Beiträge von Marie-Luise

    Mit den Erziehern oder Vorbildern und Beschützern ist es aus meiner Sicht für junge Böckchen so eine Sache: Wenn es gut geht ist, es besser als zu zweit - auch weil 4 Tiere dauerhaft viel mehr Anregung haben zum Bewegen, zur Kommunikation und zur "Geselligkeit". Aber leider geht es oft nicht gut und dann hat man 4 Tiere, für die man eine Lösung suchen muss - im Extremfall in 4 Gruppen.


    Ich würde mir daher überlegen, ob Ihr wirklich 4 Tiere wollt, ob Ihr auch bereit seid, das Risiko und den Kummer in Kauf zu nehmen, der mit einer Gruppenerweiterung kommt bzw. kommen kann, und ob ihr zwei geeignete erwachsene Jungs (ca. 1,5-3 Jahre, einer von beiden ggf. auch älter möglich) findet. Denn die beiden müssten aus einer größeren Gruppe kommen und wirklich gut und harmonisch und mit klarer Rangordnung zusammenleben. Wenn das alles gegeben ist, kann es eine große Bereicherung sein, die Gruppe zu erweitern.

    Sehr trockene Heizungsluft, Rauchen, laute Musik o.ä. würde ich Schweinchen nicht zumuten, aber das ist ja auch für Menschen nicht gesund. Ansonsten glaube ich, dass nach der Eingewöhnung der einfühlsame, intensive Kontakt mit Menschen für sie eine große Bereicherung ist.


    Allerdings muss man sich das mit dem Schlafen wirklich überlegen. Ich schlafe vermutlich tiefer als die meisten anderen Menschen und ich kann sehr schnell wieder einschlafen, wenn ich gestört werde. Aber zumindest gegen morgen, wenn es hell wird, und mitunter auch sonst, werde ich schon kurz wach oder halb wach durch Schweinchen, die rennen, sich streiten oder meinen es sei Zeit für Frischfutter. Zum Glück nagen sie seit Monaten nicht mehr am Holzunterstand. Das war schon echt nervig - auch für mich. Ich merke sonst keine schädlichen Auswirkungen auf mich, aber das wird nicht jeder so sehen oder empfinden.

    Bei Heuhaufen habe ich ein sehr gemischtes Gefühl. Unstrittig macht es den Schweinchen Spaß, aber es gibt ja auch immer wieder Augenverletzungen durch Heu und das will ich möglichst vermeiden. Es wäre hilfreich zu wissen, ob diese Verletzungen nur dort passieren, wo es große Heuhaufen, also etwas zum Hineinwühlen, gibt.


    Bisher lege ich das Heu an einer Futterstellen auf kleine Häufchen verteilt aus. Dort können die Schweinchen sich darauf legen oder davorsetzen, also in natürlicher Haltung und ohne Stäbe am Mäulchen futtern oder auch schlafen. Das Heu lege ich meistens zweimal täglich frisch hin. Da ich derzeit Mattenbildung teste, bleibt das alte liegen. Auf Stoff habe ich es vorher etwa einmal täglich weggenommen - immer wenn es feucht war.

    Ich finde das ist sehr sympatisch und gelungen gemacht! Ja, es wäre schön, wenn es noch größer wäre, aber Ihr bietet den Schweinchen so ein schönes zu Hause (sofern die Gruppe harmonisch ist). Und den Auslauf, vor allem den zweiten, finde ich klasse!


    Das Argument, dass ein Auslauf nicht zum Gehege zählt, finde ich zwar berechtigt in dem Sinne, dass man damit nicht ein viel zu kleines Gehege ausgleichen kann. Aber ich habe manchmal den Eindruck, dass es auch oft zum Alibi verkommen ist, warum man sich nicht die Mühe machen muss, einen zusätzlichen Auslauf zu gewähren.


    Ich sehe Auslauf als eine schöne Abwechslung an für die Tiere und damit auch als etwas Gesundes, weil sie sich mehr bewegen und ihre Sinne und ihre Wahrnehmung angeregt werden!

    Wir haben hier jetzt wieder angefangen mit frischem Gras und den ersten Wildkräutern. Das muss man hier zwar noch suchen, aber es wir sicherlich bald wieder schön sprießen und das ist einfach das beste Futter für Meerschweinchen: naturnah, vielseitig, ungespritzt, ungedüngt.


    Ansonsten hat es bei unseren Schweinchen teilweise sehr lange gedauert, bis sie manches mochten wie z.B. Spinat, Dill, Rauke (Ruccola), Wirsing. Aber mittlerweile lieben sie auch das. Deine Tiere haben jetzt einiges neue, das sie kennenlernen. Mit dem Futter wird es mit der Zeit auch mehr werden, wenn Du es immer mal wieder anbietest.

    Ich konnte mit Zurückblättern gerade nichts finden, ob die beiden bei Dir aktuell zusammenleben. Wie steht es damit und wie vertragen sie sich ggf.? Die Probleme zwischen den beiden waren ja der Ausgangspunkt für Dein Thema hier.


    Auf keinen Fall sollten die beiden Schweinchen wochenlang alleine sein. Aber das ist ja hoffentlich nicht der Fall. Aber selbst wenn er jetzt bei ihr wäre und anstrengend wäre, fände ich es fraglich, mit dem zweiten Weibchen weiter zu warten. Sie sollte ja kommen, um die Lage zu entspannen.

    In einer Garage hätten sie aus meiner Sicht alle Nachteile vereint: Kein Anregungen wie in einem Freigehege oder in Innenhaltung, kein Sonnenschein, wenig Kontakt zu Menschen, keine frische Luft und Kälte (selbst wenn es weniger kalt als draußen wäre).


    Wenn ich die Tiere nicht zumindest im Winter im Haus halten wollte, würde ich mir eher Zwergkaninchen als Meerschweinchen nehmen. Die vertragen unsere Temperaturen besser, brauchen aber noch mehr Platz und eine Buddelkiste o.ä.

    Sobamin und Apfelpektin werden nicht bei Aufgasung gegeben, sondern um einen geschädigten Darm auszukleiden und zu beruhigen, Giftstoffe zu binden, damit sie ausgeschieden werden können (alles Sobamin) und die "guten" Darmbakterien zu ernähren (Pektin).


    Dystikum ist vom gleichen Hersteller auch Huminsäure, nur nicht reine wie das Sobamin, sondern noch ergänzt um andere Stoffe: http://www.serumwerk.com/wp-co…/05/Dysticum-FI-07-15.pdf Ob das besser oder anders wirkt als Sobamin, weiß ich nicht.


    Ich würde die Mischung nicht von 2ml auf 1ml reduzieren. Der Hersteller schreibt sogar 1g pro Kilogramm Körpergewicht. Das wäre also noch mehr. Ich habe die Angabe mit 1 Messerspitze von anderen Haltern übernommen, die damit Erfolg hatten.


    Den Apfelsaft verwende ich und Letty hat es übernommen, weil sie dann die Sobamin-Pektin-Mischung williger nehmen. Man kann es auch mit Wasser versuchen. Sollte das dann aber mehr Stress bei der Gabe bringen, hätte selbst ich mit meinen Bedenken bei Zucker keine Hemmungen rund 1,5ml Apfelsaft zu geben. Das entspricht rund 0,15g Zucker. Heu enthält meines Wissen grob z. B. 8g Zucker auf 100g. Wenn ein Schweinchen nur 20g Heu frisst, hat es über zehnmal soviel Zucker gefuttert wie bei diesen beiden Spritzen zusammen. Und unsere Schweinchen futtern deutlich mehr als 20g pro Tag. Natürlich gibt es unterschiedliche Zucker und ich würde auch Apfelsaft nicht einfach als Getränk geben, aber es ist für mich hier eine harmlose Art, die Aufnahme der Mittel stressfrei zu machen. Ich schreibe das nur als Erklärung, nicht weil man es so machen muss.


    Gerade weil Lotta wieder Pilz hat, würde ich versuchen, sie zur Ruhe kommen zu lassen und erst einmal nicht zu neuen Untersuchungen zu bringen. Blutabnahme ist für Meerschweinchen oft schlimm und bringt oft auch keine neuen Erkenntnisse. Lotta ist jetzt gut ein Jahr bei Letty und hat während dessen zumindest erlebt:

    • 1. Vergesellschaftung
    • Stress in der Gruppe mit den beiden Jungs am Ende
    • Vergesellschaftung mit Nora
    • Isolierung wegen Hefen im Sommer für 2 (?) Wochen
    • erneute Vergesellschaftung in fremder Umgebung (bei Großvater)
    • neue Isolierung für 12 (?) Wochen im Herbst
    • Heudiät und danach stark beschränktes einseitiges Frischfutter (deswegen Isolierung) - verbunden mit heftiger Abnahme
    • erneute Vergesellschaftung
    • über die Zeit mehrere Tierarztbesuche umd Behandlungen gegen Pilz und Hefen


    Ich schreibe das nicht als Vorwurf gegen Dich, Letty, sondern nur als eine Überlegung, dass vielleicht der viele Stress, die o.g. Maßnahmen und zu wenig Grünfutter (nicht zuletzt auch Wildkräuter und Küchenkräuter) eine Heilung des Darms erschwert haben. Wobei ich auch nicht ausschließen kann, dass sie durch die geringe Tiefe der Flächen es schwerer hat, da es ja über längere Zeit mit Nora Spannungen gab meines Wissens.

    Die Zweige lege ich auf den Boden und dann werden sie benagt. Aber das ist zum Teil vermutlich auch erlernt und wird nicht sofort gemacht. Wobei es natürlich wichtig ist, dass sie auch im Winter frisch sind.


    Bambus, der im Garten wächst, also winterhart ist, ist immer essbar für Schweinchen. Es ist nur der sogenannte Glücksbambus, den man nur im Haus halten kann und der kein Bambus ist, der nicht verfüttert werden sollte.

    Ich arbeite und schlafe in dem Zimmer, in dem unsere Schweinchen frei leben. Sie erschrecken noch heute des öfteren durch eine Bewegung von mir. Meerschweinchen sind erstaunlicherweise in ihrem Verhalten Wildtieren ähnlicher als anderen Haustieren. Wenn man Vögel draußen beobachtet, sieht man ja auch wie schreckhaft sie sind. Dennoch können sie ihr Leben genießen.


    Dieses Erschrecken heißt ja nicht, dass sie uns böse finden. Es sind einfach Reflexe. Natürlich versuche ich, sie nicht zu beunruhigen und spreche z.B. immer, ehe ich das Zimmer betrete. Aber wir brauchen uns nicht "unsichtbar" zu machen. Wir sind ja eine Bereicherung im Leben der Schweinchen, wenn wir eine Beziehung zu ihnen aufbauen, uns mit ihnen beschäftigen, sie aus der Hand füttern usw.


    Unsere Schweinchen leben im Winter nachts bei oft nur 12 Grad, mitunter sogar noch weniger (weil ich Frischluft liebe). Das macht ihnen nichts aus. Genauso waren sie auch schon bei 30 Grad draußen im Schatten im Garten und haben keinen Schaden genommen.


    Viele Menschen sind zu rücksichtslos oder zu wenig einfühlsam. Du merkst, dass sie sich mit dem Tuch wohler fühlen und wenn sie Angst haben. Beobachte sie weiter ohne Dir zuviel Sorgen zu machen, sondern freue Dich an ihnen und teile das Leben mit ihnen. Das ist ein Geschenk - für beide Seiten.

    Die arme Lotta tut mir leid - und Du auch. Es muss ja neben der Sorge um da Tier auch aufwendig beim Saubermachen sein, wenn die Böhnchen immer weich sind.


    Wie lange und in welcher Menge bekommt sie jetzt Sobamin und Pektin?


    Meine Überlegung ist erst einmal: Wenn sie auch wieder Pilz am Bein hat, zeigt, dass dass ihr Immunsystem nicht richtig funktioniert. Das könnte dann entweder von Stress kommen oder von einer Erkrankung, die bisher noch nicht gefunden wurde.


    Wie ist denn Ihr Verhältnis zu den anderen in der Gruppe?

    Ich stimme den anderen zu und sehe auch nur bei der Etage Verbesserungsbedarf. Ich hätte ohne eine Leiste vorne Bedenken, dass einer den Napf oder gar den Weidentunnel hinunterwirft und wenn es dumm kommt, der andere unten steht. Ich würde beides unten aufstellen und oben ein "Dach" hinzufügen. Das könnte ein leichtes Brett, das an der Rückwand montiert ist oder eine Konstruktion aus Tüchern auf Leisten o.ä. sein. Damit könntest Du die gesamte Breite hinten überspannen. Das würde den Schweinchen Sicherheit und Geborgenheit bieten und die Etage attraktiver machen.


    Dazu würde für mich auch gehören, dort den Boden zu bedecken, mit Tüchern o.ä., die man ggf. festklemmt. Auf glattem Boden laufen Meerschweinchen sehr unsicher und wenn sich überhaupt einer hochwagen sollte, wäre es fatal, wenn er oben erschrecken und rutschen würde. Zum anderen wäre es unschön, wenn einer oben pieseln und dann darin herumlaufen würde.


    Aber ich will es auch noch mal ausdrücklich sagen: Die Basis finde ich schön und gut geeignet. :)