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Tiere vom Züchter oder Nottiere aufnehmen?

Allgemeine Themen rund um Meerschweinchen, die in keine andere Kategorie passen.

  • Mit jedem Kauf bei einem Züchter kurbelt man leider die "Produktion" von Meerschweinchen an - und das während die Notstationen überquellen.

    Ich stimme dir da eher nicht zu. Hier ist so eine Diskussion wahrscheinlich fehl am Platze aber trotzdem würde ich gerne anmerken dass Tiere von verantwortungsvollen Züchtern nicht im Tierschutz landen, weil diese Schweinchen zurück nehmen und nur kastrierte Böcke rausgeben und so die Vermehrung bei Liebhabern verhindern. Die Tierheime quellen über wegen Tierfachhandel, Baumärkte, Gartencenter, schlechte Hobbyvermehrer und Kinderzimmer-Vermehrung. Eine solche Vermehrung ist, meiner Meinung nach, entschieden abzulehnen. Gegen eine gute Zucht, spricht für mich nichts. Irgendwoher müssen die Tiere ja kommen.


    Das ist zumindest mein Standpunkt. Jeder kann das sehen wie er/sie will. Am Ende sind wir uns zumindest einig, dass wir uns ein gutes Leben für alle Schweinchen und ihre Besitzer wünschen, auch ein die Ideen/Ansätze dafür unterschiedlich sind.

  • Ich stimme dir da eher nicht zu. Hier ist so eine Diskussion wahrscheinlich fehl am Platze aber trotzdem würde ich gerne anmerken dass Tiere von verantwortungsvollen Züchtern nicht im Tierschutz landen, weil diese Schweinchen zurück nehmen und nur kastrierte Böcke rausgeben und so die Vermehrung bei Liebhabern verhindern.

    Wir kommen gerade von Thema ab, aber da ich heute morgen erst diesen Post gelesen habe, wollte ich ihn gerne teilen:


    Vielleicht können wir die Posts ja in den entsprechenden Thread verschieben, den gibt's ja schon.

  • Danke für den Betrag nasentier. Es ist immer wieder erschreckend zu sehen wie viele schwarze Schafe es gibt. Das regt zum Nachdenken an. Sollte ich irgendwann meine Gruppe vergrößern wollen, werde ich wohl gucken ob ich den geeignetes Tier im Tierschutz finde.

  • Danke für den Betrag nasentier. Es ist immer wieder erschreckend zu sehen wie viele schwarze Schafe es gibt. Das regt zum Nachdenken an. Sollte ich irgendwann meine Gruppe vergrößern wollen, werde ich wohl gucken ob ich den geeignetes Tier im Tierschutz finde.

    Cool, dass das so schnell Anklang bei dir gefunden hat! Das freut mich wirklich.

    Klar, gibt es wirklich engagierte Züchter, die nach bestem wissen und gewissen ihre Tiere halten und das neue Zuhause aussuchen. Aber auch die können den neuen Haltern nur vor den Kopf gucken und somit nicht garantieren, dass ihr Tiere nie im Tierschutz landen.

    Wir als Tierschutzverein bekommen auch manchmal von uns vermittelte Tiere zurück, die ein einem Zustand sind, bei dem man nur mit dem Kopf schütteln kann. Und ich würde auch nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass noch nie eines unserer Tiere bei nem andern Tierschutzverein oder in nem anderen Tierheim gelandet ist, auch wenn der Schutzvertrag ausdrücklich sagt, bei Abgabe muss es zu uns zurück.

  • Cool, dass das so schnell Anklang bei dir gefunden hat! Das freut mich wirklich.

    Klar, gibt es wirklich engagierte Züchter, die nach bestem wissen und gewissen ihre Tiere halten und das neue Zuhause aussuchen. Aber auch die können den neuen Haltern nur vor den Kopf gucken und somit nicht garantieren, dass ihr Tiere nie im Tierschutz landen.

    richtig eine Garantie gibt es nie. Ich wollte auch nur sagen dass meiner Meinung nach nicht die liebevollen Züchter das Problem sind, sondern die Massenvermehrung und ungewollte/ unwissende Vermehrung bei uniformierten Haltern. Man sollte halt nicht alle Züchter in einen Topf werfen genauso wie nicht jedes Tierheim gute Arbeit leistet.

    Ich bin auch an meine Züchter geraten weil sie halt auch nottiere aufnehmen. Ursprünglich wollte ich nur Tiere in Not aufnehmen. Und dann waren die drei Babys einfach zu niedlich und haben mein Herz gestohlen. Ich bin aber wie gesagt sehr glücklich mit den Züchtern und bereue nicht, bei denen gekauft zu haben.


    Ich glaube es ist halt wichtig dass man sich immer vor Augen hält, das man mit dem Kauf (bzw. Zahlung der Schutzgebühr) die jeweilige Einrichtung unterstützt. Daher würde ich niemals, auch wenn die Babys noch so putzig sind, in einer Tierhandlung oder aus schlechter Haltung kaufen. (Nur unentgeltlich übernehmen um die Tiere da raus zu holen). Denn wenn die Geld für ihre "Ware" bekommen, produzieren die weiter...

  • Meine aktuellen Tiere sind alle vom Züchter. Wo ich sie herhole hängt bei immer davon ab was ich suche und wo ich es dann finde.

    Zusätzlich bin ich aber bei Notstationen eher vorsichtig geworden, sie sind mir oft zu übergriffig und möchten viel mitbestimmen und die Kontrolle über ihre Tiere behalten. Das kann ich zwar wirklich gut verstehen, (ginge mir vermutlich genauso), aber ich will das für mich und meine Familie nicht.

    Daher hole ich wenn dann nur bei Notstationen die mir sympathisch sind und auf meiner Wellenlänge was die Tierhaltung betrifft....Oder bei Züchtern, die mir aber auch gefallen müssen. Am liebsten hole ich dann auch ab, dann sieht man die Haltung dort auch.

  • Als wir unsere Jungsgruppe aufgrund der anhaltenden und zT blutigen Auseinandersetzungen zwischen Maxi und Leo trennen mussten, haben wir auch verschiedene Optionen abgewogen ehe wir uns auf Empfehlung für eine Kastratin einer sehr erfahrenen Züchterin entschieden haben.

    Dabei haben wir auch bei einer Notstation angefragt. Diese eine ist natürlich nicht stellvertretend für alle, es gibt hier große Unterschiede wie auch bei Züchtern. Auffallend war, dass man uns absolut keinen Frühkastraten für Maxi geben wollte, da generell nicht in Bockhaltung vermittelt werde (hört man häufiger). In der Notstation selbst waren allerdings sehr viel mehr männliche als weibliche Tiere, was zur Folge hatte, dass die meisten Herren zu zweit oder sogar mehr in viel kleineren Gehegen saßen als das bei uns der Fall gewesen wäre. Von daher konnten wir diese pauschale Ablehnung von Bock/Kastratengruppen nicht nachvollziehen.

    Ein Weibchen hätte man uns anbieten können. Uns wurde aber direkt gesagt, dass sie nicht nur im Vorfeld und zur Übergabe zu uns kommen (absolut verständlich, man will ja wissen wo die Tiere hinkommen) sondern wir dauerhaft mit unangekündigten Hausbesuchen rechnen müssen, steht auch so in den AGB/Schutzvertrag. Da habe ich nicht schlecht geguckt. Auf meine Rückfragen wie häufig die denn stattfinden, hieß es, dass sie eigens für diese Hausbesuche ehrenamtliche Helfer haben, die nichts anderes machen als jeden Halter 1x pro Monat!! abzufahren und dort vor Ort zu entscheiden, ob man das Tier weiter behalten darf oder es direkt mitgenommen wird.

    Das war uns dann echt zu heftig bzw übergriffig monatlich von fremden Leuten unangekündigt im eigenen Haus „heimgesucht“ zu werden, die dann in einer Momentaufnahme entscheiden, ob du noch als Tierhalter geeignet bist.

    Wir kamen uns vor wie Ex-Sträflinge auf Bewährung oder Eltern unter Aufsicht des Jugendamtes….

  • Ich selbst zum Glück hatte nur eine merkwürdige Begegnung. Da musste ich einen Abgabevertrag unterschreiben wo quasi kaum was drauf stand, und als wir grade gehen wollten mit den Schweinen meinte sie"ach da ist ja noch die zweite Seite, die gehört noch dazu". Und dort hatte ich mich dann unter anderem einverstanden erklärt dass jederzeit unanmeldete Kontrollen stattfinden könnten? ....äh...nein? Selbst wenn ich es unterschrieben hab, mein Mann hat es nicht und er würde sich das definitiv verbitten wenn da wer unangemeldet bei uns steht und verlangt unsere Wohnung zu besichtigen, obs uns grad passt oder nicht.

    Ganz bestimmt nicht!

    Kam übrigens auch nie wer zu uns, soweit wir wissen. Wenn dann hätten wir die aber auch mit Sicherheit nicht bei uns reingelassen wenn es uns grad nicht recht gewesen wäre...


    Den Rest kenn ich nur vom Hörensagen bzw. aus anderen Schutzverträgen die man sich bei manchen Notstationen vorab ansehen kann. Eigentumsvorbehalt zum Beispiel will ich nicht. Mir ist wichtig dass meine Tiere mir gehören.

    Manchmal soll man vor größere OPs und/oder vor Euthanasie die Genehmigung der Notstation einholen. Will ich auch nicht.

    Manchmal gibt es Vorschriften was zu füttern ist, bzw darf man kein Trockenfutter füttern. Entscheide ich selber!

    Einen Fall kenne ich nur aus einem andern Forum, ob das so war oder nicht weiss man natürlich nicht. Da ist eine Halterin ganz plötzlich und sehr jung gestorben mit Anfang 30, und 2 Tage später stand die Notstation/Tierschutzorga unangemeldet bei dem geschockten und trauernden Ehemann vor der Tür und verlangte die sofortige Herausgabe ihrer Tiere....absolut unangemessen! Kein bisschen Fingerspitzengefühl!

    So was halt.

    Passiert vermutlich/hoffentlich selten. Will ich aber nicht. Und ich will auch nicht drauf hoffen dass es bei uns nicht passiert.


    Und es gibt natürlich wirklich tolle, liebe und vernünftige Notstationen die die Menschen UND die Tiere sehen. Ohne Knebelverträge, die auch mit Rat und Tat zur Seite stehen und ohne erhobenen Zeigefinger! Aber das sieht man erst wenn man dort ist.

  • Wow, das ist echt übergriffig, was ihr schildert. Ist hoffentlich die Ausnahme, aber leider Beispiele, wo ein "zu viel" Menschen vom Tierschutz abgeschreckt hat. Sehr schade.


    Ich denke, ein Restrisiko in der Vermittlung bleibt immer bestehen, wer das als Pflegestelle nicht aushalten kann, sollte nur eigene Tiere halten, aber nicht weitervermitteln.


    Ich kenne es aus meiner eigenen Zeit als Hamsterpflegestelle auch so, dass vorher das Gehege gezeigt wird und ein Schutzvertrag unterschrieben, das wars. Da steht zwar drin, dass sie die Tiere, nach einem vorher abgesprochenen Termin besuchen dürfen, wüsste aber nicht, dass das jemals gemacht wurde. Dass Leute das abschrecken könnte, war mir daher nie so bewusst. Ich glaube, das steht nur da drin, für die seltenen Extremfälle, wo später befürchtet wird, in einen animal hoarding Haushalt vermittelt zu haben o.ä..

  • Was Ihr da von einigen Fällen von Notstationen schildert, finde ich einfach unmöglich. Wie schon gesagt wurde: Es ist nachvollziehbar, dass die Mitarbeiter dort die Abgabetiere schützen wollen. Aber dazu gibt es m.E. nur 1 vernünftige Möglichkeit: vorab klären, ob die Haltung voraussichtlich gut sein wird und jederzeit Beratung und Rücknahme anbieten. Wer zu anderen Mitteln greift, sollte lieber keinen Tierschutz in Form von Vermittlungen machen!


    Zumal diese Leute mit solchen Knebelverträgen höchstens verantwortungsbewussten Menschen Sorgen machen oder sie abschrecken. Rechtlich durchsetzbar ist das ohnehin nicht nach allem, was ich dazu weiß. Und sollte ein rechtlich relevanter tierschutzwidriger Fall bekannt werden, dann kann ohnehin dagegen mit einer Anzeige vorgegangen werden.


    Für mich sind solche Notstationen oder diejenigen, die viel zu viele Tiere halten, um sie gut versorgen zu können oder Böckchen aufnehmen und dann pauschal nicht in Bockgruppen vermitteln, genauso schlechte Beispiele wie die schlechten Züchter. Das spricht m.E. weder grundsätzlich gegen Züchter noch Notstation.


    Grundsätzliche Probleme bei Meerschweinchenzuchten sehe ich in folgendem:


    Es ist m.E. im Sinne der Tiere nicht zu verantworten, dass neue Tiere in großen Mengen gezüchtet werden, während anderen oft Monate oder länger in Notstationen in Kompriss-Bedingungen leben oder wegen Überfüllung von Notstationen gar nicht aufgenommen werden können und dann alleine in einem Käfig auf ihr Lebensende warten, ausgesetzt werden o.ä.


    Zuchten führen oft auch nicht zu gesünderen Tieren. Im Gegenteil schädigen die meisten Zuchten den Gen-Pool der Meerschweinchen und damit die Chancen aller künftig geborenen Tiere gesund zu sein. Es gibt genug angezüchtete Veränderungen wie kurzer Kopf, plumper Körperbau, krauses oder langes Fell u.ä., die einen Nachteil oder eine Gefahr für die Tiere darstellen und keinerlei Vorteil für sie bieten. Die Züchter verwirklichen oft ihre "Zuchtziele" - eine bestimmte Farbkombination, Fellstruktur u.ä. - statt auf gesunde, körperlich gut ausgestattete Tiere zu achten. Von solchen völlig unverantwortlichen Zuchten wie Nacktmeerschweinchen u.ä. will ich gar nicht erst reden.


    Wenn "Kinderzimmervermehrungen" problematisch sind, dann kommt das oft von den Problemen, die bei den Züchtern in den letzten Jahrzehnten erzeugt wurden. Man brauchte z.B. nichts über Schimmel und die Gefahr bei der Paarung von Schimmeln bzw. verdeckten Schimmeln zu wissen, wenn Schimmel nicht von Züchtern gezüchtet würden. Nach dem ersten Auftreten von Schimmeln und dem Erkennen der Gefahren hätte man die Vermehrung mit diesen Tieren als verantwortungsbewusste Menschen sofort einstellen müssen. Stattdessen züchtet man munter weiter und riskiert, dass bei den Endabnehmern z.B. ein Schimmelweibchen von einem Schimmelböckchen aus anderer Quelle gedeckt wird. Dann wird gefordert, dass nur Leute, die viel von Genetik verstehen, Meerschweinchen sich paaren lassen dürfen. Nein! Man sollte aufhören, nachteilige oder gefährliche Merkmale zu züchten und den Markt damit zu überschwemmen.

  • Oft sind die Verträge leider das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.

    Man muss bedenken, das sind engagierte Menschen, die Tierschutz betreiben. Keine Juristen. Und einer schreibt vom andern ab. Das solche Klauseln mit unangekündigten Hausbesuche nichtig sind, dürfte jedem klar sein.


    Ich bin damals, als ich mein erstes Tier adoptiert habe auch über einige Sachen gestolpert, bei uns steht einiges davon auch drin, weil war schon immer so :rolleyes: wenn es nach mir ginge, könnte man da einiges überarbeiten, aber das muss halt auch wer machen. Und dafür gibt es zu viel dringenderes zu tun.


    Kenne auch keinen Verein, der sowas wie unangekündigten Nachkontrollen ernsthaft umsetzt - welcher Ehrenamtliche hat schon Bock ständig vor verschlossenen Türen zu stehen? Ich glaube, das fällt eher in die Kategorie "Leute abschrecken"


    Auch sowas wie die Genehmigung der Euthanasie kann ja kein Mensch überprüfen. Die Klausel schreckt mich persönlich aber auch nicht ab - bei uns zumindest steht drin, dass Notfälle selbstverständlich ausgenommen sind und wenn es um nicht-Notfälle geht stimme ich mich sowieso in der Regel mit dem Verein ab. Auch schon, als ich "nur" privat-Tiere hatte.



    Aber ja, manchmal sind Tierschützer schon ein bisschen seltsam, das stimmt. Vermutlich ein bisschen häufiger, als der Rest der Bevölkerung ^^

    Allerdings muss man schon sagen, der Kontakt mit den Interessenten kann auch schon echt zynisch machen. Bei uns werden aus 3-4 Anfragen eine Vermittlung, noch Fragen?


    Sowas, wie die Sache mit der Verstorbenen, sollte es denn wirklich so gewesen sein, geht natürlich überhaupt nicht. Aber so eine Hörensagen-Geschichte würde ich auch nicht überbewerten.

  • Kinderzimmer Vermehrungen finde ich persönlich ein absolutes No-Go, nicht da die zu wenig Ahnung von Genetik* haben, sondern wer Meerschweinchen vermehrt sollte die Möglichkeit haben, die Jungtiere auch zu behalten wenn sich kein vernünftiger Abnehmer findet. Und das haben die aller meisten nicht! Da wird dann zum Teil die Jungtiere als Gruppe zum Spotpreis verschachert. Teilweise unwissend bereits wieder trächtig. Wer vermehrt, muss genügend Platz und andere Tiere haben, um zur Not gute Gruppen mit den neuen Tieren bilden zu können. Nicht dass die jungen Böckchen dann unkastriert in Einzelhaft sitzen oder ähnliches.


    *Natürlich wäre es besser dich auch etwas auszukennen