• Hallo da draußen,


    ich habe jetzt heute wegen ehrlicher Ratlosigkeit beschlossen, mich an euch zu wenden. Ich hoffe das ist ok und jemand hat einen Rat für mich. ^^


    Napoleon (10 Wochen) ist vor kurzem bei unserem Igor eingezogen und hat sich mittlerweile auch gut eingelebt. An sich ist er ein quicklebendiger und normaler junger Hüpfer, der seinen älteren Kumpel gerne mal etwas ärgert und mit Bocksprüngen durch den Käfig fliegt, wenn es Basilikum gibt.:D

    Trotzdem macht er mir etwas Sorgen, weil der kleine Napoleon öfters Bauchweh hat. Wo Igor immer wieder gut Heu o.ä. zwischendurch frisst, kennt Napoleon nur Vollgas auf alles was er an Frischfutter zwischen die Zähne bekommen kann und hat jetzt entsprechend immer wieder einen härteren Bauch. Medis sei dank ist es jetzt nie akut geworden. Trotzdem wundere ich mich: ist das bei ihm vllt eine Art Lernprozess bis er herausgefunden hat, was er wann wie fressen kann und legt sich u.U. von selbst? Oder liegt es wirklich an einer im Vergleich zum Vorbesitzer anderen Fütterung und ich muss es anpassen? Wenn ja: Wie findet man da ein gutes Maß und wie wird man dann beiden Schweinchen gerecht? Ich würde gerne verhindern, dass das Bauchweh einfach weiterwandert. :/


    Ganz liebe Grüße und Dankeschön schon mal von den Jungs und mir!

  • Herzlich Willkommen hier im Forum!

    Neben der Frage von Urfnip hätte ich noch weitere Fragen:

    • Wie lange ist er schon bei Euch?
    • Was gibst Du und wie lange, wenn er einen harten Bauch hat?
    • Wie sehen seine Böhnchen aus und macht er genug davon?
    • Wie entwickelt sich sein Gewicht?

    Ich habe schon mal die Empfehlung gelesen, Gras mit Heu zu mischen, wenn ein Schweinchen noch nicht viel Frischfutter gewohnt ist und zu schnell sonst frisst. Natürlich muss man es dann wieder wegnehmen, ehe es verdirbt.


    Ansonsten würde ich kleine Portionen mehrmals am Tag geben und auf Sachen am Anfang achten, die nicht so leicht blähen wie u.a. Karotte, Fenchel und frische Küchenkräuter. Bei Gras würde ich auf ausgereiftest Gras achten, also nicht das zarte grüne, sondern das festere bevorzugen. Mit Klee u.ä. würde ich warten bis er das andere gut verträgt.

    Es gibt noch mehr Empfehlungen. aber ich will Dich auch nicht zutexten für das Erste.

  • Danke für die lieben Nachrichten!


    Hat sich herausgestellt, dass mich mein Zeitgefühl total verlassen hat. Der Kleine ist seit Anfang August bei uns und mittlerweile 14 Wochen alt.

    Gewicht & Hinterlassenschaften sind soweit konstant gleich und normal - ich habe es immer recht früh bemerkt und es gleich gut „behandeln“ können. Zum einen durch rodicare 0,25-0,3 ml (wobei an max 1,5 Tagen am Stück 2x verabreichen gereicht hat. Habe in der Zeit wo wir ihn jetzt haben vielleicht 3x darauf zurückgriffen) und zum anderen (zumindest gehe ich davon aus) durch das Kräuterbuffet und Bauchmassagen (also nicht im Sinne von Handauflegung oder so. Mir ist bewusst, dass das alleine nix bringt, aber wenn es gedroht hat zu kommen, habe ich es beobachtet, massiert und erst noch mit Kräutern probiert).


    Allgemein zur Fütterung: Meine Schweinchen haben grundsätzlich 24/7 Zugang zu Heu und getrockneten Kräutern - für Napoleon jetzt mit extra Dill und Fenchel. Zusätzlich haben sie zum normalen Wasser auch immer Tee (im moment wechselt Alpenkräuter und Pfefferminz) zur Verfügung, was ihnen auch gut gefällt. Über den Tag verteilt gibt es Salat, Gemüse/ Obst und noch ein paar getrocknete Blütenmischungen/ Gemüsechips o.ä. Weil ich ähnlich zu Urfnip gedacht habe und die Freizeit es momentan zulässt, haben sie mehrmals am Tag, aber dafür nur begrenzt Zugang zu Gras.

    Was ich vielleicht verbessern könnte wäre das Frischfutter im Käfig auch zu begrenzen. Da haben sie auch rund um die Uhr Auswahl. Oder ist das eher eine schlechte Idee?


    Gras und Heu zu mischen ist ein interessanter Vorschlag. Das probiere ich morgen gleich aus. :D

    Was mir noch einfällt: die Vorbesitzerin hat dem Napoleon immer Lavendel gefüttert. Das habe ich ziemlich scharf reduziert, weil ich dachte, der ist giftig? Kann das zu Problemen geführt haben?

    Sry für die lange Nachricht. Ich will eigentlich auch niemanden zutexten, aber danke fürs lesen auf jeden Fall^^

  • Du brauchst Dich für lange Texte nicht zu entschuldigen. Im Gegenteil finde ich es wichtig, möglichst viel über die Tiere oder das Tier zu wissen, um einen passenden Rat geben zu können. Daher ist kurzer Text in einem solchen Falle in der Regel viel schlechter als langer informativer. :-)


    Ich antworte mal der Reihe nach:


    Wenn das Gewicht bei einem Tier zwischen 11 und 14 Wochen konstant ist, ist das schlecht. Er muss zunehmen in dem Alter. Oder meintest Du das anders?


    Ich nehme an, Du meinst Rodicare Akut? (Es gibt ja von Rodicare sehr unterschiedliche Mittel.)


    Mittel- bis langfristige würde ich auf getrocknete Kräuter verzichten. Meerschweinchen brauchen viel Flüssigkeit und viele von ihnen trinken nie. Das kann - zumal bei dem hohen Calziumgehalt von Trockenkräutern - leider in Blasensteinen enden. Frische Wild- und Küchenkräuter sind viel gesünder und im Freien oder im Garten oder im Geschäft immer erhältlich.


    Deine Angabe zum Futter finde ich noch etwas unklar. Wieviel Gemüse und welches und das gleiche vom Obst bekommen die beiden denn zusammen pro Tag?


    Gemüsechips machen m.E. keinen Sinn für Meerschweinchen - nur für das Zoogeschäft und den Hersteller. Gemüse gibt es immer frisch zu kaufen (oder aus dem Garten) und dann hat es mehr Vitamine und mehr Wassergehalt. Natürlich stirbt ein Schweinchen nicht von ein paar Stücken getrocknetem Gemüse. Aber warum sollte man das nicht in deutlich besserer und gesünderer Form verfüttern - eben als frisches Gemüse?


    Wenn er sich daran gewöhnt hat und nicht zu dick ist, brauchst Du das Frischfutter nicht zu begrenzen. Vorausgesetzt ist natürlich, dass es nicht aus Maiskolben, Süßkartoffeln, Honigmelonen u.ä. sehr stärke- und zuckerhaltigen Sachen besteht. Unsere Jungs bekommen hauptsächlich Grünzeug aus der Natur, blättriges Gemüse, frische Zweige und Heu sowie ca. 40g andere Gemüse und ganz wenig Obst pro Schwein und Tag.


    Du schreibst wiederholt vom "Käfig". Wie groß ist der denn?


    Für eine gesunde Verdauung ist auch Bewegung sehr wichtig. Deswegen und insgesamt für das Wohlbefinden der Schweinchen ist deshalb die Grundfläche des Käfigs bzw. Geheges sehr wichtig.


    Lavendel ist sicherlich nicht notwendig.

  • gut, dann fühle ich mich mal nicht mehr schlecht, dass es wahrscheinlich auch wieder länger wird. ^^


    Ich meinte konstant im Sinne von „Gewichtsverteilung“. Also ja, natürlich nimmt er zu, aber nicht so, dass er einen „schwappeligen“ Eindruck oder so macht - sieht eben wie ein sich ganz normal entwickelndes Böckchen aus.


    Alfavet RodiCare akut, ja.


    Ich hoffe, ich trete hier nicht sofort am ersten Tag jemandem auf den Schlips. Ich verstehe durchaus woher du mit deinen berechtigten Bedenken kommst, aber ich finde es kommt auch auf die Schweinchen und deren Verhalten bzw. Konsum an:

    Bis jetzt hat mir noch keines alle Kräuter weggefressen. Vielmehr haben sie alle ein gutes Gespür und fressen immer nur von dem in kleinen Mengen, was sie auch tatsächlich brauchen. In Napoleons Fall habe ich auch frischen Dill in den Käfig gepackt. Trotzdem habe ich auch andere einfach mal „vorrätig“ im Käfig und das wurde nicht missbraucht.

    Selbiges gilt für die erwähnten Gemüsechips. Ich weiß, dass es ganz viele verschiedene Ansichten gibt, aber es hat bis jetzt noch keinem Schweinchen geschadet, dass sie zusätzlich selbst getrocknetes oder gekauftes im Käfig haben. Manchmal knabbern sie gerne auf den härteren Sachen herum und das dürfen sie auch. Wenn sie was anderes wollen, haben sie die Karotten auch in normaler Form vorliegen.

    Damit das funktioniert muss immer genug anderes Futter vorhanden sein. Dann stehen die frischen Sachen ohnehin höher im Kurs und die trockenen sind eher zum drauf herum knabbern da.

    Geht aber auch nicht immer: Einmal hatte ich einen Kandidaten der war wie ein Staubsauger was solche Flakes anging. Damals wurde entsprechend reduziert, aber bei den beiden gerade klappt es in der Form recht gut.


    Die Aussage zum genauen Futter war absichtlich vage, weil das derzeit etwas schwankt. Ich will nämlich viel Abwechslung drin haben damit der Kleine auch möglichst viel kennt - etwas, das Igor leider in seiner früheren schlechten Haltung nicht durfte und heute etwas problematisch ist. Vielleicht, um ein grobes Bild zu haben wies im Käfig aussieht: Zweige und Blätter von unserem Apfelbaum, Salat (Kopfsalat oder Krauselsalat (? Gibts in lila und grün), Karotte und Gurke. Dazu kommt ab und an bisschen Obst wie Birne/ Apfel und zum probieren und „gewöhnen“ von Zeit zu Zeit Zucchini, Aubergine, Paprika, … . Also alles in allem möglichst abwechslungsreich und entsprechend in Probiergrößen damit er sich an neuen Sachen nicht überfrisst o.ä.


    Ist es nicht selbstverständlich, dass ich nach der Accounteröffnung im Forum und jahrelanger Haltung das Beste für die Kleinen möchte? Na ja, vielleicht ist es das nicht. Möchte gar nicht wissen, was ihr u.U. schon erlebt habt.

    Als Käfig bezeichne ich in meinem Fall jedenfalls momentan (ziehe beruflich bedingt um) einen selbst aus alten Regalen zusammengebastelten Käfig (Die weißen Steckregale von Ikea, falls du die kennst) mit einer Grundfläche von 3,5 Quadratmetern mit jeder Menge Versteckmöglichkeiten etc. und Napoleon nutzt diesen Platz auch fleißlich zum rumlaufen - die Metapher durch den Käfig zu fliegen wie in der ersten Nachricht geschrieben rührt nicht von irgendwo. Also an der Bewegung sollte es nicht liegen so viel wie der herumflitzt. :D


    Das mit dem Lavendel dachte ich mir schon fast. Bisher hatte noch kein Schweinchen Lavendel von mir bekommen. Aber auch da gibt es wohl wieder viele Sichtweisen…


    Was mir grad einfällt und was ich noch probieren könnte: Vielleicht fahre ich morgen nochmal los und kaufe ein anderes Heu. Von der letzten Sorte hatte der Kleine nämlich mehr gefressen und in Folge keine „besondere Aufmerksamkeit“ gebraucht. Seitdem ich es gewechselt habe, habe ich ihn seltener dort gesehen. Eventuell regt ihn ein erneuter Wechsel dann ja auch nochmal an und löst das Problem. :/

  • Amyseleven danke fürs einklinken und lesen. Wenn es wirklich nur daran liegt, wäre ich überglücklich. Feinschmecker sind die Süßen ja durchaus und dein Kommentar gibt mir Hoffnung, dass es sich vielleicht "von selbst" legt. Ich werde es in jedem Fall ausprobieren und beobachten - hoffe aber euch nicht noch mal belagern zu müssen. ^^


    Urfnip und Marie-Luise vielen lieben Dank auch für eure Zeit und eure Nachfragen. Wahrscheinlich wäre ich sonst noch ewig am herum überlegen.


    Muss ich das Thema dann irgendwie schließen? Oder wie handhabt ihr das hier denn üblicherweise? ^^'

  • Guten Morgen,


    Ich klinke mich auch mal eben ein. Ich habe aber auch nur kurz überflogen.


    Es ist äußerst ungewöhnlich, dass ein so junges Schweinchen regelmäßig Probleme mit der Verdauung hat. Im ersten Jahr können die kleinen quasi alles problemlos testen ohne, dass der darm irgendwie negativ reagiert. Die Grundvoraussetzung dafür ist, aber dass die darmflora entsprechend aufgebaut wurde. Dieser Aufbau geschieht durch den Blinddarmkot erwachsener Meerschweinchen. Den müssen Babys aufnehmen, um die wichtigen Bakterien etc in der Verdauung zu haben.


    Anscheinend ist da bei dem kleinen etwas schief gelaufen. Was weißt du über seine Herkunft? Seine Vorgeschichte?


    Ach so, und wenn ich ein Tier habe was Probleme hat, würde ich keinen Zucker geben und nicht täglich die Futtersorten wechseln. Damit tust du der darmflora leider keinen Gefallen 😉

  • Hi Letty,


    Danke fürs lesen. Nach einiger Überlegung ist mir aufgefallen, dass es eigentlich wirklich erst mit dem Heuwechsel angefangen hat. Ich weiß nicht, wieso das bei mir so lange gedauert hat, aber manchmal steht man wohl am Schlauch…

    Jedenfalls ist das neue schon da und bis jetzt sieht es gut aus. Werde mal weiter beobachten. :D


    Napoleons Vorbesitzerin war sehr nett und alles in allem hat es dort einen guten Eindruck gemacht. Gut. Über den Lavendel könnte man jetzt streiten, aber ich bezweifle, dass der Kleine je was schlechtes bis jetzt mitgemacht hat. So gute Verhältnisse habe ich leider längst nicht immer gesehen, wenn ich Schweinchen gekauft habe.