Regenbogenbrücke

Shira ist jetzt ein Engel

Eure Meerschweinchen, die über die Regenbogenbrücke gegangen sind

  • Shira ~ 2012 – 18. Mai 2018


    Kleiner Engel, geh‘ ins Licht
    schau nicht zurück und weine auch nicht
    Doch der Himmel, er hat gerufen
    so geh‘ hinauf die letzten Stufen
    Ein Engel warst du zu jeder Zeit
    und bleibst es nun auch in Ewigkeit
    Ich lasse nun los und lasse dich gehen
    hoffe ich doch, dich wieder zu sehen
    Dich vergessen, das werde ich nicht
    kleiner Engel, geh‘ ins Licht.



    Liebe Shira,


    jetzt ist es schon zwei Wochen her, dass du nicht mehr hier bist und es fühlt sich immer noch komisch an. Im Gehege ist es so leer. Du fehlst einfach. Die letzten Monate habe ich morgens als erstes geschaut, wie es dir geht. Abends ging der letzte Blick auch zu dir.


    Der Mensch fliegt zum Mond, aber wir konnten nicht rausfinden, was dir fehlte. Das ist doch verrückt.
    Seit Dezember haben wir gekämpft. Es fing mit Durchfall an, dann Fressunlust, Diagnose Kokzidien, Aufgasungen, eine rätselhafte Umfangsvermehrung an der Lunge, Ballengeschwüre, Zahnprobleme, Wunden in der Mundschleimhaut, hervorstehende Augen, Nasenausfluss, Lungenentzündung, röcheln, Ohrenentzündung, und endete mit Verdacht auf Schlaganfälle, einer Untertemperatur und der traurigen Gewissheit, dass nur noch die Erlösung Hilfe für dich ist.





    Eine schwere Entscheidung, die aber richtig war. Du hattest die Tage zuvor so viele Medikamente bekommen und trotzdem hat sich dein Zustand nicht gebessert. Wir konnten nichts mehr tun.
    Es gab Höhen und Tiefen in den Monaten. Du hast so tapfer gekämpft und hast dich nicht unterkriegen lassen. Was du letztlich hattest, weiß ich nicht. Du brauchtest lange zwei Antibiotika, von denen du nicht wegkamst. Deine Zähne waren nicht die Ursache, trotzdem hast du lange Zeit nicht selbst gegessen. Den Brei hast du gut angenommen und mit Leckerlis konnte man dir auch immer eine Freude machen.
    Nach Ostern ging es dir wieder richtig gut. Nach monatelangem Päppeln hast du wieder selbst gefuttert, zugenommen, warst wieder ein normales Schweinchen, Woche für Woche wurde es besser. Ich war so glücklich und dankbar. Doch dann wurde es wieder schlechter. So schlecht, dass wir dich erlösen lassen mussten. Die Erkenntnis, dass es nun vorbei ist, tut immer noch weh. Ich wollte dir so gerne helfen. Du solltest einfach wieder gesund werden.





    Du hast so tapfer gekämpft. Ich war auch so oft erstaunt, wie du all die Sachen weggesteckt hast. Beim Wechseln der Fußverbände zum Beispiel warst du total ruhig und hast nebenbei deine Leckerlis gefuttert. Tag für Tag hast du das mit dir machen lassen - und es hat sich gelohnt: deine Füße waren nach ein paar Wochen wieder heile und du konntest wieder ohne Schmerzen rumlaufen.



    Am 28. Juni 2014 bist du zu uns gekommen, von der Notstation in Köln. Man hatte dich aus einer Messi-Haltung befreit. Eigentlich hatte ich deine Schweine-Freundin Dagmar angefragt. Diese ist aber noch in der Pflegestelle während einer Behandlung gegen Kokzidien verstorben. Und somit wurde ich gefragt, ob ich denn Interesse an dir hätte. So traurig ich damals wegen Dagmar war, so glücklich bin ich heute, dass ich dich kennenlernen durfte. Du warst so ein liebes, ruhiges Schweinchen, hattest nie Stress mit den anderen gemacht. Anfangs warst du eher zurückhaltend, schüchtern und lieber im Hintergrund. Doch irgendwann bist du aufgetaut, und wurdest sehr zutraulich.





    Wir werden vermissen,…


    … das artigste Meerschweinchen, das man sich vorstellen kann. Wenn du beim Päppeln mal pinkeln musstest, hast du gewartet, bis ich dich ins Gehege gesetzt habe.
    … dein entspanntes Liegen im Heuhaufen. Darauf war immer Verlass: Wenn ich Heu ins Gehege gelegt habe, lagst du spätestens 2 Minuten später mittendrin und hast entspannt gedöst.
    … deinen süßen Blick, wenn du einen angeguckt hast, als ob du mit deinen Augen lieb fragen würdest, ob du ein Leckerchen bekommen darfst.
    … wie du deine Füßchen auf den Bettelstein gestellt hast
    … deine liebenswerte und entspannte Art.
    … wie du beim Betteln ein Füßchen leicht angehoben hast, als wolltest du Pfötchen geben
    … wie du erfreut zaghaft angelaufen gekommen bist, wenn du gemerkt hast, dass jemand ins Zimmer gekommen ist
    … deinen eleganten Gang, du bist eher getänzelt
    … deine einmalige Fellzeichnung
    ... wie fein du immer dein Näschen geputzt hast
    … wie du beim Dösen deine Vorderpfötchen ausgestreckt hast
    … wie deine Augen rot geleuchtet haben, wenn Licht reingefallen ist
    … unser Moppelchen. Du warst immer gut im Futter mit deinen 1,4kg.




    Liebe Shira,
    ohne dich fehlt hier einfach was. Ich vermisse dein entspanntes Gedöse im Heu. Wenn die anderen Schweinis aufgeregt nach Futter gerufen haben, hast du erstmal abgewartet, ob es sich denn auch lohnt loszulaufen.
    Die Heuhaufen waren einfach immer dein Ding. Du liebtest es, darin zu liegen.
    Durch die letzten Monate wurdest du sehr anhänglich, weil wir durch das Päppeln viel Zeit miteinander verbracht hatten. Du hast dich daran gewöhnt, dass du immer Leckerlis bekommst. Wenn man ins Zimmer gekommen ist, bist du immer ganz erfreut angelaufen gekommen. Da konnte man natürlich nie nein sagen.


    Ich hoffe, du hattest hier eine schöne Zeit. Ich bin froh, dass ich dich kennenlernen durfte.
    Danke, dass du so tapfer gekämpft hast. Auf der Regenbogenwiese wartet unsere Pflümli auf dich, die mit dir damals aus Köln zu uns gekommen ist.
    Jetzt bist du endlich wieder gesund, hast keine Schmerzen mehr und kannst wieder alles futtern, was du möchtest, bis du wieder ein kleines Moppelchen bist.
    Danke für die schöne Zeit mit dir. Vergiss uns bitte nicht. Du bleibst unvergessen!



    Auf Wiedersehen, Shira-Maus!


    In Liebe
    Deine Familie

  • Das tut mir wirklich sehr Leid um Shira, was für ein außergewöhnlich schönes Schweinchen und was für ein schöner Nachruf!


    Fühl dich gedrückt.


    Liebe Shira, hab viel Spass auf der Regenbogenwiese und lass es dir dort gut gehen. Sicherlich hast du schon ganz viele Freunde zum spielen gefunden.

  • Mein Beileid :cry:
    Was für ein wundervoller Nachruf.
    Sie war sehr tapfer und eine große Kämpferin.


    Bei dir hatte sie ein schönes zu Hause und die beste Pflege.



    Ich warte auch immer noch darauf, dass Josie aus irgendeiner Ecke vom Gehege kommt und nach Futter quickt :(


    Ich wünsche dir viel Kraft für die weitere Zeit und fühl dich gedrückt