Gut gemeint, nicht gut gemacht

Tierschutzwidriges Meerschweinchen Zubehör

in Meerschweinchen Zubehör

Bunte Plastikhäuser, Metallraufen, Laufräder, duftende Einstreu. Was gibt es nicht alles, um das Leben unserer Meerschweinchen zu „verschönern“? Leider sind viele der in Handel angebotenen Einrichtungsgegenstände nicht geeignet und sogar gefährlich und gehören damit nicht in den Meerschweinchen Käfig und auch nicht in den Auslauf.

Ungeeignet für Meerschweinchen

  • Food-Ball (Ball aus Metall zum Einhängen in den Käfig)
    Dieser Ball wird mit Frischfutter gefüllt in den Käfig gehangen. Er ist sehr gefährlich, da die Meeschweinchen mit ihrem Kopf im Ball hängen bleiben und sich lebengefährlich verletzen können.
  • Heuraufen aus Metall
    In den Heuraufen können die Meerschweinchen ebenso wie im Food-Ball hängen bleiben, Besonders gefährlich ist es, wenn die Raufen nicht abgedeckt sind. Die Meerschweinchen springen hinein und bleiben mit den Füßen im Gitter hängen. Bei Befreiungsversuchen, kann es zu Verletzungen der Gelenke und Knochenbrüchen kommen.
  • Heunester mit Drahtunterbau
    Sind die Heunester abgefressen, können die Meerschweinchen mit Gliedmaßen oder dem Kopf im Draht hängen bleiben und sich verletzen.
  • Häuser aus Plastik
    Meerschweinchen sind Nagetiere. Sie knabbern fast alles an. Egal ob verdaulich oder nicht. Das Verschlucken von angeknabberten Splittern kann tödlich enden.
    Da kaum Luftzikulation in Plastikhäusern stattfindet, staut sich im Sommer die Hitze in ihnen und es kann feucht werden, was zu Schimmel führen kann (da viele Meerschweinchen gerne in ihren Häuschen pinkeln).
  • Laufräder
    Auch für Meerschweinchen werden immer wieder Laufräder angeboten. Diese sind jedoch viel zu klein, so dass der Rücken sich durchbiegt. Meerschweinchen brauchen keine Laufräder, sondern Auslauf.
  • Joggingbälle
    Diese Bälle sollen Kleintieren Auslauf geben, in dem man sie in die Bälle setzt. Abgesehen von der zu geringen Größe nimmt man den Tieren mit solchen Bällen die Möglichkeit zu flüchten. Um der Situation zu entkommen, fangen sie mitunter panisch an zu laufen. Der Ball bewegt sich und schon ist die Illusion, dass das Tier gerne in dem Ball läuft perfekt.
  • Leinen
    «Ach wie süß, ein Meerschweinchen an der Leine.» Leider gar nicht süß, sondern eine Qual für ein Fluchttier wie das Meerschweinchen. Die Leine verhindert, dass es weg laufen und sich versteckenkann, es gerät in Panik. Schnell kann es dabei zu schweren Quetschungen des Brustkorbes oder zu Rippenbrüchen kommen.
  • Einstreu mit Duft / Käfigdeo
    Was der menschlichen Nase vielleicht angenehm ist, bedeutet für Meerschweinchen eine permanente „Beduftung“ in ihrem Gehege. Duftmarkieren können nicht mehr wahrgenommen werden und die Duftstoffe können zu Reizungen der Atemwege führen.
    Der Duft überdeckt zudem manchmal den Uringeruch, so dass der Käfig nicht ausreichend oft gemistet wird.
  • Terrarien / Käfige mit Plastikwänden
    Terrarien und mit Plastikwänden geschlossene Käfige sind für Meerschweinchen nicht geeignet. Kommt Urin mit Sauerstoff in Kontakt, wird das Lungengas Ammoniak gebildet. Dieses ist schwerer als Luft und kann in Terrarien und geschlossenen Käfigen durch fehlende Kuftzikulation nicht entweichen. Die Meerschweinchen können einen Lungenschaden davon tragen.
  • zu kleine Käfige
    Meerschweinchen brauchen Platz. Für jedes Meerschweinchen in einer Gruppe muss mindestens 0,5 m² Platz eingerechnet werden, in reinen Böckchengruppen sogar mindestens 1 m². Schnell ist klar, dass nur wenige Käfige diese Mindestgröße erfüllen können. Und auch das nur bei zwei Meerschweinchen. Hält man drei oder mehr Meerschweinchen muss ein Dauerauslauf oder ein Eigenbau her, um dem Platzbedürfnis nachzukommen.
  • Häuser mit kleinen Eingängen / Fenstern
    Viele Meerschweinchenhäuser haben neben einem Eingang auch ein Fenster, damit die Meerschweinchen herausschauen können. Gerät ein Meerschweinchen jedoch in Panik (weil es von einem Artgenossen bedrängt wird oder der Besitzer es aus dem Gehege holen möchte), passiert es schnell, dass es versucht, durch das kleine Fenster zu entkommen. Mit fatalen Folgen: Quetschungen am Kopf und am Auge und selbst Erdrosselungen sind möglich.
    Häuser mit Fenster entweder nicht kaufen oder das Fenster selbst vergrößern.

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