Meerschweinchen Krankheiten / Gesundheit

Simon kann nicht mehr fressen

Umgang mit kranken Schweinchen, Therapien, Medikamente und Heilungsverlauf.

  • Hallo Pamela!



    Ich sah eben erst und ehr zufällig Deine Antwort und wähnte meinen Beitrag/ Bericht schon im Papierkorb, weil ich ihn nicht fand. Anlass heute hier zu sein war ehr Zufall, weil ich online nach Ovarialzysten bei Meerie Mädels suchte und von einer Bekannten da instruiert wurde, was ich homöopathisch geben solle, aber nicht weiß, wie sie selbst zu der Zusammenstellung kam.


    Danke für deine ausführliche Antwort. Ich lese im Detail immer mehr Ähnlichkeiten, u.a. zum Beispiel die Aussenhaltung und die "challenge" sie rein zu holen. Das war bei mir am 24.12.2013 so.


    Nerzchens Mutter wurde noch draußen geboren, bei -17 Grad! Aber freilich mit einem Strahler, als die Wusler da waren.


    Auch sehe ich in jedem 2. Halbsatz, dass Du Dich genauso weggeschmissen hast, wie ich es selbst kenne und ich kann Dir sagen, wie ich es unterm Strich für mich halte: immer wieder, v.a. nun bei Nero, dem Vater von Nerzchen. Sonntags per Notfall schnell in die Tierklinik, Besprechung, er bleibt da und tut etwas, was er noch nie tat, er leckt mir die Hand ab bevor ich ihn zurück in seine Box gab und ihn der Sprechstundenhilfe zurückließ. Ich rede ihm zu, gebe ihm noch Wasser, streichle das Fell und wie könnte man ein Meerschweinchen nicht abschmusen wollen und bei GOTT, das soll mir keiner sagen, dass sie die Geste zwar nicht schätzen, aber verstehen, zumal er mir selbst die Hand abküßte. Heute geht es mir genauso wie Dir und ich darf mich den Emotionen nur vorsichtig nähern und wenn es sehr weh tut (warum tut es weh?) erkläre ich es mir so, dass ich wütend darüber bin nicht mehr getan haben zu können und frag(t)e mich dann haarklein, ob ich etwas übersehen habe und wo der "Fehler" in der Sichtweise war?


    --> Habe ich zu zögerlich reagiert, zu langsam? Der Mann neigt dazu ein riesen Fass aufzumachen: "ich bin schuld!". Das habe ich gut drauf, v.a. wenn ich sehe, dass ich der Freund von Meerschweinchen "bin" und nicht Meerschweinchen "habe".


    Nerzchen hat sich, wie Simon langsam verabschiedet. Nero rabiat, aber nicht minder liebevoll und wenn ich ihn eben vor mir sehe und Tränen hervorkriechen spüre, sehe ich ein dankbares Tier, dem ich es an fast nichts fehlen lies. Ein toller Typ, der gemütlich, sittsam mit gravitätischer Haltung es neben seinen 2 Söhnen mit einem Weib im Stall aushielt, nein, er tat so, als ober aushalten musste und in Wirklichkeit war der so schlau Kompetenzen zu delegieren: Nerzchen ist das Wachböckchen, Herzchen der Vorkoster und er hatte die liebe Not -leider, oh, was bedaure ich ihn dafür- das Weibchen lieb haben zu müssen, was freilich auch eine wichtige Arbeit ist in einer Zimmerherde, wo man mir, dem Herrchen wirklich alles sagen musste. Als Nerzchen starb, war Nero 3 Tage verschwunden. Er zog sich zurück und damals war es wohl, dass der Abszess sich langsam zu bilden begann. Ich weiß heute noch nicht, ob und wie man das erkennen kann, aber unsere Haus-TÄ sagt kategorisch "nein".


    Meerschweinchen produzieren leider, sagt sie, sehr viel Eiter: keine Chance auf ein Erkennen und ein heilen, zumal hinter dem Auge. Tasten konnte man das Ganze schon, wenn man es weiß: Oberlid und Unterlid waren sehr sehr geschwollen! Die gute Grundsituation, ein starkes Tier also, gut ernährt und in der Herde friedlich gesettet, trugen a.) dazu bei, dass er den Abszess so lange ausgehalten hat und b.) dass er die Schmerzen mit Schlaf kompensieren konnte.


    Er fraß bis ganz zuletzt und liegt aber nun im Wald in einer Runde Stiefmütterchen und Topinambur: sie, letztere, gehen gut an und blühen schön gelb und sind sehr sehr vermehrungsfreudig, so sie Wildsauen nicht ausgraben. Bei den "Särgen" hätten sie aber ein Problem: Sie sind mit Hasendraht umwickelt. Der macht das Leben schwer und ärgert auch den Fuchs.



    Was bleibt ist die Frage: hast Du, Freund wirklich gewusst, was Du mir wert warst und das meine ich, wenn ich frage: wusste der kleine Kerl da, das Fellhäufchen mit dem aalglatten, lackschwarzen Fell, dass er willkommen war - und ich muss heute mit einem Lächeln sagen "ja". Ich habe alles gegeben, was ich hatte und auch wenn ich heute mehr weiß, als vor 5 Jahren, das ich geben könnte, so gab ich damals mindestens das: einen Käfig mit Ruhe, seinen Gewohnheiten entsprechend habe ich ihn gelassen und NICHT, wie mir empfohlen wurde, als frisch-kastrierten von dem in der Niederkunft befindlichen Weibchen separiert (das muss man sich vorstellen, was für Irre sind das?) und habe ihn mit Heu zugeschmissen und in Ruhe gelassen und leise zu ihm gesprochen, weil der so ängstlich um seinen Nachwuchs besorgt gewesen ist und ihm die Leckerein haufenweise nicht "zugeworfen", sondern hingelegt.



    Doch, das bleibt, wenn ein Tier tot ist und ich "im letzten Moment" vielleicht versagt haben könnte aber dann doch, dass ich zwar nicht erkannt habe, was ihm fehlt, aber als er noch gelebt hat, da war ich ihm in Verantwortung ein liebendes Gegenüber und habe ihn nicht vermenschlicht sondern Tier in seiner sozialen Umgebung sein lassen. Aber irgendwie muss die Kommunikation mit mir ja stattfinden und so lernte ich Verhaltensdialog mit Meerschweinchen.



    Könnte man das auch von Dir und Simon sagen??


    (Nicht umsonst forschen Prof. Dr. N. Sachser und sein Team in der Sozialforschung an Meerschweinchen und nicht an Wühlmäusen.)



    Ich lese, wie Du alles in Bewegung gesetzt hast und sogar die "Sippe", Deine Verwandten und Freunde meine ich, gebrieft hasst, dass sie ihn füttern. Hat das geklapt? So ein Meerschweinchen kommuniziert nämlich immer, auch mit Deinen Hilfsfütterern und eines weiß ich heute sicher: wir werden in solchen Augenblicken zum Ersatzschwein für den Kranken, weil er eben so oft auf der Hand ist und weil wir uns da klein machen müssen und nicht mit dem Kopf alleine füttern, sondern mit dem Herzen. Das Tier gewöhnt sich sehr an den Menschen als Ersatz und wenn der dann spontan wieder weg ist, ist die Herde nicht sofort ein adäquater Ersatz und Heimat. Der Übergang darf nicht zu scharf sein. Lieber mal alleine in einem Tuch sitzen lassen für eine Stunde.



    Da ich früher (vor 20 Jahren) ein großer Verfechter der Homöopathie (kurz "Hp")war, sollte ich mich auskennen und ich stelle fest, ich war nie dahinter gestanden und habe die Hp. nur weiter empfohlen, bin aber immer innerlich auf Distanz geblieben. Nun geht es Nerzchens (Herr N.) Mutter elend und sein Vater starb also vor einer Woche. Am Montag vor einer Woche rief mich die Ärztin aus der Klinik gg. 4 Uhr nachmittags an und meinte, ich möge bitte so entscheiden, dass sie ihn nicht mehr aufwachen läß; der Abszess hinter dem Auge, den sie operativ zu entferen gedachte, war riesengroß und hatte den Schädelknochen (die Abgrenzung zum Gehirn hin) bereits stark angegriffen. Ich konnte es nicht entscheiden, denn "ja" sagen und einschläfern geht schnell, obwohl mir innerlichst klar war, dass es nur so gehen wird.


    Aber ich habe Nerzchen gepflegt und warum nicht auch Nero? Wenn 30% Chance bestanden hätten, hätte ich mein Leben umgestellt und wäre bei ihm geblieben. Tiere sind meines Erachtens der Modellfall für das Menschliche. Ich hätte ihn gepflegt, das amputierte Auge bzw. die Höhle gespült, Breichen gefüttert und so weiter, aber der Knochen muss nur noch eine Ansammlung von Löchern gewesen sein und die Chance, dass er das Spülen der Wundhöle oder auch nur den Druck der Tamponade in der leeren Augenhöhle überlebt wäre irgendwo unterhalb von 5% gewesen. So gab seine "Hausärztin" der Klinikärztin Bescheid. Es war eine Entscheidung für ihn.


    Das tut sehr weh, denn er war ein tapferes Tier und ich dachte, er schnattert also so, weil es seiner Frau schlecht geht und sie soviel Wasser im Unterhautgewebe einlagert und Fell verliert und
    es ihr eben dreckig ging und in Wirklichkeit bildete sich eine massive Abszessgeschwulst hinter dem Auge. Zeitlicher Vorlauf: ca. 4 Wochen.


    Keine Chance, wie bei Simon und Nerzchen, nur imm Gesamten ein übersichtlicherer Krankheitsverlauf.


    So kommen wir auch wieder erneut zusammen in der Erkenntnis der Wut (oder was auch immer Du da zu sagst), dass Menschen die Tiere gandenlos vermehren und inzüchtig verpaaren.


    Aber mal im Ernst Pamela, das, was die Tiere da so grausam erfahren und "wir", also z.B. Du und ich es ihnen gut gehen lassen, so gut wir können, das hat doch Charakter und es ist wieder eine Schablone: Menschen, die arglos quälen, ohne Verstand und geldigierig und nur am persönlichen seelischen Wohlbefinden interessiert ("Maaaamaaaaa, ich will ein Meerschweinchen, die sind soooo süß!! Dass da!") und Menschen, die kompromisslos Leben hegen und bewahren.


    Es mag nicht perfekt gelingen nach menschlicher Auffassung und es mag uns sagen, dass wir unfähig sind, aber es sagt auch, dass das Tier mit Sicherheit bemerkt hat, wie sehr es beachtet und umsorgt wurde.


    Der Rest ist Scham, dass der Mensch schon zu Seinesgleichen ekelerregend ist und wie könnte er da zu so arglosen Geschöpfen sich besser verhalten, wenn die Massenware Tier bei vielen Menschen nur als Hauptgericht verstanden wird?


    Ich zumindet mache mich für mein Plädoyer für das Tier regelmäsig lächerlich, auch wenn ich schon einschränkend nur noch sage: Leute, lasst sie doch wenigstens gut leben und züchtet nicht nur nachwachsenden Rohstoff!


    Ich schreib noch ein wenig fett rein Deinen Text.



    Schöner Stall! Ich suche instinktiv Apfelstücke. Meine lieben Apfel! Keine Äpfel in Oberösterreich??

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