Ich kann aus eigener Erfahrung nachfühlen, wie schlimm es für die Halter ist, wenn die Schweinchen anhaltend Unfrieden haben. Es tut mir leid für Euch, dass der Versuch, Eurem Weibchen neue Gesellschaft zu geben, so schwierig geworden ist. Vermutlich wäre es besser verlaufen, wenn ihr einen souveränen aber freundlichen erwachsenen Kastraten zu ihr gesetzt hättet. Vielleicht hätte es sogar am Anfang mehr Stress gegeben. Euer Weibchchen ist ja relativ klein, dem Gewicht nach zu urteilen. Da hätte sie vermutlich relativ schnell einen Kastraten von z.B. 1.300g akzeptiert. Sicher wissen kann man es natürlich nicht, da es immer stark auf die Tiere selbst ankommt.
Ich schreibe das trotzdem, weil Ihr Euch ungewusst in eine schwierige Situation gebracht habt, mit der Wahl der zwei Jungtiere. Jetzt muss man versuchen, die Probleme möglichst abzumildern. Dazu ist eben der Platz eine Hilfe - wenn auch kein Allheilmittel. Zusammen mit den Auslauf hättet Ihr 2,5 qm. Das ist in meinen Augen immer noch knapp, mehr wäre besser. Das mag Dir maßlos erscheinen, weil man so etwas immer in Relation zu den bisherigen Gehege- oder Käfiggrößen sieht. Wir haben unsere Tiere seinerzeit in einem 120x60cm-Käfig von Privatleuten übernommen. Der Eigenbau von 200x100cm kam uns dann riesig vor. Mittlerweile würde ich selbst 2 Tiere nicht mehr darin halten wollen. Gerade bei Stress in der Gruppe, ist es wichtig, dass sich die Tiere zurückziehen können. Vielleicht wäre dann sogar Eure Penny entspannter und deshalb freundlicher.
Wenn der kleine Kastrat jetzt schon Penny gebissen hat, wird entweder sie massiver werden müssen oder er wird vermutlich bald die Oberhand bekommen. Das wäre zu hoffen, weil das am ehesten dauerhaft Ruhe bringen könnte. Andernfalls könnte es sein, dass er in einigen Monaten übernimmt, weil er dann schwer und stark genug ist.
Falls die Kleinen von einer Notstation kommen sollten, würde ich wahrscheinlich mit dem Betreiber sprechen, ob Ihr nicht einen passenden erwachsenen Kastraten anstelle der beiden Kleinen bekommen könnt. Das wäre natürlich ein harter Schritt - und vielleicht ist es ja auch nicht nötig. Auf jeden Fall würde ich genau beobachten und dann abwägen, was für die Tiere auf Dauer am besten ist.