Beiträge von Marie-Luise

    Falls er mehrere Bisswunden hat, würde ich sie erst einmal trennen. Vielleicht ist er einfach überwältigt, weil sie so anders ist als sein verstorbener Freund.


    Wie groß ist denn das Gehege, in dem sie leben sollen?


    Falls es groß genug ist, würde ich, falls er wirklich mehrere Bisswunden haben sollte, ein Gitter dazwischentun, damit er sich erst einmal an das fremde Mädel gewöhnen kann. Bei Ihr kann es auch letztlich Angst oder Unsicherheit sein oder sie versucht jetzt die erste zu werden, weil sie es nicht gewohnt ist, mit einem Männchen zusammenzuleben.


    Wie lange ist es her, dass Du sie geholt hast?


    Wie lange war Dein Männchen jetzt alleine und wie alt ist er?


    Ich hoffe, seine Kastration liegt dennoch 6 Wochen zurück? Andernfalls könnte er ja noch unter Umständen Nachwuchs zeugen.

    Wenn Ihr mildes Wetter habt, also nur selten Frost, es immer trocken ist, die Tiere gesund sind und ihr notfalls mindestens zwei in das Haus umziehen könnt, würde aus meiner Sicht ein Schlafhaus ausreichen. Sollte es dann doch mal Frost geben, müsstet Ihr das Wasser frostfrei halten und Frischfutter in kleinen Mengen geben, so dass es nicht gefriert. Wichtig ist aus meiner Sicht auch, dass der Boden warm genug bleibt durch geeignete Einstreu. Eine Haltung auf Platten fände ich viel zu kalt, selbst bei z.B. nur 5 Grad. Ich finde die Anregungen und auch die Unterseiten bei https://meerschweinchenwiese.de/haltung/aussenhaltung lesenswert. Wie immer sollte man auch da natürlich alles hinterfragen.

    7qm sind eine schön große Fläche! Natürlich wäre es für die Schweinchen noch interessanter und lebhafter, wenn noch mehr Schweinchen einziehen würden. Das ist aber aus meiner Sicht kein "Muß". Ihr hättet dann ja auch bei z.B. 8 Schweinchen doppelt soviel Futter- und Tierarztkosten und fast doppelt soviel Zeitaufwand (Futter kaufen und sammeln und zubereiten, saubermachen, TÜV u. Krallenschneiden ggf. Fellpflege, Pflege kranker Schweinchen usw.). Das würde ich mir also sehr gut überlegen.


    Zudem gebe ich zu bedenken, dass kranke oder vom Alter gebrechliche Schweinchen nicht mehr draußen leben können in der kalten Jahreszeit, zumindest wenn Ihr keine Zusatzwärme erzeugt. Dann müsste das betreffende Tier zusammen mit einem anderen oder allen für den Rest der kalten Jahreszeit in das Haus umziehen.


    Das Gehege von 120x60cm müsste in sich noch ein Schlafhaus und dann bleibt nicht mehr viel Platz übrig. Das finde ich bei 4 Tieren schon sehr knapp. Wie sieht es denn mit der Temperatur im Winter bei Euch aus? Und könnt Ihr den Balkon komplett vor Regen und Schnee schützen?

    Zur Ergänzung bzgl. Weidelgras:


    Ob das, was ich nachfolgend schreibe, richtig ist, kann ich natürlich nicht nachprüfen. Ich hatte neulich mal etwas intensiver danach gesucht und die Berichte, die ich im o.g. Sinne fand, erschienen mir glaubwürdig.


    Weidelgras ist nicht grundsätzlich schlecht. Nur wurde es wegen der Hochleistungsmilchkühe gehaltvoller gezüchtet. Dadurch kann der Pilz im Gras sich besser ernähren. Es gibt sogar Sorten, die extra so gezüchtet wurden, dass sie besonders stark von dem Pilz befallen werden, damit das Gras nicht von Wildtieren gefressen wird, teilweise z.B. an Flughäfen in den USA im Einsatz. Wie man so gewissenlos sein kann, das in den Umlauf zu bringen, ist mir nicht klar. In Deutschland scheint es noch nicht ganz so schlimm zu sein mit dem Weidelgras (und Schwingel), aber es gibt die These, dass Pferde dadurch auch schon krank geworden sind.


    Da der Pilz im Gras lebt, kann man ihn natürlich nicht sehen, im Gegensatz zu Schimmelpilz. Und den Zucker- genauer gesagt Fruktangehalt kann man zwar theoretisch untersuchen lassen, nur wird das praktisch kaum gemacht werden, da es etwas aufwendiger ist und ja nur eine Momentaufnahme von einer Wiese zu einer bestimmten Zeit widergeben würde. Übrigens ist Weidelgras auch ein Hauptbestandteil vieler Rasenmischungen. :(

    Wenn ein Heu sehr eifrig gefressen wird, ist das aber auch verdächtig. Dann könnte es einen hohen Anteil an hochgezüchtetem Weidelgras haben. Wegen des hohen Zuckergehaltes (Zucker als Oberbegriff) schmeckt das gut, ist aber ungesund für Meerschweinchen, zumal sich dort auch Pilz ausbreiten kann im Gras und dann wird es richtig gefährlich.


    Und wenn sie weniger Heu fressen und dafür mehr hauptsächlich blättriges Frischfutter und bald Gras und Wildkräuter, dann hat es auch den Vorteil, dass sie mehr Flüssigkeit und Vitamine aufnehmen. Mit anderen Worten: gutes Heu ist wichtig, aber es gilt nicht "je mehr sie fressen wollen, desto besser ist es" in meinen Augen.

    Bei uns zählen Karotten zum beliebtesten Futter, allerdings auch immer in Bio-Qualität. Die anderen würde ich als Menschen auch oft nicht essen wollen. Allerdings gebe ich 5 Schweinchen zusammen nur gut eine halbe mittelgroße Karotte pro Tag. Dabei geht es mir nicht um den Zuckergehalt, der ja auch in Gras und Heu hoch sein kann, sondern darum, dass ich einen möglichst großen Anteil an Grünfutter geben will.


    Man kann sich ja auch fragen, ob es einfach nur Marketing ist, wenn eine Zoohandlung gegen Frischfutter schreibt. Daran verdienen sie ja im Gegensatz zu Trockenfutter, Heu u.ä. nichts.

    Viele Küchenkräuter sind appetitanregend. Da würde ich alles mögliche frisch versuchen.


    Bambus bekommt man nur aus Gärten, wo er ja oft wuchert. Ich habe schon einige Nachbarn angesprochen, dass unsere Schweinchen sich freuen würden, wenn sie mal etwas ohnehin abschneiden ...


    Aller Bambus, der draußen wächst, ist gutes Futter. Nur der sogenannte Glücksbambus, der im Haus wächst und kein Bambus ist, ist ungeeignet.


    Und bald gibt es ja auch wieder Gräser und Wildkräuter draußen zu sammeln. Das ist immer noch mit Abstand das beste Futter.

    Wenn man Tieren ohnehin nur zeitweilig Zugang zu ungefiltertem Sonnenlicht ermöglichen kann, würde ich keine Sonnencreme verwenden (und auch sonst nicht). Unter der Sonnencreme ist die Produktion von Vitamin D3 nicht mehr möglich und die ist ja ganz wichtig für die Gesundheit der Tiere. Außerdem enthalten die meisten Sonnencremes, auch die für Kinder, viele Dinge, die ich nie auf ein Schweinchen schmieren würde.


    Ich habe auch noch nie von Hautkrebs an den Ohren bei Schweinchen gelesen, aber vielleicht ist mir das entgangen?


    Was ich allerdings bei unseren Tieren mit weißen Pfötchen bei Bedarf mache, ist einmal in der Woche die Fußsohlen mit Bepanthen eincremen. Das ist zwar auch nichts natürliches, aber ich verwende es nur als Medizin, nehme aber gerne auf Empfehlung künftig ein natürliches Mittel. Ich hatte es bis vor kurzem immer nur beobachtet, aber gerade die weißen Hinterfüßchen waren zumindest bei drei von vier Tieren gerötet und bei einem davon sogar etwas rau. Bei dem habe ich dann ein paar Tage täglich Bepanthen aufgetragen. Das hat einen deutlichen Unterschied gemacht.

    Mein Vorschlag ist (Kurzfassung - Begründungen oben):

    • entweder 1 Tier abgeben und hoffen, dass die verbliebenen zwei sich dauerhaft arrangieren werden oder einen geeigneten (!) Erzieher dazuholen
    • auf jeden Fall mehr Platz schaffen durch ein neues Gehege, z.B. aus Songmics-Elementen; 3qm würde ich nicht unterschreiten; bei ggf. 4 Tieren 4qm, gerne zuzüglich Etagen
    • Einrichtung ergänzen
    • evtl. alle drei kastrieren lassen (bei einem mit Meerschweinchen erfahrenen Tierarzt)

    Die Probleme werden natürlich größer, weil Deine Jungs heranreifen. Fluffy versucht die Oberhand zu gewinnen. Meerschweinchen haben in gesunden Gruppen meistens eine klare Hierarchie und die muss erst einmal erkämpft werden. Wenn die Tiere in einer harmonischen Gruppe mit erwachsenen Tieren aufwachsen - und damit meine ich nicht ein paar Wochen, sondern mindestens das erste Lebensjahr - dann lernen sie, wie man sich streitet ohne den anderen schwer zu verletzen und wie man sich unterordnet und auch ungekehrt die Unterwerfung akzeptiert.


    Wenn die Tiere ohne geeignete Vorbilder aufwachsen, geht das bei 1 Männchen + 1 oder mehreren Weibchen oft auch ohne Beißerei ab, aber sie haben auch da deutliche Nachteile gegenüber Tieren aus einer guten Gruppe. Bei zwei Böckchen kann es, mit genug Platz, auch unblutig bleiben, weil sie eine Notgemeinschaft bilden. Sie haben ja keine andere Wahl, wenn sie nicht einsam sein wollen. Bei mehr als 2 Böckchen ist allerdings das Scheitern der Gruppe fast immer vorprogrammiert.


    Da Deine Tiere noch sehr jung sind, könntest Du noch Glück haben, dass ein gut geeigneter erwachsener Bock bzw. Kastrat sie erzieht, schlichtet und auch Sicherheit gibt. Aber dafür gibt es keine Garantie. Wenn Du darüber nachdenken willst, können wir gerne noch mehr schreiben.


    Auf jeden Fall ist aber auch der Platz ein Problem. Drei Böckchen brauchen mindestens - und das ist eher knapp aus meiner Sicht - 3qm auf einer Ebene. Etagen können gute Ergänzungen sein, ersetzen aber nicht die Grundfläche. Das ist ganz wichtig, damit sie sich durch Rennen etwas abreagieren können, der Unterlegene ausweichen und sie sich nicht ständig sehen. Auslauf kann auch schön sein, aber sie müssen den Platz haben, wenn sie laufen wollen und nicht wenn Ihr sie gerade heraussetzt. Wenn Streit angesagt ist, können sie nicht damit warten, bis sie in den Auslauf dürfen.


    Zudem muss die Einrichtung für Bockgruppen geeignet sein: Keine Engstellen oder Sackgassen, mindestens ein Haus oder Unterstand mehr, als es Tiere sind, bei Spannungen Sichtschutz z.B. durch Tücher, die im Gehege bis zum Boden hängen (wie auf der Wäscheleine).


    Was Du beschreibst, das die Hoden größer geworden sind bei Fluffy, kann zweierlei bedeuten: Grundsätzlich wachsen natürlich die Hoden bei einem heranwachsenden Tier. Mit etwa 3-5 Wochen steigen sie ab aus dem Bauchraum und entwickeln sich dann natürlich noch weiter. Allerdings schwellen die Hoden auch an, wenn das Böckchen sich dominant verhält. Das konnte ich bei unseren Jungs sehr deutlich beobachten. Das ist aber nichts unnatürliches oder ungewöhnliches. Das einzige, was Ihr da machen könntet, wäre alle drei kastrieren zu lassen. Denn bei den anderen wird das auch noch mehr werden, zumindest das grundsätzliche Wachstum u.U. aber auch das Dominanzverhalten.


    Kastration löst aber nicht Euer Problem, sie könnte nur ein Teilaspekt der Lösung sein, falls sie überhaupt etwas verändern sollte, was unterschiedlich ist je nach Tier.


    Eure Tiere sind noch sehr jung. Das wird noch viel heftiger werden. Von ca. 4 Monaten bis 1,5 Jahren kommen Meerschweinchen in sogenannte "Rappelphasen" - die Pupertät der Meerschweinchen. Dann sind sie besonders entschlossen die anderen zu beherrschen oder auch zu vertreiben. Denn das kann auch passieren, dass es dem Stärkeren eben nicht reicht, der erste zu sein, sondern er möchte dann einen oder evtl. sogar beide abwechselnd oder so vertreiben. Von wilden Vorfahren der Meerschweinchen könnten nie zwei oder mehr Männchen zusammengehalten werden. Die Hausmeerschweinchen sind da etwas toleranter, aber sie müssen es in der Gruppe von Vorbildern lernen.

    Wunden heilen bei Meerschweinchen sehr schnell. Das Gel soll verhindern, dass sie sich entzünden und helfen, dass es möglichst optimal heilt. Daher ist es wichtig, es sofort aufzutragen und dann weiter in den nächsten Tagen nach der Verletzung bzw. dem Biss. Wenn sich erst einmal Keime darin festgesetzt haben und gar noch die Wunde darüber zugeheilt ist, gibt es einen Abzess.

    Und was meint der Tierarzt woher sie kommen könnte?


    Hast Du versucht, Ihre viele Kräuter anzubieten, falls sie die mag? Die sind ja auch appetitanregend. Andererseits scheint sie ja fast genug zu fressen, wenn sie kaum abgenommen hat.


    Ich würde noch Colosan geben. Aber es wäre eben letztlich wichtig herauszufinden, warum sie aufgegast ist.

    Herzlich Willkommen hier im Forum!


    Leider ist Euer Problem nicht ungewöhnlich und auch nicht einfach zu lösen. Wir werden gerne versuchen mit Euch über Abhilfe nachzudenken, aber dazu brauchen wir noch mehr Informationen:


    • Wie alt sind die Tiere?
    • Wie groß ist das Gehege (Grundfläche und getrennt davon Etagen)?
    • Welche Einrichtung habt Ihr darin?
    • Leben sie im Zimmer oder draußen?
    • Sind es Eure ersten Meerschweinchen?

    Stimmt, irgendwoher kannte ich doch Hino schon. ;-)


    Dann lebt er jetzt schon rund 8 Tage bei Euch. Dann dürfte es keine Probleme mehr mit dieser Vergesellschaftung geben. Das ist ja wirklich ein Traum, wenn es so läuft bei Jungs!