Unausgesprochen aber verständlich

Körpersprache des Meerschweinchens

in Meerschweinchen Verhalten

Das Meerschweinchen kennt eine ganze Menge Arten sich zu gebären, um sich gegenüber anderen Meerschweinchen innerhalb der Gruppe auszudrücken. Die wichtigsten sind:

  • Groß machen / aufbäumen
    Bei Rangstreitigkeiten oder wenn Meerschweinchen Böcke den Meerschweinchen Weibchen imponieren wollen, machen sie ihre Beine ganz lang, um größer zu wirken. Oft plustern sie auch noch ihr Fell auf, um breiter zu wirken. Meist ist dieses Groß machen mit Brommseln verbunden.
  • Harnspritzen
    Das Harnspritzen ist eine Abwehrreaktion, die zumeist von Meerschweinchen Weibchen ausgeführt wird, wenn ein Bock oder ein anderes Weibchen zu aufdringlich wird. Sie heben dann ihren Po und bespritzen das andere Meerschweinchen mit ihrem Urin. Sie können recht dabei hoch und weit spritzen.
  • Hintereinander herlaufen
    Bei Unsicherheit oder einem neu zu erkundendem Gebiet laufen Meerschweinchen oft hintereinander her. Das gibt ihnen Sicherheit. Bei Rangstreitigkeiten läuft das dominante Meerschweinchen oft auch noch eine Weile hinter dem Unterlegenden her. Ebenso verfolgen Böcke brünstige Weibchen oder auch brünstige Weibchen andere Tiere um aufzureiten.
  • Hinterm Ohr lecken
    Wenn Meerschweinchen ein anderes hinter dem Ohr lecken, handelt es sich immer um eine liebevolle Geste. Sie trösten damit ängstliche oder kranke Meerschweinchen oder zeigen einfach nur ihre Zuneigung. Das hinter den Ohren lecken ist oft bei älteren Tieren zu beobachten, die sich um Jungtiere kümmern.
  • Hochschlagen des Kopfes
    Das Hochschlagen des Kopfes ist genau wie das Zähne klappern eine Warnung. Wenn der Besitzer das Meerschweinchen streichelt und es den Kopf hochschlägt, möchte es nicht gestreichelt, sondern in Ruhe gelassen werden. Bei Streitigkeiten bedrohen sich die Meerschweinchen untereinander so. Oft reicht dies schon aus, um die Meinungsverschiedenheit zu klären und die Meerschweinchen gehen friedlich auseinander.
  • Käfiggitter anknabbern
    Das Knabbern am Käfiggitter kann verschiedene Ursachen haben. Oft ist es Langweile, die die Meerschweinchen dazu treibt, die Gitterstäbe zu benagen. Hier kann schnell Abhilfe geschaffen werden, in dem man ihnen Äste, Korkhöhlen usw. zum Knabbern zur Verfügung stellt und ihnen genügend Auslauf bietet. Wenn ein Meerschweinchen nur ab und zu mal am Gitter knabbert, versucht es einen Ausgang zu finden. Man sollte dem Meerschweinchen dann Auslauf gönnen.
  • Kuscheln
    Kuscheln gehört nicht zum natürlichen Verhaltensrepertoire von Meerschweinchen. Es gibt jedoch einige Ausnahmen. Haben Meerschweinchen Angst oder nicht genug Platz kann es vorkommen, dass sie dicht beieinander liegen. Ist jedoch genug Platz vorhanden und sie fühlen sich wohl, liegen sie mit etwas Abstand zueinander. Dies meist aber in Seh- und Riechweite, da sie die Sicherheit der Gruppe brauchen. Meerschweinchen Babys liegen oft noch eng aneinandergekuschelt zusammen. Dadurch halten sie sich warm und bekommen emotionale Wärme. Findet ein Jungtier die anderen nicht, fängt es an zu fiepen.
    Wenn man das weiß, ist eigentlich klar: Meerschweinchen wollen auch nicht mit ihrem Besitzer kuscheln. Leider wird ihr Verhalten auf dem Arm missverstanden. Sie machen sich klein, legen sich mit ihrem Kopf in die Halsbeuge und „kuscheln sich ein“. Dies ist jedoch nicht der Fall. Aus Sicht des Meerschweinchens machen sie sich jedoch besonders klein, wollen wenig Angriffsfläche bieten und warten, bis sie endlich wieder ins Gehege gesetzt werden.
  • Popcornen
    Wenn Meerschweinchen popcornen, fühlen sie sich so richtig wohl. Sie springen dann übermütig durch den Raum (ähnlich einem Maiskorn, wenn es zu Popcorn wird; daher auch der Name). Während des Laufen springt es dabei mit allen vier Füßchen gleichzeitig in die Luft, manchmal dreht es sich dabei sogar um seine eigene Achse. Auf jeden Fall bereitet es dem Meerschweinchen viel Freude. Je älter die Meerschweinchen werden, desto weniger popcornen sie. Aufpassen sollte man, wenn die Schweinchen hüpfen und dabei quieken (Schmerzäußerung). Hier könnte es sich um Parasitenbefall handeln. Dies sollte auf jeden Fall von einem kleintierkundigen Tierarzt untersucht werden.
  • Rammeln
    Das Rammeln hat zwei Gründe:
    Zum einen dient es natürlich der Fortpflanzung. Böcke rammeln brünstige Weibchen.
    Zum anderen werden rangniedrigere Meerschweinchen von den ranghöheren Schweinchen berammelt. Dabei ist es egal, ob das ranghöhere Schweinchen ein Bock oder ein Weibchen ist. Weibchen rammeln vor allem dann, wenn sie brünstig sind.
  • Starre / Verharren / einfrieren
    Meerschweinchen verfallen in Starre, wenn sie Angst haben. Oft haben sie dabei auch weit aufgerissene Augen. Auf keinen Fall sollte das Tier herausgenommen oder gestreichelt werden, da dies seine Angst noch vergrößern könnte. Reden sie beruhigend auf das Meerschweinchen ein und machen sie keine hektischen Bewegungen. Meist beruhigen sich die Schweinchen innerhalb einiger Minuten. Sollte dieser Zustand längere Zeit anhalten, sollten sie das Meerschweinchen auf seinen Gesundheitszustand überprüfen und zu einem kleintiererfahrenen Tierarzt gehen.
  • Treten
    Das Treten von Meerschweinchen wird leider oft völlig falsch interpretiert. Viele Besitzer denken, dass ihre Meerschweinchen kitzelig sind. Dabei wollen die Meerschweinchen drohen und ganz klar sagen: „Geh weg, ich will das nicht.“
  • Weglaufen
    Meerschweinchen sind Fluchttiere. Bei unbekannten Geräuschen oder schnellen Bewegungen rennen sie sofort in ein sicheres Versteck, oft ist es ihr Käfig. Dabei ist zu beobachten, dass sie meist in der Gruppe weglaufen. Das heißt, wenn ein Schweinchen wegläuft, laufen alle anderen mit. Sicher ist sicher.

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