Gefahren für Meerschweinchen: Die 14 typischsten Fehler! - Haustiere

Tierhaltung: Eine allzu unbedachte Haltung von Meerschweinchen kann für die kleinen Nager schnell gefährlich werden. Wir klären auf über Gefahren.

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Gefahrlos im Auslauf

Gefahrenquellen sicher vermeiden

Gefahren für Meerschweinchen

in Meerschweinchen Haltung

Strom, Zimmerpflanzen, Katzen, Füße, Türen… Meerschweinchen haben es mitunter gar nicht so einfach in der scheinbar sicheren Wohnung. Und sogar im Meerschweinchenkäfig lauert möglicherweise so manche Gefahr für die kleinen Nager. Wer den Meerschweinchen Auslauf gönnt, und das sind hoffentlich alle, muss natürlich auch den Auslauf entsprechend sicher gestalten.

Gefahren für Meerschweinchen im Auslauf

  1. Stromkabel
    Verlängerungsleitungen oder Stromkabel für Lampen, HiFi-Geräte und ähnliches sind eine große Gefahr für Meerschweinchen, wenn sie diese in einem unbeobachteten Moment anknabbern. Ein 230V Stromschlag ist auch bei bester Absicherung durch eine Fehlerstromschutzschaltung für Meerschweinchen unmittelbar tödlich. Stromkabel gleich welcher Art gehören nicht in den Meerschweinchen Auslauf, und auch nicht in den Meerschweinchen Käfig (Leuchtbänder, Lichterketten etc.).
  2. Zimmerpflanzen
    Unsere Futterliste für Meerschweinchen gibt Aufschluss darüber, welche Nahrung von den Schweinchen bevorzugt wird. Dabei sollte man es auch belassen! Wohnungspflanzen im Auslauf oder in den Käfig bzw. Auslauf hängende Pflanzen werden gerne von Meerschweinchen angeknabbert, können aber im schlimmsten Fall tödlich sein, und stellen somit eine weitere lebensgefährliche Gefahr dar.
  3. Mobiliar
    Eine Pflanze oder ein Stuhlbein anknabbern – kann man ja beides mal. Ist das Stuhlbein jedoch beschichtet, gebeizt oder lackiert drohen dem Tier schlimme Vergiftungen. Durchfall ist da noch das geringste Problem. Mobiliar aus Plastik, wie z.B. Bürostühle, können beim anknabbern splittern und Verletzungen im Mundraum hervorrufen, die vom Halter meist erst viel zu spät erkannt werden. Und Meerschweinchen knabbern gerne – an allem, ohne sich der Gefahren bewusst zu sein.
  4. Türen
    Türen fallen zudem gerne auch einmal zu – ist ein Meerschweinchen zwischen Tür und Zarge, sind Verletzungen oder schlimmstenfalls der Tod die Folge, wenn der Wind eine Tür zuschlägt. Deshalb solltem Meerschweinchen niemals so ohne weiteres Räume wechseln dürfen, wenn die Tür nicht ausreichend gesichert ist. Erst recht muss verhindert werden, dass Meerschweinchen von der Wohnung nach außen auf die Terrasse, in den Garten oder auf den ungeschützten Balkon gelangen können, und sich so in große Gefahr begeben.
  5. Füße
    Eigentlich ist es selbstverständlich, aber da es immer wieder Berichte dazu gibt: Der Auslauf für Meerschweinchen sollte immer klar abgetrennt sein vom Rest der Wohnung. Wer allzu gutmütig die Tiere in der Wohnung laufen lässt, muss früher oder später damit rechnen dass man selbst, oder jemand anderes auf eines tritt, mit dem Stuhl verletzt oder gar tötet. Den Freilauf begrenzen und damit die Gefahren minimieren kann man kostengünstig mit einem Klappgehege.
  6. Weitere Haustiere
    „Der tut nichts, der will nur spielen“. Wer neben Meerschweinchen weitere Haustiere wie Hunde oder Katzen hält muss wissen, dass Meerschweinchen perfekt in deren Beuteschema passen, und auch bei bester Sozialisation und Domestizierung niemals ganz ausgeschlossen werden kann, dass die Meerschweinchen nicht doch angegriffen werden. Darüber hinaus erzeugen andere Haustiere unter Umständen ohnehin Stress beim Meerschweinchen, da sie sich ständiger Gefahr ausgesetzt sehen. Oder würdest Du gerne permanent in einem Raum mit Tigern leben wollen? Den meisten ist es ja nicht mal möglich eine freilaufende, harmlose Spinne zu ertragen. 😉 Deshalb: Niemals unbeaufsichtigt Nagetiere und Raubtiere zusammen in einem Raum lassen und am besten trennst Du sie komplett voneinander!
  7. Kleinkinder
    Es muss gar keine böse Absicht sein, die reine Unwissenheit und Unbedarftheit reicht schon aus dass kleine Kinderhände den Meerschweinchen ernsthafte Verletzungen zuführen können. Deshalb sollten Kleinkinder nie unbeachtet mit Meerschweinchen Umgang haben. Erwähnt seien in diesem Zusammenhang zudem die beiden separaten Seiten zum Thema: Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere sowie Meerschweinchen für Kinder!
  8. Ecken und Nischen
    Wer Meerschweinchen ermöglicht unter das Bett zu flüchten muss sich auch eine Strategie einfallen lassen, sie von dort wieder weg locken zu können. Nur wirklich gut domestizierte Tiere, die sich leider häufig durch Einzelhaltung so sehr auf ihren Halter fixiert haben, sind mit Leckerli problemlos heraus zu locken. Da es sonst in der Regel nicht stressfrei verläuft, sind alle schwer zugänglichen Ecken und Nischen unzugänglich zu gestalten.

Gefahren für Meerschweinchen in Außenhaltung

Die Außenhaltung stellt durch weitere Gefahren noch einmal ganz andere Ansprüche für ein sicheres Gehege an Meerschweinchen-Halter.

  1. Gefahr von oben
    Die Gefahren, denen Meerschweinchen von oben droht, wird am häufigsten übersehen. Ein Meerschweinchen Auslauf im Freien muss unter jeden Umständen auch von oben geschützt werden, sodass weder Greifvögel, noch andere Tiere wie z.B. Katzen von oben in das Gehege gelangen können. Entsprechend feinmaschig muss das obere Gitter gestaltet werden. Dieses muss zudem so stabil gestaltet sein, dass auch große Tiere wie Hunde nicht das Gitter eindrücken oder absacken lassen können.
  2. Gefahr von unten
    Ein Hund kann ein nur loses aufgestelltes Gitter mühelos anheben oder verschieben, und ein Fuchs kann sogar ein am Boden fixiertes Gitter untergraben. Deshalb ist ein Freilaufgehege zur Abwehr von Gefahren durch andere Tiere unbedingt auch in die Tiefe entsprechend zu sichern. Im besten Fall fixiert man das Auslaufgitter auf einem mindestens 20cm in den Boden gegossenem Fundament, wenn die Tiere auch unbeaufsichtigt ganztägig den Auslauf ohne größere Gefahr nutzen sollen.
  3. Pflanzen / Unkraut
    Nicht jedes im Gras wachsende Kraut ist für Meerschweinchen geeignet, weshalb unbedingt darauf zu achten ist, dass der Meerschweinchen Auslauf im Außengehege frei von allen Pflanzen ist, die dem Meerschweinchen schaden können. So führt z.B. der übermäßige Verzehr von Klee, der in unseren Breitengraden vielfach auf Wiesen vorhanden ist, zu Blähungen und Durchfall. Am besten legt man frischen Rasen im Auslauf an.
  4. Fluchtgefahr
    Ein einmal geflüchtetes Meerschweinchen ist im Freien in der Regel nicht wieder einzufangen. Genauso, wie die Gefahr von fremden Tieren in den Käfig zu kommen, muss bedacht werden dass die Tiere auch nicht von innen nach außen kommen.
  5. Wetter / Klima
    Weder zu warm, noch zu feuchtkalt sollte es sein, sonst droht Schnupfen, eine Lungenentzündung oder ein Hitzschlag. Mehr dazu gibt es im Artikel Meerschweinchen Außenhaltung.
  6. Vernachlässigung
    „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Das ist leider auch immer wieder ein Thema. Meerschweinchen sind angewiesen auf täglich frisches Heu, Frischfutter und Wasser. Die Außenhaltung ist entgegen landläufiger Meinung nicht entlastender, sondern sogar arbeitsintensiver als die Innenhaltung von Meerschweinchen, weshalb sie im Sinne der Tiere wirklich nur Meerschweinchen-Liebhabern empfohlen ist.

Gefahren für Meerschweinchen im Käfig

Leider gibt es eine ganze Reihe gut gemeinter Zubehör Artikel aus dem Zoohandel, welche für Meerschweinchen eine ernste Gefahr darstellen können. Wir haben dazu einen separaten Artikel verfasst: Tierschutzwidriges Meerschweinchen Zubehör. Verzichtet im Sinne eurer Tiere auf derartiges Zubehör – auch wenn es ein gut gemeintes Geschenk gewesen ist. eBay ist auch der falsche Ort für derartiges Zubehör!

Im Grunde kann man zusammenfassen, dass viele Gefahren für Meerschweinchen aus der Gedankenlosigkeit ihrer Halter erst möglich gemacht werden. Versetzt man sich in die Lage der Tiere, kann man viele Gefahren schnell erkennen und entsprechend für Abhilfe sorgen. Den Meerschweinchen die ganze Wohnung oder gar den ganzen Garten zur Verfügung stellen zu wollen, ist dabei genauso wenig artgerecht, wie sie zur Sicherheit in einen kleinen Käfig zu sperren.

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