Für die Außenhaltung von Meerschweinchen sollte sich nur entscheiden, wer sich über die besonderen Anforderungen im Klaren ist. Die Haltung im Garten ist häufig arbeitsintensiver als die Haltung im Haus. Außerdem müssen die Tiere zuverlässig vor Hitze, Nässe, Kälte und Fressfeinden geschützt werden.
Der warnende Ton ist hier völlig berechtigt: Draußen sind Meerschweinchen nicht allein. Haustiere aus der Nachbarschaft, Füchse, Marder, Greifvögel und schlechtes Wetter gehören zur Planung dazu. Außenhaltung ist deshalb keine bequeme Alternative zur Innenhaltung, sondern ein dauerhaftes Projekt mit täglicher Kontrolle.
Außenhaltung bedeutet nicht, einen handelsüblichen Käfig in den Garten zu stellen und gelegentlich Futter bereitzulegen. Die Tiere müssen täglich aus der Nähe beobachtet werden. Ein krankes Meerschweinchen zieht sich häufig zurück; aus einiger Entfernung kann eine Veränderung leicht übersehen werden.
Checkliste für die Meerschweinchen-Außenhaltung
- Habe ich täglich genügend Zeit? Fütterung, Wasserkontrolle, Gesundheitscheck, Reinigung und die Kontrolle der Sicherung sind bei jedem Wetter nötig.
- Bin ich wetterfest? Auch bei Regen, Frost und Hitze müssen Stall und Gehege kontrolliert und gereinigt werden.
- Kann ich mehrmals täglich nachsehen? Besonders im Winter können Wasser, Frischfutter und Einstreu nicht einfach morgens erledigt und dann vergessen werden.
- Kenne ich das Verhalten meiner Tiere? Fressunlust, Rückzug und andere Krankheitszeichen müssen schnell auffallen.
- Kann ich das Gehege fachgerecht bauen und erhalten? Beschädigter Volierendraht, lockere Verschlüsse oder untergrabene Ränder sind sofort zu reparieren.
- Habe ich eine Notfalllösung? Für Krankheit, extreme Witterung oder Reparaturen wird ein sicherer, temperierter Ersatzbereich benötigt.
- Kann ich die laufenden Kosten tragen? Ein raubtiersicheres Gehege, Schutzhaus, Einstreu und Futter verursachen erhebliche Kosten.
Gerade Anfänger sollten sich gut überlegen, ob sie sofort mit ganzjähriger Außenhaltung beginnen. Wer Verhalten, Gewichtsentwicklung und Krankheitssignale seiner Tiere noch nicht sicher einschätzen kann, übersieht draußen leichter Veränderungen. Das ist keine Frage von gutem Willen, sondern von Erfahrung und Nähe zum Tier.
Das Außengehege für Meerschweinchen
Standort
Der Standort sollte vom Haus aus gut erreichbar und möglichst einsehbar sein. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ darf nicht passieren. Das Gehege braucht dauerhaft Schatten; dabei ist der Sonnenverlauf über den ganzen Tag zu berücksichtigen. Ein Baum allein bietet bei wandernder Sonne oder Sturm keinen verlässlichen Schutz.
Größe
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz empfiehlt für zwei bis vier Meerschweinchen mindestens zwei Quadratmeter zusammenhängende Grundfläche und für jedes weitere Tier mindestens einen halben Quadratmeter zusätzlich. Für die Außenhaltung sollte man großzügiger planen. Die Tiere brauchen geschützte Laufstrecken und müssen sich auch bei schlechtem Wetter bewegen können.
Für Außenhaltung sollte deutlich großzügiger geplant werden, weil Bewegung besonders im Winter wichtig ist. Je größer und strukturierter die Fläche ist, desto eher laufen die Tiere auch bei kühlem Wetter und sitzen nicht nur im Haus. Entscheidend ist zusammenhängende, nutzbare Grundfläche, keine Summe aus kleinen Ebenen und engen Anbauten.
Gestaltung
Das Gehege muss abwechslungsreich, aber übersichtlich eingerichtet sein. Überdachte Laufwege, Zweige, Korkröhren, Unterstände und mehrere Futterplätze regen zur Bewegung an. Alle Tiere müssen trockene Rückzugsorte erreichen können, ohne durch Engstellen oder steile Rampen zu müssen.
Eine Grasfläche darf nicht frisch gedüngt oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein. Kontrolliert sie regelmäßig auf giftige Pflanzen, Fallobst, Schimmel und Hinterlassenschaften anderer Tiere. An Gras nicht gewöhnte Meerschweinchen müssen langsam angefüttert werden.
Einrichtung und Schutzhaus
- Unterstände: Mehrere große Öffnungen verhindern Sackgassen. Zweige und wetterfeste Tunnel schaffen zusätzlich geschützte Wege.
- Futterplatz: Ein überdachter, trockener Bereich schützt Heu, Frischfutter und Wasser. Mehrere Futterstellen vermeiden Gedränge.
- Schutzhaus: Es muss trocken, frostfrei, gut isoliert und trotzdem belüftet sein. Kondenswasser und Schimmel dürfen sich nicht bilden.
- Zugänge: Eingänge müssen ebenerdig oder über flache, trittsichere Rampen erreichbar sein. Mindestens zwei Ausgänge erleichtern das Ausweichen.
- Kontrolle: Nasse Einstreu wird täglich entfernt. Wie oft vollständig gereinigt werden muss, hängt von Größe, Besatz und Wetter ab.
Das Schutzhaus muss für alle Tiere gleichzeitig Platz bieten, darf aber kein dunkler, schlecht belüfteter Kasten sein. Im Sommer darf es sich nicht aufheizen. Im Winter muss es trocken und frostfrei bleiben.
Im Original wurde ein Haus mit niedriger, gut isolierter Schlafzone und mehreren Kammern beschrieben. Der Gedanke dahinter bleibt sinnvoll: Die Tiere sollen gemeinsam Wärme halten können, aber bei Streit nicht in einer Sackgasse festsitzen. Eingänge müssen niedrig und breit genug sein, damit auch alte oder kranke Tiere ohne akrobatische Rampen hineinkommen.
Eine überdachte Futterstelle mit trockenem Boden ist ebenfalls praktisch. Dort bleiben Heu, Wasser und Frischfutter länger geschützt, und alle Tiere finden einen Sammelplatz. Der Bereich muss aber so groß sein, dass rangniedrige Tiere nicht blockiert werden.
Schutz vor Fressfeinden
Das Gehege muss rundum gesichert sein – an den Seiten, von oben und gegen Untergraben. Einfacher Kaninchendraht ist häufig zu dünn. Stabiler, engmaschiger Volierendraht und belastbare Rahmen sind die bessere Grundlage. Türen brauchen sichere Verschlüsse, die weder Wind noch Tiere öffnen können.
Füchse, Marder, Greifvögel, Hunde und Katzen können auch tagsüber auftauchen. Ein offenes Freigehege ist deshalb kein sicherer Daueraufenthalt. Prüft regelmäßig Draht, Holz, Scharniere, Dach und Bodenabschluss. Kleine Schäden können für einen Fressfeind bereits ausreichen.
Marder können durch erstaunlich kleine Öffnungen gelangen; der alte Vergleich mit einem Hühnerei ist als Warnbild durchaus hilfreich. Maschenweite, Drahtstärke und Befestigung müssen deshalb zusammenpassen. Ein engmaschiger Draht nützt wenig, wenn er nur lose getackert ist oder sich am Rahmen anheben lässt.
Auch der Bodenabschluss gehört zur Einbruchssicherheit. Hunde und Füchse können graben, leichte Gehege können angehoben werden, und ungesicherte Spalten entstehen manchmal erst nach Frost, Regen oder Holzverzug. Außenhaltung braucht deshalb regelmäßige Kontrollgänge entlang der gesamten Konstruktion.
Meerschweinchen in Außenhaltung im Winter
- Das Schutzhaus muss trocken, frostfrei und gut isoliert bleiben.
- Wasser wird mehrmals täglich auf Einfrieren und Verschmutzung kontrolliert.
- Heu steht ständig trocken zur Verfügung; Frischfutter darf nicht gefroren angeboten werden.
- Trockene, überdachte Laufwege motivieren die Tiere auch bei schlechtem Wetter zur Bewegung.
- Mindestens ein größerer, trockener Laufbereich und alle Unterstände müssen dick mit Heu oder geeigneter Einstreu versehen werden.
- Kranke, alte oder sehr leichte Tiere benötigen möglicherweise eine andere Unterbringung. Das ist tierärztlich zu beurteilen.
Der Umzug nach draußen muss in einer milden Jahreszeit erfolgen, damit sich die Tiere an das Außenklima gewöhnen können. Ein ständiger Wechsel zwischen warmer Wohnung und kaltem Außengehege ist zu vermeiden. Muss ein Tier aus medizinischen Gründen ins Haus, braucht auch das verbleibende Tier weiterhin Sozialkontakt und eine durchdachte Lösung.
Hallo,
wie war sollte es in dem isolierten Stall mindestens sein? Mir würde eine Gradangabe echt helfen.
Wir haben schon eine Betonheizung entwickelt, die wie ein Wärmestein funktioniert. Vielleicht sollte davon noch ein her – diese nimmt dann aber natürlich auch Platz weg. Ich möchte das richtig beurteilen können.
Viele Grüße
katja
Hallo Katja,
die Regel sollte ein frostfreier Stall sein.
Viele Grüße
Nadine
Hallo, wir überlegen uns gerade, Meerschweinchen anzuschaffen. Sie sollen in der Wohnung leben, allerdings ist der Platz, der für das Gehege genutz werden soll evtl nicht so günstig, was meint ihr: wir haben eine Maisonnette Wohnung, aber das obere Stockwerk ist schlecht isoliert und wird im Winter mal ca 12 Grad kalt, im Sommer bis zu 30 Grad tagsüber. Ist das, vor allem im Sommer, zu heiss? Es knall nicht die diekte Sonne, aber wird eben sehr unangenehm warm… Und: wir haben überall Parkett in der MIetwohnung – wegen Pipi und co. ist das nicht geeinget. Legt ihr einen Boden im Gehege? Liebe Grüße und danke schonmal für Antworten, Marie
Hallo Marie,
wenn Du es schon als unangenehm empfindest, würde ich dort kein Gehege für Tiere hinstellen. Sie haben ja keinerlei Möglichkeit auszuweichen.
Ein Boden muss immer ins Gehege. Dazu gibt es eigene Artikel. Schau dort am besten mal nach.
Viele Grüße
Nadine
Ich bräuchte eine n laden wo man ein außengehege kaufen könnte.
Hallo,
wirklich artgerechte Gehege in der ausreichender Größe habe ich bisher noch nirgendwo gesehen. Da baut man am besten selbst etwas.
Viele Grüße
Nadine
Heute ist mein Meerschweinchen gestorben. Ist mit seinem Kumpel schon das 3. Jahr draußen. Kann es sein das er trotzdem erfroren ist? Sein Kumpel isst seit Tagen auch kaum noch.
Hallo,
wie warm bzw. kalt ist es denn in der Schutzhütte?
Wenn ein Meerschweinchen nicht bzw kaum frisst muss es sofort von einem Tiearzt untersucht werden. Da ist schnelles Handen erforderlich damit es nicht auch noch verstirbt.
Viele Grüße
Nadine
Wir haben 4 Meerschweinchen und stellen gerade auf aussen Haltung um. Muss ich alle zb Narzissen entfernen, oder wissen die Tiere, dass sie die nicht fressen dürfen? Ich kann ja kaum sicher sein, dass in meinem eher wilden Garten keine für Meerschweinchen giftigen Pflanzen wachsen…
Hallo Britta,
leider kann man sich nicht grundsätzlich darauf verlassen dass Meerschweinchen keine giftigen Pflanzen fressen, daher würde ich alle entfernen.
Viele Grüße
Nadine
Hallo wir haben Nachwuchs und fragen uns gerade wann die Kleinen mit ins Außengehege dürfen. Danke
Meerschweinchen sind bereits zur Geburt fertig ausgebildete Tiere. Ob sie ins Außengehege dürfen ist vor allem von der Temperatur abhängig, die dort vorherrscht. Derzeit wird es nachts noch empfindlich kalt und vor allem der Boden ist noch sehr kühl, sodass man sowohl bei ausgewachsenen wie auch bei Nachwuchs noch etwas warten sollte.
Hallo, ich habe ein problem, habe 3 meerschweine, jedoch muss ich heut meinen Bock einschläfern lassen!!!
Kann ich meine 2 weibchen trotzdem nächstes jahr nach aussen tun? Möchte mir ungern wieder neue kaufen! Da ich vorher 2 böcke habe und nun beide gestorben sind. Un ich extra für den 1 bock die 2 weibcher gekauft habe.
Sie würden geschützt in einem garten haus stehen wo nur 1 seite offen ist.
Der kasten wird selbst gebaut und auch wind geschützt stehen.
Hoffe sie melden sich mal
Mfg
Hallo,
eine Außenhaltung auch nur mit zwei Meerschweinchen ist möglich, jedoch schwieriger als bei mehreren, da sie nur wenig eigene Wärme erzeugen, um ihrer Häuschen warm zu halten.
Hast Du keine Möglichkeit sie im Haus zu halten?
Viele Grüße
Nadine
Hallo, wir haben seit Ende August zwei meerlis. Solange die temp es zugelassen haben waren sie tagsüber draußen und nachts drinnen da sie aus innenhaltung übernommen wurden. Jetzt im Winter sind sie drinnen, haben ein Gehege von 1,20 x1,80 m . ich möchte gern eine Wurzel reintun um es naturnah zu gestalten. So könnten sie unten durch und auch drüberflitzen. Welches Holz ist geeignet? Habe eine fliederwurzel angeboten bekommen- geht das?
VG mari
Hallo Mari,
eine Wurzel ist immer schön im Gehege. Leider ist Flieder jedoch giftig.
Es gibt allerdings viele andere Bäume, die Du nehmen kannst: Obstbäume, Haselnuss, Birke, Buche… Schau am besten einfach mal in der Futterliste dieser Seite nach, dort findest Du eine Auflistung.
Viele Grüße
Nadine
Hallo,
meine 3 Meerlis leben in Innenhaltung aber ich würde sie gerne ab nächstem Jahr draußen halten. Einen passenden Standort unter Bäumen (apfelbäume) hab ich auch schon, aber der Walnussbaum von unseren Nachbarn verliert dort Laub (und an anderen Stellen wird es im Sommer sehr heiß). Kann ich das Gehege dort trotzdem aufstellen, oder ist das wegen den Blättern zu gefährlich?
Hallo,
Walnuss hat viel Gerbsäure und ist daher nicht ideal.
Könntest Du ein Dach / feinmaschiges Netz anbringen um zu verhindern, dass das Laub ins Gehege fällt?
Viele Grüße
Nadine
Hallo!
Ich habe meine Meerschweinchen draußen. Nun ist jedoch eines gestorben und der andere alleine. Wenn ich mir jetzt neue Meerschweinchen besorge, könnten sie jetzt noch draußen bleiben?
Viele Grüße
Hallo,
tut mir leid dass Dein Meerschweinchen gestorben ist.
Wenn Du neue Meerschweinchen dazu holst, kannst Du sie nur draußen lassen, wenn sie aus Außenhaltung kommen. Meerschweinchen aus Innenhaltung haben nicht mehr ausreichend Zeit sich an die nachts schon sehr kalten Temperaturen zu gewöhnen.
Viele Grüße
Nadine
Hallo,
wir sind gerade dabei unser Freigehege für unsere Meerschweinchen & die Hasen neu zu „bauen“. Wir haben eine Gartenhütte mit 5 m² geholt und möchten daran ein Freigehege 6m x 1m bzw. 1,5m bauen. Ich bin seit Wochen auf der Suche nach dem passenden Gehege… Finde aber nichts gescheites. Ich hätte gerne 3 Gehege à 2 m die man problemlos verbinden kann. Oben müsste es sehr stabil abgedeckt sein.
Aber mein Hauptproblem sind die Gitterabstände. Wir nehmen immer mal wieder kleine Meerschweinchen bzw. Schwangere auf… Und die kleinen passen durch die Normalen Gehege durch.
Habt ihr einen Tip, wo ich so ein Gehege herbekomme?
Hallo,
ich würde mir stabile Latten und einen Draht besorgen, der die gewünschte Maschengröße hat und dann selbst bauen. So ist man flexibel und in der Regel auch günstiger.
Viele Grüße
Nadine
Ich möchte mir meeries zulegen, haben eigenes haus mit garten, dort unter der tanne soll es stehen. ich kann aber untergrund nicht betonieren oder ausheben, da die tanne sehr grosse wurzeln hat, die schon herausragen. wollte einen fertigen stall mit angebautem auslauf kaufen kostet ca 200 eur. würde das nicht ausreichen ? oder soll ich ein für mich begehbares gehege aussen um die tanne bauen ? (wo mein mann mich warscheinlich dann köpfen wird) *g*
Hallo,
ein fertiger Stall ist meist zu klein. Zudem sind die Schutzhäuschen oft unzureichend isoliert und es besteht kein Schutz von unten. Das ist das große Problem, denn damit sind die Meerschweinchen Feinden wie Fuchs, Katzen oder Mardern hilflos ausgeliefert.
Ein begehbares Gehege istt in jedem Fall sinnvoller, es muss aber dennoch von unten geschützt werden.
Viele Grüße
Nadine
Ich habe auch 2 Meeries und die waren noch nie draußen.Heute bauen wir für sie ein Freilaufgehege!Jedoch ist er in unserem graten in solingen(Provatgarten).Das heißt ,dass ich sie Nachts in die hütte in einen Käfig tur und jeden Morgen zum Garten fahre und sie raustue.Dies wird aber nur über die Sommerferien so sein.denken sie das das geht?Vielen Dank und Liebe Grüße.
Hallo,
ja, wenn sie tagsüber genug Aufsicht haben (um zu kontrollieren, dass sie gesund sind, fressen u.ä.) und das Gehege sowohl den ganzen Tag im Schatten liegt als auch ausreichend vor Katzen, Mardern geschützt ist, ist das möglich.
Viele Grüße
Nadine
Das ist gut zu wissen.