Die Herkunft von Meerschweinchen ist eng mit Südamerika, früher Domestikation und ihrer Reise über das Meer nach Europa verbunden. Der Name klingt niedlich, erzählt aber auch etwas darüber, wie Menschen diese Tiere wahrgenommen und genutzt haben.
Herkunft von Meerschweinchen
Meerschweinchen gibt es in mehreren wildlebenden Verwandtschaftsformen, die sich vor allem in Körperbau, Fell und Lebensraum unterscheiden. Das Hausmeerschweinchen, wie wir es heute kennen, ist eine domestizierte Form und sieht bereits deutlich anders aus als seine wildlebenden Vorfahren.
In Regionen, in denen Meerschweinchen noch immer als Nahrung gezüchtet werden, sind die Tiere oft deutlich größer und massiger. Das artverwandte Wasserschwein hingegen spielt in einer ganz anderen Größenordnung und kann viele Kilogramm schwer werden.
Wildlebende Verwandte der Meerschweinchen besiedeln unterschiedliche Lebensräume in Südamerika, von offenen Grasflächen bis zu steinigen und bewachsenen Hängen. Dichte Wälder meiden sie eher.
Die domestizierte Herkunft der Meerschweinchen
Die ursprüngliche Heimat der Hausmeerschweinchen liegt in der Andenregion Südamerikas, besonders im Gebiet des heutigen Peru, Ecuador, Bolivien und angrenzender Regionen. Archäologische und genetische Arbeiten ordnen die Domestikation deutlich früher ein als lange angenommen: Meerschweinchen wurden in Südamerika schon vor mehreren tausend Jahren vom Menschen gehalten und gezüchtet.
Exakte Daten sind schwierig, weil der kleine Körper und das fragile Skelett archäologische Funde erschweren. Sicher ist aber, dass Menschen Meerschweinchen zunächst vor allem aus Gründen der Nahrungsbeschaffung domestizierten. Teilweise ist das bis heute so. Die uns bekannte Form der Meerschweinchen, also das Hausmeerschweinchen, weicht von den ursprünglichen Wildformen bereits deutlich ab. Die züchtende Hand des Menschen ist unverkennbar, ob sie nun auf ein besonders niedliches Heimtier oder auf ein besonders massiges Nutztier zielte.
Beliebt unter Heimtierhaltern wurden Meerschweinchen später neben ihrem Aussehen auch deshalb, weil sie vergleichsweise genügsam sind und nur selten beißen. In Europa wurden sie nach ihrer Ankunft zunehmend als exotische Heimtiere gehalten, auch an wohlhabenden Höfen.
So kamen Meerschweinchen nach Europa

Sowohl die deutsche Bezeichnung Meerschweinchen als auch die internationale Bezeichnung Guinea Pig geben Hinweise darauf, wie die Tiere nach Europa kamen. Nach der europäischen Ankunft in Amerika brachten Seefahrer und Händler Meerschweinchen im 16. Jahrhundert nach Europa. Sie kamen also über das Meer. „Schweinchen“ wurden sie vermutlich wegen ihres Körperbaus und ihrer Lautsprache genannt.
Die Herkunft des englischen „Guinea“ ist ungeklärt. Warum Meerschweinchen im Englischen Guinea Pig heißen, dazu gibt es mehrere Theorien, von denen keine ganz sicher ist:
- Der Preis für ein Meerschweinchen soll einer Guinee-Goldmünze entsprochen haben. Diese Erklärung gilt als wenig wahrscheinlich, weil entsprechende Bezeichnungen älter sind als die Prägung dieser Münze.
- Eine andere Theorie lautet, dass „Guinea“ allgemein für ein fernes, fremdes Herkunftsgebiet stand oder aus einer Verwechslung mit geographischen Namen entstand.
Wie auch immer die genaue Namensgeschichte lautet: Heimisch sind Meerschweinchen nicht in Guinea, sondern in Südamerika. Der deutsche Name bewahrt immerhin den Hinweis auf die Reise über das Meer.
Namen im Wandel: Guinea Pig und Cavy
Vor allem im englischen Sprachraum wird das Wort „Guinea Pig“ auch als Bezeichnung für ein Versuchstier oder eine Versuchsperson verwendet. Deshalb gibt es unter Tierliebhabern immer wieder Bestrebungen, lieber das Wort „Cavy“ zu verwenden. Das ist historisch ebenfalls nicht perfekt, aber es löst die Tiere zumindest sprachlich etwas von der Versuchstier-Assoziation.
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