Meerschweinchen Krankheiten / Gesundheit

enzephalitozoonose

Umgang mit kranken Schweinchen, Therapien, Medikamente und Heilungsverlauf.

  • Hallo,
    ich weiß, daß hier Krankheit und Gesundheit unserer Lieblinge angesprochen werden......aber ich brauche dieses Forum einfach nur grad zum reden, um mit meinem Problem nicht alleine dazustehen.
    Denn nur Menschen mit eigenem Tier können das jetzt verstehen.
    Seit Samstag geht es meiner kleinen Henriette gar nicht gut. Ich bemerkte, dass sie nicht fressen wollte, flach atmete und sich nicht so bewegte wie sonst. Also bin ich mit ihr zum Tierarzt gefahren. Auf dem Weg dorthin hörte ich, dass Henriette am Heu knabberte.
    Auch die Tierärztin fand nichts und meinte, dass sie einen gesunden Eindruck macht.
    Ich war ja soooo erleichtert und wir scherzten noch, dass ich wohl mit dem Gang zum Tierarzt nur drohen muss und schon wird das Tierchen gesund.
    Am Sonntag morgen war dann genau dieses Tierchen ein Bild zum Heulen. Sie saß ganz apathisch in einer Ecke, bewegte den Körper gar nicht mehr und der Kopf wackelte nur noch hin und her, so wie bei einem Wackel-Dackel.
    Also hab ich heulend meine Henriette eingepackt, die, wenn man sie anfasste, herzzerreissend schrie und ab zum Tierarzt. Dort wurde dann die Vermutung von Enzephalitozoonose geäußert, mit wenig Aussicht auf Heilung.
    Aber die TÄ, selber Meeri-Halterin, startete dann mit Vitamin B, einem Tropf und AB.......ein Meeri, das schrie und strampelte. Die TÄ zeigte mir dann auch Henriettes Augen, die ständig hin und her gingen und ich müßte mir das so vorstellen als würde die Kleine ständig Achterbahn fahren.
    Zuhause sollte ich sie dann von der Gruppe fernhalten, um möglichst Streß zu vermeiden, ihren Platz abdunkeln und ihr immer wieder versuchen etwas Wasser ins Mäulchen zu geben.
    Ich hab dann einen kleinen Teil vom Gehege, der für mich gut zugänglich und einsehbar ist, abgetrennt und sie unter ihre Korkröhre gesetzt, dann viel Heu und auch Frischfutter zu ihr gegeben. Einmal hat sie etwas Wasser bekommen, aber sie schrie so fürchterlich dabei, dass ich sie wieder losgelassen habe, um ihr weiteren Streß zu ersparen.
    Gestern immer noch keine richtige Besserung, beim TA dann die selbe Medi-Gabe plus Cortison. Nur den Kopf schlug sie nicht mehr ganz so wild herum.
    Tja, und heute............sie ist wirklich eine kleine Kämpferin (und erst knapp ein Jahr alt) und bekam noch einmal eine AB-Spritze und etwas Wasser beim TA.
    Aber die Ärztin meinte, da ich ja morgen wieder für die Spritzen da wäre, sollte man überlegen, ob eine andere Therapie oder das Erlösen anzuraten wäre.
    Ach liebe Foris, ich bin total fertig mit den Nerven.
    Henriettchen frißt immer ganz brav ihr geliebtes Allgäuer Heu, nur heute kann ich sie noch nicht einmal für Frischfutter (Feldsalat) begeistern. Aber die Verdauung funktioniert bei ihr. Doch die Schiefhaltung und das Wackeln des Kopfes ist immer noch, und ganz besonders in Stresssituationen ganz schlimm.
    Und vor 30 Minuten, während ich hier am schreiben bin, höre ich sie unten schreien. Also hin, und fragt mich bitte nicht wie sie das gemacht hat, aber sie krabbelte wackelnd durch das große Gehege.
    Ich habe keine Ahnung wie sie aus ihrem kleinen Gehege dahin gekommen ist........ich weiß nur, dass sie den Rudi (unsern Kastraten) ganz dolle vermisst (und er sie wohl auch, denn ab und zu legt er sich ganz nah an die Abtrennung).
    Während ich das schreibe könnte ich schon wieder heulen wie ein Schloßhund.
    Sie will nicht alleine sein, kann sich aber nicht gegen die anderen Mädels wehren und Rudi kann ich nicht auch noch aus der Gruppe nehmen, dann drehen die anderen Weibchen wahrscheinlich auch bald durch.
    Einerseits frißt sie ihr Heu, aber kein Frischfutter mehr, und wenn sie sich bewegt, dann klatscht das Köpfchen immer irgendwo gegen und sie weiß wohl nicht wo sie ist. Aber Erbsenflöcken hat sie heute ein paar gefuttert.
    Was soll ich denn nur tun? Ich bin so verdammt ratlos und ............und wollte das einfach nur mal aufschreiben und Menschen mitteilen, die mich bestimmt verstehen und nicht blöd reagieren, weil ich um ein kleines Meeri-Leben kämpfe.
    Eure
    Amber

  • Hier verstehen dich sicher alle, denn viele (ich auch) haben hier schon um das Leben ihrer Schweinis gekämpft.


    Die Krankheit deiner Kleinen sacht mir selbst nun nichts, aber es ist klar das sie gerade jetzt nicht alleine sein möchte, da sie wohl selbst nicht weiss, was mit ihr los ist. Wenn dein Kastrat sie etwas tröstet und sie dann glücklicher ist, würde ich ihn mit ihr zusammen setzen. Die anderen Weibsen werden sicher eine weile auch so klar kommen.


    Ich hoffe, das eine andere Therapie der kleinen Maus helfen kann. Selbst wenn es nicht heilbar ist, so gibt es ja viele Medikamente, die zumindest die Sympthome unterdrücken.


    Alles gute wünsche ich und viel Kraft.

  • Hey Amber,


    ich denke das dich jeder hier total verstehen kann! Und ich, und sicherlich die meisten wissen hier, wissen wie man sich fühlt wenn man um das Leben eines geliebten Haustieres kämpft.


    Vielleicht möchtest du deine Tierärztin mal auf Cerebrum ansprechen, das ist ein Mittel was mein Ole mal bekommen hat, als er ganz schlecht dran war (Lahmheit, Kopf- Körperschiefhaltung, Apathie usw.). Meine TA hatte ihn eigentlich aufgegeben, aber Cerebrum in Kombination mit Vitamin B Komplex haben Wunder gewirkt. Und er springt heute noch, über 3 Jahre nach dem Vorfall, quietschfidel durchs Gehege.
    Ich denke schaden kann es nicht.


    Drücke dir ganz dolle die Daumen für deine kleine Kämpferin!

  • Hey,


    ich glaube jeder hier versteht dich, es tut mir wirklich Leid, dass es deine kleine Maus so schlimm erwischt hat. :cry:


    Bekommt deine Kleine nur Antibiotikum und Vitamin B?
    Dann frag deine Tierärztin mal nach Fenbendazol, das wird soweit ich weiß bei Kaninchen über 4 Wochen verabreicht.


    Generell könntest du mal in einem Kaninchenforum nachfragen, bei Kaninchen ist diese Erkrankung schon länger bekannt und auch weit verbreitet. Deshalb haben die mehr Erfahrungen damit.


    Liebe Grüße, ich drück dir die Daumen.

  • Hallo Kachri, Erbsenflocke und Christiane,
    vielen vielen lieben Dank für eure tröstenden Worte.
    Ich wußte doch, dass man mich hier im Forum versteht. Danke.
    Ich habe tatsächlich gestern Abend noch das Gehege so verändert, dass Henriette mit Rudi in der einen Hälfte übernachten konnte............wenn ein kleines Meeri sich auf dem Bauch robbend vier Meter mit wackelndem Kopf bis zum Rudi durchs Gehege gekämpft hat, dann wollte ich ihr auch diesen Wunsch erfüllen.
    Gestern Abend hat sie dann auch ein wenig Tomate und Apfel gefuttert...........und ein paar Erbsenflocken.
    Aber heute morgen ist leider immer noch keine wirkliche Besserung eingetreten. Wir waren gerade auch beim TA. Henriette hat wieder zig Medikamente erhalten und die TÄ fand auch mögliche Medikamentenvorschläge interessant. Sie will jetzt doch noch bis Samstag abwarten, allerdings gibt sie immer noch der Kleinen nur wenig Hoffnung. Morgen gebe ich den Medikamentenvorschlag von christiane gerne weiter.
    Und ausgerechnet jetzt Freitag muß ich auch noch den kompletten Tag arbeiten (8-17 Uhr). Die TÄ hat mir angeboten, dass Henriette von Donnerstag Abend bis Samstag Morgen dann in der Praxis bleiben könnte....................aber ich weiß nicht, da wäre sie dann auch wieder ganz alleine, zwar unter Aufsicht des Praxispersonals, aber ohne ihren Rudi..................und dann am Samstag wahrscheinlich die Entscheidung. Es ist doch alles sch....!
    Danke, dass ich mich hier ausheulen kann und danke für das Verständnis.
    Ich könnte echt den ganzen Tag nur heulen, muß mich aber zusammreißen, wenn ich bei der Arbeit im Kindergarten bin und ein fröhliches Gesicht machen.


    Danke für eure guten Wünsche, ich gebe sie an Henriettchen weiter.
    LG
    Amber


    PS: Rudi war heute morgen allerdings so sauer auf mich, dass er tatsächlich mich ganz fest gezwickt hat. So was hat er noch nie gemacht - aber ich glaube meine anderen Meeris sind auch alle irgendwie durch den Wind. Pauline vermisst ihre Freundin und Spielkameradin wohl auch ganz doll, denn sie hängt fast nur in der Hängematte rum.

  • Hey,


    ich würde sie wohl nicht beim TA lassen, wenn sie so an Rudi hängt (was ja offensichtlich ist) würde sie in der TA Praxis wohl vollkommen dicht machen allein in einer Box. Gibt es niemanden in deinem Familien- oder Freundeskreis der Freitags um die Mittagszeit mal nach ihr gucken kann?


    Ich drücke euch die Daumen für die Kleine!

  • Hallo ihr Lieben,
    ich konnte es wirklich nicht übers Herz bringen und die Kleine beim Tierarzt einfach abgeben.
    Deshalb hat sie heute morgen die Medikamente statt als Spritzen als Tropfen von mir ins Mäulchen bekommen - das hat sogar ganz gut geklappt.
    Lieblingsfutter, frisches Heu und noch ein kuscheliger warmer Platz und sie hat den Freitag gut geschafft.
    Leider ist aber immer noch keine Besserung eingetreten, was Bewegung (so als wenn die Füßchen sie nicht tragen wollen) und Kopfwackeln angeht.
    Morgen früh steht jetzt der nächste TA-Termin an........und dann soll besprochen werden wie und ob es jetzt weitergeht.
    Mir graut es total vor diesem Termin.
    Ein Meeri, welches frißt, Verdauung hat und sich lauthals ärgern kann, aber sich nicht wirklich bewegen kann (und daher auch nicht wehren kann) und daher von der Gruppe getrennt ist.......
    und nur ab und zu mal Besuch vom Kastraten hat.
    Ist es trotzdem in Ordnung die Kleine so am Leben zu halten, oder denke ich zu egoistisch oder zu menschlich?
    Naja, morgen erfahre ich dann mehr.
    Viele liebe Grüße
    eine ratlose und hoffende Amber

  • Hallo,
    ich wollte mich mal wieder melden.
    Leider gibt es keine Besserung bei meinem Henriettchen. Das Gegenteil ist sogar seit zwei Tagen der Fall. Sie rührt nicht mehr wirklich viel vom Frischfutter an (ein bißchen Tomate, Apfel und Kräuter). Nur das Heu scheint ihr immer noch gut zu schmecken.
    Auch die Medikamentengabe klappt noch ganz gut - obwohl sie, so hab ich jetzt manchmal das Gefühl, daß sie sich einfach nur noch in ihr Schicksal ergibt.
    Und obwohl sie sich ja auch nicht wirklich viel bewegt, nur immer ein paar Zentimeter hin-und herrobben, klappt aber noch die Verdauung.
    Allerdings scheint sie jetzt so gar kein Interesse mehr an den anderen Meeris zu haben. Obwohl ich ein wenig umgebaut habe, so daß alle sich am Gitter beschnuppern könnten, hält sie sich total davon fern.................und auch die anderen scheinen kein Interesse mehr an weiteren Kontakt zu ihr zu haben.
    Jetzt kommt es mir irgendwie wirklich so vor, als wenn sie sich Schritt für Schritt, Stück für Stück, aufgibt.
    Manchmal denke ich wirklich: Ach wenn doch die Natur da jetzt eingreifen und entscheiden würde.


    ...........denn ich kann es noch nicht.
    Viele Grüße.
    Amber
    PS: Bei der letzten tierärztlichen Untersuchung meinte die TÄ, dass es auch ein Schlaganfall sein kann, der bleibende Schäden nun hinterlassen hat. Genaueres könnte man nur nach einer Punktion sagen, welche aber bei Henriettes Krankenstand nicht anzuraten wäre.

  • Also du musst dringend zu nem Tierarzt, ggf in einer Tierklinik.
    Was wurde denn alles schon gemacht?


    Sammel von ihr auf jeden Fall eine Kotprobe und lasse sie einschicken.
    Wurden die Zähne kontrolliert? Wurden Röntgenbilder erstellt?


    Am besten ist, wenn du Frischfutter mixt und dies mit einer Spritze ohne Nadel aufziehen kannst.
    Dafür waren die alten grünen immer gut. Da konnte man oben die Spitze abschneiden.
    Wenn sie nicht mehr viel frisst, sollte sie gepäppelt werden. Wenn sie noch gut Heu frisst, dann kannst du sie alle 4 Stunden päppeln mit 10 ml.


    Wo will sie ne Punktion machen?


    Vitamin B ist super, falls es ein Schlaganfall gewesen sein sollte.

  • Hallo Chrissi,
    ich war vor eineinhalb Wochen sieben Tage lang beim TA gewesen.
    Sie hat nach der ersten Diagnose AB, Vitamin B, eine Infusion und ein homöopathisches Mittel erhalten. Ab dem dritten Tag erhielt Henriette dann auch noch Cortison.
    Zur Zeit erhält sie jeden Tag wieder die Medikamente wie zu Beginn..........nur nicht als Spritzen beim TA, sondern als Tropfen ins Mäulchen hier zuhause.
    Die TÄ waren sich durch die typischen Symptome eigentlich ziemlich sicher, dass es sich nur um zwei mögliche Krankheiten handeln kann. Entweder die Enzephalitozoonose, die wohl selten beim Meeri auftaucht, sondern eher bei Kaninchen, Hunden und Katzen.
    Und die andere Möglichkeit wäre dann der Schlaganfall.
    Sicherheit könnte halt die genannte Punktion geben, wo dann Flüssigkeit aus der Wirbelsäule entnommen werden müßte. Davon riet die TÄ allerdings ab, da es für das Tier ein zu großes Risiko wäre und eigentlich, egal welches Ergebnis dabei rauskommt, die Medikamenten-Therapie eigentlich nicht viel anders aussehen würde.
    Die Zähne wurden direkt zu Beginn kontrolliert und auch Herz und Lunge wurden abgehört.
    Da die Verdauung gut funktioniert waren Röntgenbilder nicht notwendig.
    Das Allgäuer Heu frißt sie weiterhin gerne und Flüssigkeit (Wasser oder Fencheltee) erhält sie direkt ins Mäulchen.
    Als Frischfutter nimmt sie zur Zeit nur Tomate, Möhren- und Fenchelgrün, Apfel und Kohlrabiblätter zu sich (von dem allem natürlich nur in entsprechenden Mengen und abwechselnd) , ganz selten geht sie dann mal an ein oder zwei Endivien- oder Radicchio-Blätter.
    Gestern habe ich dann einfach mal wieder den Kastraten für ein paar Stunden zu ihr gesetzt, erst gab es ein wenig Streß - aber dann hat Rudi sein Henriettchen wohl wieder beruhigt.
    Naja, mal schauen wie es mit der Kleinen weitergeht.
    VLG
    Amber

  • Bitte setz die Schweine nicht hin und her. Lass sie doch gleich in der Gruppe.
    So muss die Rangordnung jedes mal neu geklärt werden und das ergibt diesen Stress und die Krankheit kann schlimmer werden. Das Immunsystem wird dadurch nur geschwächter.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch bei Kaninchen diese Diagnose nur über eine Punktion von der Wirbelsäule gemacht werden kann. Da kennen sich die Ninchenhalter hier sicher besser mit aus.


    Es wäre doch mal gut, ein großes Blutbild zu machen.


    Hat sie in der Zeit abgenommen und ja, wie viel?

  • Ist die von Dir genannte Diagnose das EC, wie es oft abgekürzt wird? Oder was anderes?
    Über EC findest Du im anderen Meerschweinchenforum eine Menge. Bin glücklicherweise noch nie betroffen gewesen, habe aber im Hinterkopf, dass ein bestimmtes Medikament, früh verabreicht, helfen kann.


    Wutzfan

  • Dieses Medikament heißt Panacur, Wirkstoff ist Fenbendazol! Eigentlich ist es eine Wurmkur, keiner weiß warum es hilft, aber das tut es. Dazu wird Antibiotika gegeben und Vitamin-B-Komplex.
    Die Krankheit die korrekt Encephalitozoon cuniculi (Sternguckerkrankheit) heißt ist unheilbar, nur die Schübe können gelindert und verhindert werden.
    Bei einem meiner Meeries wurde diese Krankheit auch vor Jahren diagnostiziert. Es stellte sich dann aber bei einem anderen Tierarzt heraus, daß das Schweinchen in Wirklichkeit eine heftige Mittelohrentzündung hatte. Es hat gedauert, aber es wurde wieder gesund. Es hat eine Störung der Bewegungsmotorik zurückbehalten. Wären wir zu keinem 2. Tierarzt gegangen, dann wäre der Kleine jetzt tot.
    Gabi

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