Nur Barbie macht mir große Sorgen. Anfangs saß sie oft recht gestresst da, mit etwas gesträubtem Fell. Aufgebläht war sie nicht, auch die Zähne, der Appetit, die Futtermenge und ihr Verhalten mir gegenüber waren vollkommen normal. Daher schließe ich körperliche Ursachen aus und vermute Stress als Grund. Inzwischen sitzt sie nicht mehr so gesträubt da, aber sie ruht nach wie vor eher sitzend, so richtig flach daliegend, wie sie es früher auch gerne getan hat, habe ich sie seit Freddys Tod nicht mehr gesehen.


    Deswegen würde ich gerne eure Meinung dazu hören:
    Würdet ihr noch weiter abwarten, ob sich Barbie an die aktuelle Gruppenkonstellation gewöhnt?
    Oder würdet ihr ihren aktuellen Stress höher einschätzen als den Vergesellschaftungsstress für meine nicht mehr ganz so mobile Seniorin - und ein neues Männchen dazuholen?


    Man muss vielleicht noch dazu sagen, dass Merle nicht nur ein Seniorschwein ist, sondern allgemein ein recht kleines Schwein. Zudem hat sie sich früher immer aus Rangordnungsdiskussionen rausgehalten, indem sie einfach davongeflitzt ist. Das geht nun natürlich nicht mehr, so schnell ist sie einfach nicht mehr. Ein neues Schwein könnte sie da also in aller Intensität belästigen, sie hat ja auch keine Übung, wie man sowas von Auge zu Auge klärt...


    Ich bin hin und hergerissen und weiß grad einfach nicht, was richtig ist :(


    Danke schonmal für eure Meinungen!


    Grüße, mambomba mit Merle, Barbie und Sally.

  • Hallo! :)


    Das tut mir leid mit deinem Freddy.
    So, wie das klingt, ist deine Seniorin ja noch fit, sodass ich da durchaus einen mittelalten, gemütlichen Bock dazusetzen würde. Die Notstationen kennen ja die Charaktere meistens gut, wenn du da deine Situation schilderst, gibt es bestimmt einen passenden Herr für deine Mädels. Eigentlich ist eine Vergrößerung der Gruppe auch immer was Gutes und ich habe mal in einer Studie gelesen, dass solch ein sozialer Stress einer Vergesellschaftung kein negativer ist. Du musst ja keinen zweijährigen Wilden dazusetzen, aber ein neuer Mann wäre sicher eine Bereicherung, auch für Merle. :)
    Die gesträubte Dame würde ich mal genau beobachten, nur für Stress ist das eine ziemlich starke Reaktion, vor allem nach der Zeit. Ich hatte nach dem Tod meines Kastraten einen ganz ähnlichen Fall, auch vom Verhalten her, und am Ende waren Hormonprobleme, also Ovarialzysten, für das gesträubte Herumsitzen verantwortlich. Es kann also durchaus auch Unwohlsein wegen irgendwas anzeigen. Dass sie frisst und munter ist, ist ja aber super.


    Liebe Grüße!

  • Hallo mariechen_22,


    Danke für deine Antwort!


    Ich hab mir hier im Ratgeber mal den Beitrag zu den Ovarialzysten durchgelesen, das passt von den Symptomen her garnicht. Aber möglicherweise kommen manche Symptome ja auch erst zu einem späteren Zeitpunkt.


    Daher nun meine Frage: wenn der Tierarzt anhand des Verhaltens schonmal nichts diagnostizieren kann, wie geht er dann vor?


    Klar, abtasten und evtl. Ultraschall oder sowas, aber falls es Zysten wären, könnten sie ja momentan auch noch recht klein sein. Kann man da im Blut was feststellen oder nur fühlen und sehen?


    Grüße, mambomba

  • Es müssen nicht immer Zysten sein..


    es kann auch einfach damit im Zusammenhang stehen.. das sich nun die Gruppe durch den Verlust Freddys neu sortieren muss.. sprich, das alle Ränge wieder frei sind.. und es Wutzis gibt, die gerne im Rang aufsteigen wollen, weil sie mit ihrer alten Position unzufrieden waren.


    Wenn deine Mädels nen Kastrat gewöhnt waren, der nun fehlt.. setz ihnen wieder einen dazu. Schau mal in Notstationen oder im Tierheim nach.. vielleicht haben sie dort einen geeigneten Kanidaten?


    Einen dominanten würde ich jetzt nicht dazu setzen.. wenn du ein "Weichei" findest, wäre der passend.. sofern es vom Alter her gut aussieht..


    Da in deiner Gruppe der Altersschnitt einfach höher ist.. setz kein Baby, einen Halbstarken oder erst Erwachsenen dazu.. es reicht völlig aus einen 3-4 Jährigen dazu zusetzen.. Böcke/Kastrate die jünger sind, könnten sich neben den Omis langweilen.. die wollen einfach noch etwas erleben und aufdrehen.


    lg Sue

  • Hallo CurleySue,


    Danke für deine Antwort.


    Bei meiner damaligen Gruppe war es definitiv so, dass neu sortiert werden musste und dass das den Stress gemacht hat. Was mich grad so irritiert, ist, dass es keinerlei Diskussionen in der Gruppe gibt, keine zickt rum oder stänkert irgendwen an.
    Nur Barbie ist merkwürdig, aber sie unternimmt auch keine Versuche, mit Sally irgendwas auszumachen... :?
    Meine Menschenlogik denkt da halt, dass man doch irgendwas anzetteln würde, wenn man unzufrieden ist, zumal Barbie allgemein alles andere als schüchtern ist....


    Ein junges Tier würde ich eh nicht holen, die haben ja noch viel bessere Vermittlungschancen. Da passt das ganz gut, dass meine Truppe eh schon nicht mehr die jüngste ist. Es gäbe sogar mehrere passende Kandidaten im weiteren Umkreis, das ist garnicht das Problem. Mein Problem ist eher die Frage, was nun richtig ist. Will ja nicht dem einen Schwein den Stress nehmen, indem ich einem anderen viel Stress zumute :(

  • Ich weiß nicht, ob ich dir dabei helfen kann..


    ich hatte neulich ne VG.. mein alter Kastrat ging mit 9 Jahren über die RBB.. übrig blieben 4 Mädchen, die nicht ohne Mann bleiben konnten. Sie zickten schon paar Stunden nachdem er ging.. krass mit einander rum.


    Ich holte einen Neuen ausm TH.. ein kleiner Jungspund, aba sehr dominant.. 2 Tage flogen bei uns die Fetzen, das hatte ich zuvor noch nie gesehen.. und dann setzte er sich durch.


    Leider gab es während der VG Stress-Bauchweh.. und eine Wutz verstarb, nachdem sich noch nen Infekt dazu gesellte. Dennoch für die 3 anderen Mädels und dem neuen hat es sich einfach gelohnt. Zumal er direkt dazwischen geht und es gar nicht mehr zu zickereien kommt.


    Wenn deine Mädels einen Ihn gewohnt sind.. und er nicht mehr da ist.. was hindert dich daran, einen neuen dazu zusetzen? Zumal mit Ihm weniger Zysten bei Weibchen entstehen..


    lg Sue

  • Sehr kleine Zysten sieht man eigentlich nur im Ultraschall, daher wird oft auch nach der (meistens recht eindeutigen) Symptomatik oder eben nach Tastbefund behandelt. Wenn deine Dame gar keine Symptome zeigt (mehr/weniger Aktivität, vermehrtes Brommseln außerhalb der Brunst, vergrößerte Zitzen), ist es unwahrscheinlich, dass da ein hormonelles Problem vorliegt. Trotzdem würde ich sie beobachten - ich habe Meerschweinchen als sehr stressresistent erlebt bisher und finde, ein aufgeplustertes, nicht entspanntes Hinlegen klingt eher nach Unwohlsein. Gerade, weil du ja auch schreibst, dass es keinen Streit in der Gruppe gibt.


    Wie gesagt, deine alte Dame ist fit, also kann ein (charakterlich passendes) Böckchen nur eine Bereicherung sein. Gerade alten oder kranken Tieren kann ein neues Gruppenmitglied einen kleinen Aufschwung bringen. Aber letztlich ist es deine Entscheidung und wenn du dir mehr Sorgen machst als dass du Freude am Zuwachs hättest, dann warte doch einfach noch mit einem neuen Mann, dein Trio funktioniert ja gut. :)


    Liebe Grüße!

  • Hallo!


    Sooo, ich kam die letzten Tage garnicht dazu, den PC einzuschalten...


    Nachdem ich mich nochmal mit meinem Freund beraten habe, haben wir uns entschlossen, wieder ein Männchen zur Gruppe hinzuzunehmen. Wir haben uns informiert und in einem nahegelegenen Tierheim einen dreieinhalbjährigen Kastraten gefunden, der als sehr scheu beschrieben wurde. Das Tierheim meinte auch, dass er gut in meine bestehende Gruppe passen müsste.
    Daraufhin haben wir dann einen Termin zum abholen gemacht: nächsten Samstag.


    Tja, und kaum war alles geregelt, lag das "Sorgenschweinchen" Barbie auf einmal tiefenentspannt in der Hängematte, als wäre nie was gewesen...


    Ich werde sie natürlich auch weiterhin sehr genau im Auge behalten, aber momentan sieht es echt gut aus bei ihr. Der Kastrat darf aber trotzdem einziehen, da mach ich jetzt keinen Rückzieher. Merle hat ja auch was davon, wenn die jüngeren Weiber beschäftigt sind :wink:


    Also, so wie's aussieht, hab ich mir mal wieder zu viele Sorgen um nichts gemacht... :roll:


    Liebe Grüße und danke nochmal für eure Antworten
    mambomba