• Hallo :).

    Die Frage ist, warum sollte man es wagen?


    Die Nachteile überwiegen den Vorteilen absolut.

    Die Risiken/ möglichen Folgeschäden können gravierend sein.


    Es ist niemals in Ordnung zwei Jungtiere sich selbst zu überlassen, sie brauchen einen Erzieher! Das sind Babys, alles andere wäre für die Tiere eine seelische Belastung.


    Und besonders zwei weibliche Meeris vor allem auch einen Kastraten. Sonst kommen mit hoher wahrscheinlichkeit auch noch gesundheitliche Probleme dazu.


    Kurz- wenn man nicht in absehbarer Zeit zwei verhaltensgestörte und/ oder kranke Weibchen haben möchte sollte man mindestens einen Erzieher-Kastratem dazu setzen. Was spricht den auch dagegen?


    Liebe Grüße


    P.S.

    Nur weil aus Menschlicher Perspektive "alles in Ordnung" ist und es den Tieren augenscheinlich gut geht heißt das nicht dass dem wirklich so ist! Wir können nicht wissen was in den Tieren vor geht und müssen die bestmögliche Haltubgsform schaffen. Zwei Jungtiere alleine ist definitiv keine bestmögliche Form, ganz im Gegenteil

  • Sie werden davon nicht sofort sterben. Allerdings werden sie zwangsläufig psychische Schäden und Störungen des Sozialverhaltens zurückbehalten und auch die möglichen dauerhaften körperlichen Schäden sollte man nicht außer acht lassen. RedRabbit hat diese ja bereits näher erläutert.


    Zudem wird es schwer ein derart fehlsozialisiertes Tier nach dem Tod des Partners neu zu vergesellschaften, da die Tiere unterschiedliche Sprachen sprechen.


    Wie man es auch dreht und wendet, man schadet seinen Tieren damit enorm. Das wissentlich in Kauf zu nehmen, zeugt meines Erachtens nicht von Tierliebe.


    Meine ersten beiden Schweinchenmädels lebten damals aus Unwissenheit von Baby an 2,5 Jahre nur zu zweit, bis ich davon erfuhr wie schlecht das für sie ist. Die Vergesellschaftung mit dem Kastrat daraufhin war furchtbar und blutig und jede neue VG danach war Glücksspiel, ob es heftig kracht oder einigermaßen friedlich klappt. Dennoch war es für sie schöner und sie blüten deutlich auf, benahmen sich nach und nach sogar ein wenig normaler.

    Daher rate ich aus meiner Erfahrung dringend zu einem Erzieherkastrat, um den Schweinchen und auch dir in Zukunft Probleme, Stress und Sorgen zu ersparen.

  • Ich schließe mich RedRabbit und Lillygypsy in allen Punkten komplett an.

    Um es zusammen zu fassen: es gibt nichts positives und keinen vernünftigen Grund, zwei weibliche Jungtiere ohne Erzieher und ohne Kastrat zu halten. Alles andere ist sehr schädlich.

    Dem ist absolut nichts hinzuzufügen!

    Sollte es aus irgendeinem Grund nicht möglich sein, mehr als 2 Tiere zu halten, wäre es fair eins abzugeben (ein junges Weibchen findet jederzeit ein schönes Zuhause) und einen Erwachsenen Kastrat dazu zu hole.

  • Hallo Verare!


    Auch ich möchte dich motivieren, deinen 2 Baby-Meerschweinchen einen erwachsenen Erzieher-Kastraten dazu zu geben. Bitte bitte!!!


    "Schiefgehen" kommt drauf an, was man darunter versteht. Totgehen werden sie deswegen wahrscheinlich nicht, aber sie verbringen zwangsläufig ihre ersten Monate unnötig oft in Dauerangst und -Panik. Zudem wurden sie extrem früh von ihrer Familie getrennt. Je nach Quelle wäre ein guter Zeitpunkt mit ca. 250-300g und mit 6-8 Wochen. Bei Umzug in eine gute Gruppe geht es sicher auch früher. Aber 190g und 3 Wochen, puh.


    Versetz dich mal in ihre Lage. Plötzlich ganz allein ohne den Schutz von Mama und Gruppe. Sicherheit ist bei allen Lebewesen ein Grundbedürfnis, das genauso wichtig ist wie Essen und Trinken!!!

    Es sind Fluchttiere, da ist Sicherheit noch wichtiger!


    Hier noch ein paar positive Beispiele, wie sehr sie von einem Erwachsenen profitieren:

    -Jungtier in den ersten Minuten nach dem Einzug bewegt sich keinen Millimeter, stellt sich tot. Die erwachsenen Weibchen kommen und beschnuppern ihn. Nach 5 Minuten Schockstarre schüttelt er sich und tappert los, den Großen hinterher. ("Huh, gruselig hier, aber die sind wie Mama, die wusste schließlich auch immer, was gut ist. Also hinterher.")

    -Nach weiteren 5 Minuten ist er sogar auf die Etage geklettert. Runter brauchte dann etwas mehr Mut.

    -Er schaut bei allem unbekannten, z.B. Futter oder Situationen, was machen die Großen, macht das nach und traut sich dann auch allein.

    -Ich konnte es kaum glauben: am ersten Abend nahm er tatsächlich einen Grashalm aus meiner Hand.

    - Am zweiten Abend durfte ich im Gehege sein Füßchen streicheln. (Freiwillig, er hätte wegbleiben oder weggehen können.)

    -Mein Mann musste sehr laut niesen/ LKW klappert draußen vorbei: Volle Panik beim Kleinen. Ein Riesensprung ins Haus des einen Weibchens. "Puh, in Sicherheit, grad so überlebt. Oh, die macht gar keine Panik? Dann war das wohl doch nicht sooo gefährlich." Beim nächsten mal war er auch ganz gelassen.


    Bitte vergrößere dein Gehege, wie schon von anderen beschrieben und finde einen großen Freund für die beiden!!!! Hier gibt es bestimmt auch noch weitere Ideen, wie du das umsetzen kannst.


    Wenn du gar keinen Weg findest, ihnen mehr Platz und einen Kastraten zu geben, dann gib sie ab!

  • Ich habe am Anfang auch den Fehler gemacht und 2 8wochen alte Meerschweinchen bei mir aufgenommen.

    Das Ergebnis waren 2 komplett verängstigte Meerschweinchen, die sich nur nachts getraut haben zu fressen und den ganzen Tag in schockstarre verbracht haben. Zum Glück wurde mir hier zu einem Erzieherschweinchen geraten und 3 Tage später zog ein 2 jähriges Schweinchen bei mir ein. Seitdem sind sie so extrem handzahm geworden und haben keine Angst mehr und leben ganz entspannt vor sich hin.


    also Fazit : entweder du meinst es gut mit deinen Schweinchen und lässt ein erwachsenes Schweinchen bei dir einziehen oder du gibst die beiden am besten zu einer Gruppe Meeris ab.

    Alles andere wäre einfach unfair deinen Meerschweinchen gegenüber.

  • Ich kann davon auch nur abraten und mich den anderen anschließen.
    Bei mir war es ähnlich wie bei Lillygypsy

    Schoko wuchs mit ihrer Schwester allein auf, diese starb und ein neues Meerschweinchen kam dazu. In einem viel zu kleinen Käfig war Lilly dann mit Schoko eingesperrt. Das wiederum hat Lilly sehr geschadet. Also es ist quasi ein Rattenschwanz ohne Ende. Als beide dann bei mir waren habe ich erstmal nach einem älteren Kastraten gesucht und mir für die VG ein paar Tage frei genommen.
    Lilly hat sich beim Anblick des neuen Meerschweinchens nicht mehr aus dem Haus getraut und Schoko hat ihn erst komplett ignoriert und ist dann auf ihn los. Es war blutig und nicht schön und hat lange gedauert bis man die VG als erfolgreich einstufen konnte. Wir hatten Glück einen so tollen Kastraten zu bekommen. Andernfalls wäre der Versuch bestimmt gescheitert. Ich hatte im Vorfeld aber mit der Züchterin geredet und erklärt wie es bei uns ist und sie konnte ihr Tier entsprechend charakterlich einschätzen.
    Erst als die Gruppe stabil war und es harmonischer lief (4-5 Monate) haben wir uns entschlossen noch 2 Jungtiere zu holen. Jetzt sind Schoko und Lilly nicht die besten Vorbilder und ich hoffe Benni hat es im Griff, wenn es in der Gruppe gut läuft kommt noch ein Schweinchen dazu. Aber erstmal wird wieder beobachtet.


    Du würdest den jetzigen und den folgenden Tieren schaden. Und bei 2 ist irgendwann immer eins allein.
    Deshalb kommt für mich auch diese Haltung nicht mehr infrage. Für mich sollten es mindestens 4 Tiere sein. Ein erwachsener Kastrat, ein erwachsenes Weibchen und zwei Jüngere.