Meerschweinchen Krankheiten / Gesundheit

Antibiotika und Zähne abgeknipst-Meeri isst nicht

Umgang mit kranken Schweinchen, Therapien, Medikamente und Heilungsverlauf.

  • Hallo,


    Eigentlich habe ich zwei Probleme, die ineinander überfließen und entschuldigt bitte im Vorraus, wenn es etwas verwirrend ist!


    Ich habe ein Meeri mit einer leichten Zahnfehlstellung, hauptsächlich an den Schneidezähnen. Das hat aber nie Probleme gemacht. Natürlich hat sie langsamer gegessen als die anderen und das Gemüse musste kleiner geschnitten werden. Aber das hat sie nicht gestört und sie hat ihr Gewicht gehalten.


    Nun waren wir gestern beim TA da sie eine Art Schnarchgeräusch gemacht hat. Beim Abhören der Lunge konnte der TA etwas feststellen und meinte, dass sie einen Infekt hat. Daher müssen wir das Antibiotika Zithromax geben. Dummerweise kam der TA auch auf die Idee, die Schneidezähne zu kürzen und hat sie abgeknipst. Toll, seither isst sie nicht mehr.


    Ich habe angefangen sie zu Päppeln und mache mir nun Sorgen da gerade alles zusammenkommt. Ich habe oft gelesen, dass Antibiotika zu Appetitlosigkeit und generell zu Problemen (Darmtätigkeit...usw.) führen kann und ich wäre froh gewesen, wenn sie nun wenigstens eigenständig essen könnte. Denn Hunger hat sie, nur fällt ihr das Essen ständig wieder aus dem Mund. Wahrscheinlich sind die Zähne zu kurz.


    Nun meine Fragen:
    Wie schnell wachsen die Zähne wieder nach?
    Hat jemand Erfahrung mit Zithromax?
    Wie Dosiere ich BBB? Eine halbe oder ganze Tube täglich?
    In welchem zeitlichen Abstand zum Antibiotika gebe ich BBB, habt ihr konkrete Beispiele?


    Ist nun ein langer Beitrag geworden, das tut mir leid.


    Ich freu mich aber riesig über jede Antwort.


    Viele Grüße,
    sonnambula

  • Oh Weia, da bist du wohl an einen "Schlachter gekommen. Man knippst Zähne grundsätzlich NICHT ab, sondern schleift sie ab. Das ist richtig falsch, was der gute Mann da fabriziert hat. Und dann auch noch unnötig...echt sch....Sie hat wahrschl. höllische Schmerzen und kann darum nichts essen. Ich vermute nicht, dass das AB die Komplettverweigerung von Nahrung verursacht, sondern die ZÄHNE!
    Hat er dir denn wenigstens ein Schmerzmittel für das Tier mitgegeben?
    Ob er sie auch noch zusätzlich zu KURZ abgeknipst hat kann ich nicht beurteilen.
    Ich würde schnellstmöglich zu einem besseren TA gehen (heute oder spätestens morgen früh). Hier im Forum gibt es Listen von spezialisierten TA.
    Der kann beurteilen ob das mit dem Infekt überhaupt stimmt (viel Ahnung scheint der jetzige TA ja nicht zu haben, darum zweifle ich beim Infekt auch)
    Bis morgen kannst du höchstens dem Tier selbst Schmerztropfen geben. hast du Novalgin Tropfen zu hause (kriegt man nur auf Rezept z.B. bei Migräne). Falls ja, davon 1 Tropfen geben.


    Du musst sie auf jeden Fall alle 2- 3 h päppeln.
    Liebe Grüße
    Luchs

  • Zu BB (ist doch mit BeneBac gemeint, oder? xD) kann ich sagen... mein TA sagte immer etwa einen erbsengroßen "Tropfen" ins Mäulchen geben...


    Ich schließe mich meinen Vorredner an und würde den TA wechseln!

  • Ja, unbedingt zu einem anderen Tierarzt!! Dass das Schweinchen Schmerzen hat, halte ich für sehr wahrscheinlich, das Abknipsen der Schneidezähne übt einen sehr starken Druck auf die Wurzeln aus (kann diese sogar zerstören, was bei meinem Bela leider passiert ist).


    Das BB habe ich immer in einem Abstand von etwa 12 Stunden zum AB gegeben, und zwar 0,5 ml, also eine halbe Tube.


    An Schmerzmittel würde ich eher Metacam oder Rimadyl geben, mit dem Novalgin habe ich keine so guten Erfahrungen gemacht, meine Schweinchen haben beide Verstopfung bekommen.


    Gute Besserung!

  • Hallo,


    vielen Dank für eure Antworten.


    Ich musste noch nie ein Meeri päppeln und gleichzeitig AB und Bene Bac geben und war total verunsichert. Damit habt ihr mir wirklich geholfen. Gestern Abend haben wir noch Schmerzmittel abgeholt...wir hatten nach der Behandlung nichts mitbekommen.
    Auf jeden Fall werde ich den Tierarzt wechseln, ich bin so sauer. Zumal die Zähne nun erst recht ungerade sind.


    Gestern Abend hat das Meeri schon wieder Heu gemümmelt und ein wenig Salat angenommen. Werden jetzt beobachten und vielleicht nicht mehr Zufüttern. Die Schmerzmittel hat sie noch nicht bekommen. Sie ist schon ein kleines Traumschweinchen, sie hat so geduldig alles geschluckt was wir in sie hineingepäppelt haben :) .
    Kann das päppeln eigentlich auch zu blähungen führen? und was macht man dann (ausser natürlich zum TA zu gehen) ...weiterpäppeln?


    Liebe Grüße,
    sonnambula

  • Ja, das Päppeln kann tatsächlich zu Blähungen führen, das liegt an der stoßweisen Fütterung. Du kannst dann ein bisschen Sab Simplex geben. Ob und wie viel du zufüttern musst, kannst du eigentlich am besten über das Gewicht kontrollieren. Grundsätzlich ist es natürlich am besten, wenn sie so bald wie möglich wieder selbst ausreichend frisst, weil das Päppeln nie optimal ist. Dass sie schon wieder ans Heu geht, ist ein gutes Zeichen! Bei meinem Zahnschwein sind die unteren Zähne so verkorkst worden (inzwischen sind beide weg, weil die Wurzeln so stark geschädigt waren), dass er drei Monate lang nicht in der Lage war, auch nur einen Halm Heu zu futtern.


    Welches Schmerzmittel habt ihr denn mitbekommen?


    Freut mich, dass es ihr besser geht, und ich wünsche weiter gute Besserung und dass ihr einen kompetenteren Tierarzt findet!

  • Heute wurde Maja von einem anderen Tierarzt untersucht.


    Die Zähne sind viel zu kurz! Also kein Wunder, dass sie nicht essen kann. Zusätzlich kann natürlich auch das Antibiotikum dazu führen, dass sie gar nicht essen mag. Blähungen hat sie wohl keine.
    Der TA war über das AB verwundert, meinte es wäre eigentlich für Menschen und etwas ungewöhnlich bei Meerschweinchen. Ausserdem war er sich bei dem angeblichen Infekt nicht sicher. Er meinte es könne alles Mögliche sein, auch ein Virus oder im schlimmsten Falle Leukose. Die Lymphknoten sind leider definitiv geschwollen!
    Das AB sollen wir heute noch geben, ab morgen nicht mehr und am Donnerstag wieder zur Untersuchung kommen.


    Ihr geht es momentan eher so naja. Sie ist schwach, liegt lustlos an den versteckteren Plätzchen und eigenständig essen mag sie nicht. Vielleicht flüchtet sie auch vor uns...


    Ich bin fassungslos, ich bin mit einer zwar schnarchelnden, aber trotzdem quietschfidelen Maja zum TA gegangen...


    Welches Schmerzmittel wir bekommen haben, weiß ich gerade gar nicht. Es ist aber gelb und man soll ein Tröpfchen geben.
    Kann man eigentlich auch zweimal am Tag BB geben, oder ist das zuviel?


    daniii
    oh je, das klingt ja ganz schlimm was mit deinem Meeri passiert ist. Ich hoffe, dass wir diesbezüglich nochmal Glück hatten.
    Du hast drei Monate gepäppelt? Kann es denn nun normal essen oder bekommt es spezialkost?


    Viele Grüße,
    sonnambula

  • Was ist das nur für eine Unsitte, die Zähne zu kurz zu machen? Das war damals bei Bela ja auch der Fall, von den zerstörten Zahnwurzeln mal ganz abgesehen.


    Dass sie so platt ist und lustlos, kann tatsächlich am AB liegen, ich kenne das bei meinen Schweinchen auch. BB kannst du ruhig auch zweimal am Tag geben, wenn du das gefühl hast, ihre Verdauung wird zu sehr beeinträchtigt durch das AB. Ich würds nur nicht mit dem AB zusammen geben. Nach Absetzen des AB vielleicht noch ein oder zwei Tage weitergeben.


    Auf die Gefahr hin, bei dem ein oder anderen Entsetzen oder Unverständnis hervorzurufen: Ich hab nicht nur drei Monate gepäppelt, sondern neun. Bela hat in den ersten drei Monaten fast nichts fressen können, weil - wie wir leider erst später durch einen kompetenten TA erfahren haben - seine Backenzähne zum Teil abgekippt waren und er außerdem einen zu viel hatte (hervorgerufen durch das Abknipsen eines Backenzahns und die daraufhin gespaltene Wurzel), der einen anderen abgedrängt hatte, der wiederum in die Zunge gewachsen war. Seit September ist Bela insgesamt vier Zähne losgeworden, zweimal wurde unsinniges Zahnfasermaterial entfernt, und erst seit November kann man sagen, dass es langsam bergauf geht. Die Nagezähne unten waren leider unwiderruflich zerstört, aber jetzt wo sie weg sind, frisst Bela wieder mit Freude und großem Appetit. Ich muss ihm auch keine Spezialnahrung füttern, das Heu kann er mithilfe der Zunge einziehen, Frischfutter bekommt er in kleine Würfelchen geschnitten. Mit etwas Glück kann ich das Zufüttern in den nächsten Wochen komplett einstellen.


    Aber das wird jetzt etwas Off-Topic :wink: , ich mach mir demnächst mal die Mühe, und stelle Belas komplette Geschichte ein.