Beiträge von Kleine Braunelle

    Hi,


    ich habe mehre Ideen aber auch Fragen an dich.
    Zuerst wäre wichtig zu wissen, wie groß dein Gehege ist und wie es eingerichtet ist.


    Gerade bei einer nicht harmonischen Gruppe ist es wichtig, dass es keine Engstellen gibt. Ich würde daher alle Tunnel und Häuschen herausnehmen, stattdessen Unterstände hineinstellen. Über die Unterstände kleine Handtücher hängen, dann haben diese 4 Wände, aber auch 3- 4 Ein - und Ausgänge. Fluchtmöglichkeit: 100 %.

    Grundfläche des Geheges: mindestens 2 qm. (ohne Ebenen und Co.


    Es gibt nun mehrere Gedanken bei mir:

    1. Das aufreitende Weibchen hat ein hormonelles Problem. Sie ist dadurch in ihrem Verhalten durcheinander, denkt sie ist ein Böckchen, möchte die Führende im Rudel sein. Evtl hat sie hormonell bedingte Zysten.

    2. Das unterlegene Weibchen hat ein gesundheitliches Problem. Es ist das rangniedrigste und hat durch eine angeschlagene Gesundheit keine Kraft, sich zu wehren. Würde sie nur einmal beißen, währe wahrscheinlich Ruhe. Hinzu kommt, dass es vorkommen kann, dass Schweinchen ein krankes Schweinchen aus der Gruppe treiben wollen. In der Natur wäre ein krankes Schweinchen eine Bedrohung für die ganze Gruppe, es zieht Fressfeinde an. Dies ist einer der Gründe, warum sie auch so lange Krankheiten verstecken und vertuschen.

    3. Ist der Kastrat "aktiv", besteigt er seine Damen? Macht er es nicht, ist er als Haremsführer für die Gruppe nicht existent. Daher macht Gina das allein richtige: Sie führt die Gruppe an. Das sichert das Überleben der Gruppe, ist aber nicht ihr Job....
    4. Es ist nicht gut, dass Gina das Auge von Clara leckt. Die Zunge ist rauh und reizt das Auge sehr. Clara könnte ihr Auge dadurch verlieren!

    5. Es liegt bei Gina eine Schilddrüsenunterfunktion vor. Diese kann auch überschwengliches Verhalten hervorrufen.


    Was du tun kannst:

    1. Beide Mädels einem meerschweinchenkundigen Tierarzt vorstellen. Zysten? Auge? Allgemeinzustand? Schilddrüse? Abklären!

    2. Allen Tieren Rodicare Immun verpassen. Das stärkt das Immunsystem. Diese Situation ist für alle Beteiligten sehr stressig.

    3. Gehege täglich umräumen, Verwirrung stiften, ihnen etwas zum "Denken" geben.

    4. Wenn Gina sich Clara unsittlich nähert, Clara mit einer Wasserpistole mit Wasser abspritzen. Meerschweinchen wehren sich normalerweise gegen aufdringliche Jungs, indem sie sie mit Urin abspritzen. Das scheint Clara nicht zu machen. Das kannst du dann für sie übernehmen.


    Alles Gute und berichte gerne weiter!


    Viele Grüße,

    Kleine Braunelle.

    Danke für die Erklärung und für das Foto!

    Ich würde tatsächlich ein Netz spannen. Manch einer hatte schon Besuch von Eichhörnchen, Mardern oder auch Waschbären auf dem Balkon, incl. Krähenvögel.
    Dann müsstest du das Freigehege nicht nach oben extra sichern.

    Hi,


    ich würde einem Schweinchen nicht die Zähne schleifen lassen, damit es nicht die Fäden zieht. Manche reagieren empfindlich auf das Schleifen, fressen dann nicht mehr richtig..... Das macht Stress.
    Dann müsstest du päppeln.

    Muss denn die Gebärmutter mit raus, ist sie entartet?

    Es gibt mittlerweile auch eine Flankenkastration, dann werden nur die Eierstöcke entfernt und diese OP ist viel schonender.
    Bei der herkömmlichen Kastra, wo auch die Gebärmutter entfernt wird, müssen andere Organe teilweise etwas zur Seite geschoben werden, das dann ein großes Risiko ist....

    Nicht immer funktioniert dann die Blase gleich wieder.
    Du musst sie wirklich gut im Auge behalten, dass sie Urin und Kot absetzen kann und dass sie frisst.

    Ich hoffe, deine Tierärztin hat wirklich Erfahrung mit dieser OP.


    Alles Gute!

    Auszug aus:


    https://www.exomed.de/kokzidien-bei-meerschweinchen/


    Zitat:

    Was sind Kokzidien?

    Die Kokzidiose ist eine zwischen Meerschweinchen übertragbare Erkrankung der Darmschleimhaut, selten auch der Nieren. Kokzidien sind Einzeller, auch Protozoen genannt, die sich im Darm einnisten und dort die Darmzotten zerstören. Die Wirtstiere können dann die Nahrung nicht mehr richtig verdauen und nehmen so immer weniger oder sogar gar keine Nährstoffe mehr auf. Daraus resultiert in den meisten Fällen heftiger Durchfall und Verdauungsstörungen mit typischen Symptomen wie Fressunlust, Aufgasungen oder/oder Abmagerung.


    Kokzidien entwickeln sich in einem mehrphasigen Zyklus. Sie vermehren sich im Wirt, wobei die reifen Stadien Oozysten (Eier) in den Darm abgeben. Durch den Kot der befallenen Meerschweinchen werden diese Oozysten (Eier) ausgeschieden, welche in der Außenwelt monatelang überleben können.

    Sie sind sehr resistent gegenüber Umwelteinflüssen, aber beispielsweise gegen Trockenheit empfindlich. Sie haben eine äußere Hülle und eine innere Hülle, die bei der Bekämpfung aufgebrochen werden müssen. In der Außenwelt durchlaufen die Oozysten eine Reifung (Sporulation), die besonders schnell in einer warmen und feuchten Umwelt abläuft. Die Übertragung im Bestand und Aufnahme der danach infektiösen Oozysten erfolgt oral über den Kot, kontaminiertes Futter, Einstreu und sogar bzw. insbesondere durch kontaminierte Bio-Produkte.


    Viele Säugetiere sind von ihren „ganz eigenen“ Kokzidien befallen. Bei Meerschweinchen handelt es sich um die Kokzidien-Art Eimeria caviae. Man kann die Endoparasiten auch bei klinisch gesunden Meerschweinchen vorfinden. Normalerweise besteht dabei ein Gleichgewicht zwischen den Parasiten und der Immunabwehr des Wirtes, wenn die Tiere gesund sind. Klinische Symptome findet man daher nur bei solchen Tieren, bei denen (durch Schwächung der Immunabwehr infolge anderer Erkrankungen oder Stress) sich diese Parasiten stark vermehren können bzw. wenn eine ständige Reinfektion erfolgt (z.B. in einem mit den Oozysten hochgradig kontaminierten Gehege).

    Man unterscheidet die Darmkozidiose (Eimeria caviae), welche häufiger auftritt.


    ....

    Zitait Ende.



    Da Meerschweinchen ihren Blinddarmkot essen, ist die Gefahr und Wahrscheinlichkeit groß, dass sie sich wieder neu infizieren.
    Ich hatte mal Kokzidien in der Gruppe, habe dann auch alle behandelt.

    Da die Kokzidien auch Entwicklungsstadien durchlaufen, erwischt man beim ersten mal nie alle.....

    Es ist normal, dass sie nach der ersten Behandlung noch nicht weg sind.

    Ich finde auch, dass es nach Pilz aussieht.

    Hatte er in letzter Zeit viel Stress?

    Umzug, eine neue Vergesellschaftung, Krankheit?
    Ein Pilz bricht dann aus, wenn das Immunsystem an etwas zu knabbern hat.
    Wie ist sein Gewichtsverlauf? Ist er stabil? Kot ist auch in Ordnung?


    Wenn du nur den Pilz behandelst, behandelst du die Symptome, evtl aber nicht die Ursache.
    Ich würde auf jeden Fall noch Rodicare Immun geben.

    Ich habe meine Tiere niemals auf Frischfutter-Trockendock gesetzt.
    Eher habe ich das Heu reduziert.

    Und an manchen Tagen gab es Eisbergsalat, Gurke und Paprikastückchen. Am anderen Tag Romanasalat Gurke und Tomate. Es gab selten alles jeden Tag.

    Aber es gab immer so viel Grünzeug, dass bis zur nächsten Fütterung noch etwa davon übrig war.

    Wenn Tiere bei mir sind, wird immer so gefüttert, dass jeder Zeit Frischfutter genügend zur Verfügung steht. Sollte einmal alles Frischfutter aufgegessen sein, habe ich ihnen zu wenig gegeben.

    Meerschweinchen essen bis zu 80 Mahlzeiten am Tag. In der Natur wandern sie dafür durch die Gegend, um das zu finden, was ihr Körper benötigt. ;)

    Als Tip:

    Ich hatte bei einem Kokzidienbefall alle Unterstände herausgenommen und die Schweinebande lebte in der Zeit der Behandlung mit Pappkartons, die ich täglich ausgetauscht und entsorgt habe. Auch habe ich Tücher über die Ecken des Geheges als Unterstand gehängt.
    Die Holzsachen habe ich mit kochendem Wasser übergossen und im Backofen bei 150 grad für 10 Minuten anschließend unter Aufsicht ausgebacken.

    In dieser Zeit hockte die Bande auch auf Einweg- Inkontinenzunterlagen und nicht auf Streu, diese mehrmals am Tag abgeschüttelt oder ausgetauscht.

    Das Futter habe ich in Schalen gereicht.