Frische Gräser, Wiesenkräuter, Blattgemüse und anderes Grünfutter gehören zu einer abwechslungsreichen Meerschweinchen-Ernährung. Im älteren Sprachgebrauch wurde zusätzlich von „Saftfutter“ für Gemüse und Obst gesprochen. Entscheidend ist weniger das Etikett als die Auswahl: viel faserreiches Blattgrün, vielfältiges Gemüse und Obst nur in kleinen Mengen.
Was zählt als Grünfutter?
Zum Grünfutter gehören frische Gräser, Kräuter und Blätter. Geeignete Wiesenpflanzen sind beispielsweise Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich sowie verschiedene Gräser. Auch Blattgemüse und geeignete Salate liefern faserreiches Grün, besonders im Winter.
Eine artenreiche Mischung ist besser als große Mengen nur einer Pflanze. Meerschweinchen dürfen nicht als botanische Testesser eingesetzt werden: Was Ihr nicht sicher bestimmen könnt, wird nicht verfüttert.
Grünfutter sicher sammeln
Sammelt nur auf Flächen, die nicht frisch gedüngt, mit Pflanzenschutzmitteln behandelt oder durch Verkehr und Abfälle belastet sind. Direkt an stark befahrenen Straßen, gespritzten Ackerrändern und stark genutzten Hundewiesen bleibt das Grün stehen. Naturschutzregeln und Eigentumsrechte gelten selbstverständlich auch mit Futtersammelbeutel.
Kontrolliert die Ernte auf Giftpflanzen, Müll, Erde und Schimmel. Eine einzige unerkannte giftige Pflanze kann problematisch sein. Der Artikel über giftige Pflanzen für Meerschweinchen hilft bei der Risikoeinschätzung, ersetzt aber keine sichere Pflanzenbestimmung.
Darf nasses Grünfutter verfüttert werden?
Regen- oder taunasses Gras ist nicht allein wegen seiner Nässe gefährlich. Meerschweinchen auf einer Wiese warten schließlich auch nicht auf den Föhn. Problematisch wird Grün, wenn es dicht gepresst, warm gelagert, verschmutzt oder bereits gärig und verdorben ist.
Frisch gepflücktes, kühles und sauber riechendes Grün kann zeitnah verfüttert werden. Lagert größere Mengen locker, kühl und luftig und prüft sie vor der Fütterung. Erwärmtes, schleimiges, gärig riechendes oder schimmeliges Futter wird vollständig entsorgt.
Warum Rasenschnitt ungeeignet ist
Rasenschnitt aus dem Auffangkorb eines Rasenmähers wird nicht verfüttert. Die stark zerkleinerten Halme liegen dicht zusammen, erwärmen sich schnell und beginnen zu gären. Außerdem können Öl, Kraftstoff, Schmutz, Giftpflanzen oder Fremdkörper eingetragen sein.
Von Hand gepflücktes oder mit Sense beziehungsweise Sichel geschnittenes langes Gras ist etwas anderes, sofern Fläche und Pflanzen sicher sind. Auch dieses Grün wird locker transportiert und möglichst frisch angeboten.
Gras und Grünfutter langsam anfüttern
Nach einem Winter ohne Wiesenfutter beginnt die Grasperiode mit kleinen Portionen. Steigert Menge und Vielfalt über mehrere Tage, während Heu weiterhin verfügbar bleibt. Das Gleiche gilt für Tiere, deren bisherige Ernährung wenig Frischfutter enthielt.
Die langsame Gewöhnung ist kein Grund, dauerhaft nur zwei Halme anzubieten. Ziel ist eine vielfältige Ration, die die Darmflora schrittweise kennenlernt. Bei Durchfall, aufgeblähtem Bauch, Schmerzen oder Fressunlust muss die Ursache tierärztlich geklärt werden.
Gemüse und Obst ergänzen
Wenn Wiesenfutter knapp ist, übernehmen Blattgemüse, geeignete Salate und Gemüse einen größeren Anteil. Sie liefern Flüssigkeit, Vitamin C und Abwechslung. Paprika, Fenchel, Gurke, Sellerie und verschiedene Blattsalate können Teil einer wechselnden Mischung sein.
Obst ist wegen seines Zuckergehalts ein gelegentliches Leckerli. Es muss nicht nach einem festen Wochenplan verfüttert werden. Bunte Trockenfuttermischungen und Vitaminzusätze ersetzen kein vielfältiges Frischfutter.
Menge und Fütterungsrhythmus
Eine einzige Prozentzahl gibt den Bedarf nicht zuverlässig wieder. Fachstellen nennen unterschiedliche Richtwerte. Die passende Futtermenge hängt unter anderem von Körpergewicht, Aktivität, Temperatur, Gesundheitszustand und Zusammensetzung der Ration ab.
Bietet so, dass alle Tiere gleichzeitig an mehreren Stellen fressen können. Mehrere Frischfuttergaben über den Tag sind praktisch; bei geeigneter Auswahl kann Blattgrün auch länger verfügbar bleiben, solange es frisch und sauber bleibt. Kontrolliert Reste, Kot, Fressverhalten und das wöchentliche Gewicht, statt nur Grammzahlen abzuhaken.
hallo, dürfen Meerschweinchen Kapuzinerkressi essen?
Hallo,
Kapuzinerkresse enthäkt Senföle, manche Meerschweinchen vertragen diese nicht gut. Biete sie wenn nur in kleinen Mengen an.
Viele Grüße
Nadine
Dürfen Meerschweinchen Schachtelhalme essen???
Hallo,
ja, Schachtelhalm dürfen sie fressen.
Viele Grüße
Nadine