Meerschweinchen Krankheiten / Gesundheit

Meerschweinchen kann nicht essen – kein Arzt hilft!

Umgang mit kranken Schweinchen, Therapien, Medikamente und Heilungsverlauf.

  • Hallo zusammen,
    ich weiß, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als weiter nach einem kompetenten Arzt zu suchen, aber so langsam bin ich sowohl nervlich als auch finanziell am Ende und hoffe einfach, dass mir hier jemand einen Rat geben kann.


    Ich habe ein Schweinchen, das vor ungefähr drei Wochen Probleme mit dem Fressen bekam. Er ist hergekommen und hat sich wie immer auf sein Futter gefreut, aber er hatte sichtlich Probleme damit, das Essen aufzunehmen, zu kauen und zu schlucken. Als das den Tag über nicht besser wurde, sind wir zu Tierarzt Nr.1 gefahren. Angeblich war dort mit den Zähnen aber alles in Ordnung. Es wurde nur oberflächlich mit einem Wangenspreizer reingeschaut und auch sonst wurde der Kleine nur abgetastet. Wir haben lediglich eine Augensalbe mitbekommen, weil auch sein linkes Auge stark getränt hat. Zusätzlich BeneBac, weil er auch Verdauungsprobleme hatte.


    Wie erwartet wurden die Essprobleme nicht von selbst besser, er aß immer weniger und lag viel herum, obwohl er am Futter interessiert war. Dann ist mir aufgefallen, dass seine Vorderzähne schief aufeinander zu wachsen. Wir sind dann zu einem anderen Arzt gefahren, der laut Internet auch Zahnbehandlungen durchführen konnte. Dieser konnte aber ebenfalls an den Backenzähnen nichts feststellen. Die Vorderzähne wurden dann abgeschliffen und es wurde uns Päppelbrei mitgegeben.


    Wir haben dann übers Wochenende abgewartet und geschaut, ob sich etwas bessert, aber es hatte sich nichts verändert. Den Päppelbrei mochte er auch nicht und er hat sich jedes Mal heftig gewehrt, wenn er etwas davon bekommen sollte. Im Internet habe ich dann einen Arzt in der Nachbarstadt gefunden, der sich auf Zahnheilkunde spezialisiert haben soll. Ich hatte hier echt hohe Erwartungen und dachte, mein Schweinchen wird jetzt endlich mal von Kopf bis Fuß untersucht, aber dieser sogenannte „Spezialist“ hat ebenfalls nur oberflächlich ins Mäulchen geschaut und konnte da nichts sehen, weil „da ja Futter drin ist“. Beim Abtasten des Tieres hat er eine Verdickung im Bauch gefunden und meinte, das wäre eine Blinddarmentzündung. Dann Antibiotikum-Spritze ins Tier, noch etwas Rodicare und Dimethicon zur Verdauung und ein Schmerzmittel wurde uns mitgegeben. Nichts davon half – ich war auch der Meinung, dass es Aufgasungen waren und keine Entzündung, weil das relativ schnell wieder wegging.


    Als wir dann ein paar Tage später beim Kontrolltermin waren und darauf bestanden haben, dass die Backenzähne und der Rachen vernünftig kontrolliert werden, wurde dann plötzlich eine Kehlkopfentzündung – wieder nur durch Abtasten! – festgestellt. Wieder hieß es, dass die Backenzähne in Ordnung seien. Also wieder Antibiotikum ins Tier und neue Schmerzmittel bekommen. Danach hat sich der Arzt in den Urlaub verabschiedet und ich konnte mich anschließend nach einem weiteren Arzt umsehen, weil sich nichts gebessert hat. Im Gegenteil, das Tier wird immer schwächer und hat mittlerweile ziemlich abgenommen. Auf meine Frage, ob man das Schwein nicht mal röntgen könne, habe ich bei jedem(!) Arzt die Antwort bekommen, dass dies nur in der Tierklinik in einer weiter entfernten Stadt möglich sei – weil immer nur diese bestimmte Klinik genannt wird, vermute ich hier eine Partnerschaft unter den Ärzten. Entweder das, oder keiner hat Lust oder die Kompetenz, sich mit Meerschweinchen zu befassen. Weil die Klinik aber weiter entfernt ist und eine Freundin von mir dort sehr schlechte Erfahrungen mit ihrem Kater gemacht hat, habe wir uns in unserer Stadt nochmal nach einem anderen Arzt umgesehen und dort bereits vorab nach der Möglichkeit, ein Röntgenbild anzufertigen, gefragt.


    Aber auch hier bin ich nicht überzeugt. Die neue Ärztin wollte sich das Schwein erst gar nicht ansehen. Wenn das Tier eine Woche lang nichts Festes gekaut habe, wäre „sowieso alles zu spät, weil sich die Kaumuskeln so rapide abbauen“. Nach mehrmaliger Aufforderung wurde der Kleine dann doch unter Inhalationsnarkose geröntgt, einmal komplett und einmal der Kopf. Wieder keine Auffälligkeiten an den Zähnen oder Zahnwurzeln, aber diesmal wurde eine Verdickung am Unterkiefer, direkt in der Mulde unter dem Kinn gesehen. Laut Ärztin kann er deshalb seine Zunge nicht richtig bewegen und das Essen aufnehmen. Sie war auch geschockt, dass keiner der anderen Ärzte diese Verdickung beim Abtasten gefühlt hat. Von der angeblichen Kehlkopfentzündung war nichts zu sehen. Was das aber ist und wie man das behandeln kann, habe ich nicht erfahren. Es könne entweder eine Entzündung oder ein Tumor sein. Sie hat uns erneut ein entzündungshemmendes Mittel mitgegeben. Falls das nicht hilft, könne man immer noch eine Biopsie machen. So oder so könne man dem Tier wegen der abgebauten Kaumuskulatur aber eh nicht mehr helfen…


    Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll oder zu welchem Arzt ich noch gehen soll. Mittlerweile sind mehrere hundert Euro und jede Menge Zeit und Energie für nichts und aus der Luft gegriffene Diagnosen verschwendet worden. Kein Tierarzt hat mich überzeugt oder den Eindruck gemacht, wirklich am Schwein interessiert zu sein. Wir päppeln ihn seit mittlerweile drei Wochen und sind nicht in der Lage, Hilfe für ihn zu finden. Alles was er isst, sind ein paar Blätter Löwenzahn oder Petersilie sowie etwas Heu. Was kann diese Verdickung sein? Für mich sah es so aus, als wäre sie direkt am Knochen. Soll ich die Biopsie machen lassen? Und kann man sowas an dieser Stelle direkt am Hals operieren? Mein Vertrauen in die Ärzte ist mittlerweile völlig weg.

  • Hallo,


    wow da hast du echt ne odysee an unfähigen Ärzten hinter dir.


    War einer dieser Ärzte eigentlich auf Meerschweinchen spezialisiert?
    Im Studium werden Nager nur sehr oberflächlich gestreift, erst wenn ein TA sich nach seiner regulären Ausblidung privat weiter bildet, auf das ein oder andere Kleintier Papagei, Echse oder Meerschwein, kann er sich xy Spezialist nennen.


    Wurde dir AB mitgegeben? Depotwirkungen beim Schwein gibt es nicht, die haben einen so schnellen Stoffwechsel, da wird jedes Medi das gespritzt wird, direkt abgebaut und verwertet.


    Wie viel Brei bekommt die Wutz aktuell, täglich? Welche Medis bekommt sie dazu? Was wiegt die kleine jetzt?


    Den Brei kannst du mit Babygläschen - Gemüsebreie ohne Kartoffel - strecken, Fruchtbreie lass außen vor, die fordern die Verdauung zu stark.


    Ebenso kannst du zarte Haferflocken in den Brei mischen. Du kannst Heusud anbieten. Das ist Heu zubreitet wie Tee, der wird lauwarm angeboten. Ausgedrückte feuchte Halme werden ebenfalls genommen.
    Die sind weicher, wie normales Heu, möglich das er es besser kauen kann.


    Wenn du wieder auf der Suche nach einem kompetenten TA bist, schau das du einen findest, der Meerschweinchen erfahren ist.. der also Ahnung von unseren lieblings Nagern hat..
    und frag nach Ratenzahlung, wenn es finanziell eng wird.


    lg Sue

  • Hallo!


    Wie viel hat das Schweinchen mittlerweile abgenommen?


    Die Frage ist leider wirklich, in wie weit man es nach 3 Wochen noch retten kann, insbesondere, wenn ihr mit der Zwangsernährung zu zögerlich seid und entsprechend viel gewicht verloren wurde.


    Ich würde ja eher einen Kieferabzess vermuten, aber mit nur einem Röntgenbild vom Kopf statt zwei Ebenen vom Kiefer mit jemandem, der wirklich gut Röntgenbilder lesen kann, da ist das schwer zu sagen. Es würde aber zum tränenden Auge passen.


    Und: nach so vielen Wochen macht da eine Behandlung auch nicht mehr viel Sinn, weil schon längst die Knochen angegriffen sind. Das würde die Qual nur verlängern.


    Ich habe wirklich Sorge, dass es einfach zu spät ist, um das Tier zu retten. tut mir leid.

  • Danke zunächst für die Antworten.


    Er ist ein großer Bock und hat, als er noch gesund war, um die 1500 g gewogen. Jetzt ist er bei bei knapp 1100 g. Er bekommt 3 - 4 mal am Tag je 10 ml Päppelbrei. Mehr schaffen wir nicht, da wir berufstätig sind. Aber nach ein paar Tagen Übung, wie man ihn am besten fixiert, bekommen wir zumindest diese Menge in ihn rein, auch wenn er sich sehr dagegen sträubt. Zusätzlich bieten wir ihm immer wieder verschiedene Sachen Frischfutter an - aber wie gesagt isst er nur ein oder zwei Blättchen Löwenzahn, Wurzelgrün oder Petersilie und hat danach keine Lust mehr, obwohl er alles interessiert anschaut. Heu knabbert er ja auch ein bisschen.


    Ich habe bereits probiert, ihm verschiedene Sachen anzubieten. Selbst gemischten Brei, Babybrei, anderen Päppelbrei. Er hasst es einfach, mit der Spritze gefüttert zu werden.


    An Medikamenten bekommt er momentan halt nach Bedarf Dimethicon bei Aufgasungen und Rodicare zur Anregung der Verdauung. Vorher ein Schmerzmittel, das hatte einen ähnlichen Namen wie Metacam), jetzt Aspirin auf Anraten der letzten Tierärztin. Antibiotika zum Eingeben haben wir nicht mitbekommen. Ich wusste nicht, dass das so schnell verstoffwechselt wird. Laut Arzt, der ihm Antibiotika gespritzt hat, halte die Wirkung für vier Tage...


    Ich fühl mich einfach so schlecht. Man fährt von Arzt zu Arzt und ich finde einfach keine Hilfe für mein Tier. In meiner Stadt habe ich so ziemlich jeden Arzt durch und mit keinem war ich wirklich zufrieden. Leider findet man immer erst bei der Behandlung raus, ob der Arzt meerschweinchenerfahren ist. Auf tolle Internetbewertungen und schicke Zertifikate gebe ich mittlerweile schon nichts mehr.


    Kann man nur durch ein Kiefer-Röntgenbild rausfinden, ob das ein Abszess ist? Und geht das echt nur in einer Tierklinik?

  • Zitat von Mochi


    Kann man nur durch ein Kiefer-Röntgenbild rausfinden, ob das ein Abszess ist? Und geht das echt nur in einer Tierklinik?


    Hallo


    Durch RBs kann sehr vieles festgestellt werden, auch Abzesse. Allerdings muss der Arzt dafür auch wissen, wie man sowas richtig deutet.
    Ich z.B. bin in der TK nur in absoluten Notfällen, weil die da echt nicht so viel Ahnung haben. Meine normale TÄ hingegen schaut sich ein RB genau an und frag notfalls bei einem Meerschweinchenerfahrenem Kollegen nach, der seine Praxis deutlich weiter weg hat. In so einem seltenen Fall muss dann zwar ein Tag länger warten, aber es werden solche Sachen ordentlich festgestellt.


    Man muss halt länger suchen bis man einen vernünftigen Arzt gefunden hat. Dabei kann es dann auch vorkommen, dass der TA, den man eigentlich für gut befunden hat, auf einmal nur noch "Bockmist" baut und nur Halbwissen zeigt.

  • Hallo!


    Öfter füttern wäre schon wichtig. Also abends noch wenigstens einmal extra, und auch mit Berufstätigkeit nach Lösungen suchen - vielleicht kann man in der Mttagspause schnell heim fahren, das Schweinchen mit ins Büro nehmen, oder man hat eine Freundin, die im moment in Elternzeit ist und bei der man das Tier tagsüber abgeben könnte? Oder man hat Gleitzeit, damit einer morgens extra früh anfangen und entsprechend zeitig heim kommen kann, während der andere erst am vormittag anfängt und dann ebend Abends länger macht? Wenn das alles nicht geht: 1-2 mal pro Nacht aufstehen. Das haltet ihr auch eine Weile aus.


    Das Röntgenbild, das gemacht wurde, gehört übrigens euch. Ihr dürft euch das aushändigen lassen und es andere Tierärzte anschauen lassen. Normalerweise sollte man da schon was sehen, es sei denn, das Bild wurde in völlig falschem Winkel gemacht.


    Sonst würde ich eher das Tierarzt-Hopping einstellen, sondern jeden zweiten Tag beim selben auf der Matte stehen, bis der endlich eine Ursache findet und bekämpft. Bisher ist ja genau deswegen immer nur oberflächlich untersucht worden, weil es eben eine erste Vorstellung war. Nehmt gerne einen Zettel mit, was ihr wollt.


    Es muss auch gar nicht an den Zähnen liegen, es können auch so starke arthroseschmerzen sein, dass er kaum einen bissen runter bekommt. Mit Glück sieht man die Knie auf dem Röntgenbild auch - muss nur jemand drauf achten. Auch bei schlimmen Blasensteinen kommt futterverweigerung vor. Nur hat eben bisher kein einziger der Tierärzte sich wirklich zeit für eine eingehende Untersuchung genommen, alles nur so wischi-waschi-schnell-schnell. Lasst euch einen richtigen Termin geben, macht klar, dass der mindestens 20 Minuten dauert, und wenn der Tierarzt meint er wäre nach 3 Minuten durch sagt deutlich, dass ihr stehen bleibt.


    Richtig abhören, nicht nur mal kurz. Richtig abtasten und dabei auch die Beine bewegen. Nicht nur oberflächlich gucken in Mund, Augen, Ohren, Geschlechtsorgane, sondern gründlich. Wenn Futterbrei im Maul ist, kann man das auch ausspülen. Abtasten ist halt was anderes als einmal drüber streicheln.


    Denkt dabei daran, wie der Zahnarzt die Zähne anschaut. Der wirft auch nicht nur einen Blick in den Mund, sondern geht jeden einzelnen zahn durch, außen, innen, Kaufläche, auch wenn gar kein großes Loch zu sehen ist. So sollte es beim Meerschweinchen auch laufen. Das ist die "eingehende Untersuchung" für die ihr um die 15 Euro zahlt, das ist mehr als 3 Minuten und raus mit euch.

  • Ich komme aus Delmenhorst, nahe Bremen.


    Ich komme gerade aus der Praxis wieder. Diesmal hat ihn sich eine andere Ärztin angeschaut, die einen besseren Eindruck machte. Sie vermutet doch, dass es ein Abszess ist und hat gefragt, wieso der Mund- und Rachenbereich noch nicht unter Narkose angeschaut wurde. Ich habe für morgen früh einen Termin, wo sie ihn unter Inhalationsnarkose noch einmal eingehend untersuchen und den Abszess gegebenenfalls operieren will. Ich habe wieder etwas Hoffnung, dass vielleicht doch noch etwas getan werden kann.

  • Ich bin frisch in diese Ecke gezogen. Mir wurde Frau Dr. Angelika Hoffmann empfohlen. In wie fern sie am Wochenende Notdienst hat, weiß ich nicht.
    In Oldenburg gibt es eine Nagerspezialistin und in der einen Tierklinik haben die meisten Tä in der TierHo in Hannover studiert. Muss nix heißen.


    Ich war immer Stammgast dort und bin momentan neuer Stammgast in Vechta.


    Wie steht es jetzt um dein Schweinchen?

  • Hallo,

    das klinkt doch schon viel besser.. und die neue Ärztin scheint etwas auf dem Kasten zu haben.


    Da du ihn bereits seit Wochen päppelst, lass doch morgen gleich noch die Zähne nach schauen.. in Narkose geht ne Zahnuntersuchung besser von statten.. eben weil Wutz nicht wach ist und zappeln könnte.


    Ich drück dir die Daumen, das die Ursache gefunden und behandelt wird - und das deine Wutz wieder Lebenswillen zeigt und das essen beginnt.


    lg Sue

  • Zitat von Chrissi89

    Ich bin frisch in diese Ecke gezogen. Mir wurde Frau Dr. Angelika Hoffmann empfohlen. In wie fern sie am Wochenende Notdienst hat, weiß ich nicht.
    In Oldenburg gibt es eine Nagerspezialistin und in der einen Tierklinik haben die meisten Tä in der TierHo in Hannover studiert. Muss nix heißen.


    Ich war immer Stammgast dort und bin momentan neuer Stammgast in Vechta.


    Wie steht es jetzt um dein Schweinchen?


    Bei Frau Hoffmann haben wir morgen früh tatsächlich den Termin. Angeschaut wurde er diesmal von ihrer Tochter, die ihn auch morgen behandeln wird. Die Praxis hat regulär Samstags geöffnet. Ich werde berichten, wie es abgelaufen ist. Immerhin war das die erste Praxis, die überhaupt mal ein Röntgenbild angefertigt hat.


    Der Kleine ist gerade ziemlich müde. Hat gerade noch seinen Brei bekommen und sich jetzt in sein Häuschen zurückgezogen. Seine beiden Partnerinnen sind sichtlich verwirrt, weil er momentan lieber in Ruhe gelassen werden will.

  • Das ist ja super, dass du grade bei ihr jetzt einen Termin bekommen hast.
    Daumen sind gedrückt.


    Über Facebook ist eine Halterin mit ihr gut befreundet und betreut ihre Tiere schon seit sehr vielen Jahren.
    Sie wäre später auch meine erste Anlaufstelle in Delmenhorst.
    Über deinen Bericht bin ich sehr gespannt.


    Ich bin von der TierHo sehr "verwöhnt " und es war bzw ist schwer auf dem Land gute Tierärzte zu finden.



    Von meiner Tä in Vechta wurde Frau Dr. Wirth empfohlen. Sie ist auf Nagetiere spezialisiert und die Klinik von Dr. Kopp würde ich mal ausprobieren.
    Schade, dass beide in Oldenburg sind.

  • So, er wurde heute morgen letztendlich doch operiert. Während der Untersuchung unter Narkose kam heraus, dass er Zahnspitzen an den Backenzähnen hatte, die ihm in die Zunge gepiekt haben. Der Knubbel unter seinem Kinn war tatsächlich ein sehr großer Abszess, der in der Kehle direkt hinter einem Lymphknoten nach innen gewachsen war und unter seinen Zungengrund gedrückt hat, weswegen er auch nicht schlucken mochte. Um da ranzukommen, musste der Lymphknoten, der ohnehin angegriffen war, entfernt werden. Der Abszess wurde aufgeschnitten, gespült und eine Drainage gelegt, die hoffentlich bis zum nächsten Kontrolltermin am Montag drin bleibt... Die OP war aufwendig und hat inklusive der Zahnspitzenentfernung fast eine Stunde gedauert. Die Vorderzähne, die wahrscheinlich wegen der Zahnspitzen erneut schief aufeinander zu gewachsen sind, wurden dabei gleich mit geschliffen. Die Ärztin hat den Abszess fotografiert und mir danach gezeigt. Da war tatsächlich ein großer Eiterherd in der Kehle. Ob er jetzt endgültig verschwunden ist, konnte nicht garantiert werden, da die Ärztin das umliegende Gewebe nicht verletzen wollte. Dem Kieferknochen ist auf wundersame Weise nichts passiert.


    Ich habe jetzt ein Antibiotikum, Schmerzmittel und eine neue Packung Critical Care mitbekommen. Bei der Abholung war der Kleine zunächst ganz hibbelig und ist zu den Futternäpfen gelaufen, wo er versucht hat, etwas zu essen, aber ich denke, die Schmerzen sind im Moment noch zu groß, denn kurze Zeit später hat er sich auch in seinen Kuschelsack zurückgezogen und liegt seitdem da drinnen. Etwas Löwenzahn hat er aber schon (wenn auch sehr langsam) gefuttert. Die Drainage nervt ihn allerdings tierisch. Im Notfall ist die Praxis auch morgen zu erreichen.


    Ich denke, ich werde ihn jetzt erstmal eine Weile in Ruhe lassen und mit dem Füttern noch etwas warten. Im Großen und Ganzen hat die Ärztin (Julia Hoffmann) und auch die Praxis aber einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht. Wie man mir sagte, ist diese Praxis in meiner Gegend wohl auch die einzige, die mit Inhalationsnarkose arbeitet. Ich habe jetzt zumindest wieder etwas Hoffnung, dass es der Kleine doch schafft. Ich fühle mich einfach nur so schlecht, weil der Arme mit diesem Abszess drei Wochen rumlief und kein Arzt vorher etwas gefunden hat. Er muss große Schmerzen gehabt haben.

Ähnliche Themen wie Meerschweinchen kann nicht essen – kein Arzt hilft!