Wenn das Meerschweinchen krank ist

Hodenentzündung beim Meerschweinchen

Schwellung, Rötung und Schmerzen an den Hoden müssen untersucht werden. Ursachen, Diagnose und Behandlung im Überblick.

Entzündungen und Verletzungen an Hoden oder Hodensack kommen beim Meerschweinchen eher selten vor. Schwellung, Rötung und Schmerzen müssen dennoch rasch untersucht werden, denn hinter der Veränderung können auch Abszess, Hernie oder Tumor stecken.

Mögliche Ursachen

Kleine Wunden am Hodensack können sich entzünden. Auch Bissverletzungen, Fremdkörper oder Infektionen der Harn- und Geschlechtswege kommen infrage. Eine Entzündung des Hodens (Orchitis) oder Nebenhodens (Epididymitis) lässt sich äußerlich nicht sicher von anderen Ursachen einer Schwellung unterscheiden.

Kontrolliert deshalb beim wöchentlichen Gesundheitscheck auch den Genitalbereich. Die Hoden eines unkastrierten Bocks können je nach Haltung und Temperatur unterschiedlich deutlich sichtbar sein; eine neue einseitige Vergrößerung ist jedoch abklärungsbedürftig.

Symptome

  • gerötete, warme oder verletzte Haut
  • einseitig oder beidseitig geschwollener Hodensack
  • Schmerzen bei Berührung, gekrümmte Haltung oder Bewegungsunlust
  • vermehrtes Lecken am Genitalbereich
  • Appetitverlust, Gewichtsabnahme oder allgemeine Schwäche

Offene Wunden, starke Schmerzen, Futterverweigerung oder eine rasch zunehmende Schwellung sind dringlich.

Diagnose

Der Tierarzt tastet Hoden, Leistenbereich und Bauch ab. Ultraschall kann Entzündung, Flüssigkeit, Hernie oder eine Gewebeveränderung sichtbar machen. Bei Ausfluss oder einer Wunde kann eine Probe für die gezielte Auswahl eines Antibiotikums nötig sein.

Behandlung und Pflege

Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Sie kann Schmerzmittel, ein geeignetes Antibiotikum, Wundversorgung oder einen operativen Eingriff einschließlich Kastration umfassen. Ein lokales Antibiotikum auf Verdacht reicht nicht aus und darf nicht eigenmächtig verwendet werden.

Bis zur Kontrolle bleibt die Unterlage sauber, weich und trocken. Lecken, Futteraufnahme, Kotabsatz und Gewicht werden überwacht. Veränderungen an der Operations- oder Wundstelle werden sofort der Praxis gemeldet.

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