Ob ein ominöser Knubbel nun ein bösartiges Geschehen ist, oder nicht, zeigt sich immer erst sicher nach der Biopsie der Veränderung selbst. Aria hatte letztes Jahr eine UV im Genitalbereich. Die eine TA meinte, das wäre ganz sicher nichts Schlimmeres. Mehrere Gewebeproben haben nichts handfestes ergeben. Da es aber immerhin doch in der Nähe des Gesäuges war, habe ich mich für eine OP entschieden. Zum Glück! Die spätere Untersuchung ergab ein bösartiges Adenokarzinom.
Zu Kastrationen. Ich hatte hier dieses Jahr zwei Kastrationen bei Mädels. Die eine Dame (4 1/2 Jahre) hatte einen Uterustumor (gutartig, aber hormonell aktiv). Vor der OP war sie klapperdürr, halbnackt und nicht gerade gut drauf. Nach der komplikationslosen OP ging es ihr schon am Abend nach der OP besser als vorher. Obwohl sie immer wieder die äußeren Fäden gezogen hatte, ist die Narbe jetzt nicht mehr zu sehen. Sie hat rund 200g zugelegt und ist wieder befellt wie ein Eisbär. Sie ist deutlich aktiver und der Appetit stimmt.
Das zweite Mädel wurde fast ein Jahr lang gegen Ovarialzysten behandelt. Zunächst hatten die Hormone prima gewirkt. Leider kamen die Zysten immer wieder, ihr Verhalten wurde immer schlimmer und sie wurde ziemlich nackig. Durch die Belastung des Körpers bekam sie Blasenentzündungen und nahm ab. Als sich trotz Hormongabe neue Zysten gebildet hatten, habe ich mich für die OP entschieden, da ich noch in der Nähe von dem TA war, der bei Mädel 1 die Kastra gemacht hatte.
Die Kastration selbst verlief sehr gut. Leider kam es zu Nachblutungen (nicht im Bauchraum, sondern im Bereich des Brüstdrüsengewebes) und ihr Kreislauf drohte zu versagen. Durch einen Druckverband, Päppelbrei (einmalig), Wärme und viel Ruhe hat sie sich dann wieder gefangen. Heute geht es ihr wieder bestens. Das Fell ist nachgewachsen, sie (und der Rest der Gruppe) kann endlich wieder entspannen und sie hat wieder Zeit und Kraft allen Quatsch zu machen, der ihr ins Köpfchen kommt.
Insgesamt ist die OP zwar sehr gefährlich, aber bei einem guten TA durchaus vertretbar. Manchmal gibt es schlicht keine Alternative zur Kastration.
Je länger man wartet, desto gefährlicher der Eingriff. Zur Nachsorge sollte unbedingt alles im Haus sein.
Ich hoffe es geht alles gut bei euch.