Kokzidose - Unerwünschte Einzeller

Kokzidien beim Meerschweinchen

in Meerschweinchen Krankheiten

Woher Meerschweinchen sich mit Kokzidien infizieren, ist leider nicht genau festzustellen, da sie praktisch über jedes Futter eingeschleppt werden können. Oft sind Kokzidien im Grünfutter zu finden und werden so oral vom Meerschweinchen aufgenommen. Dabei nisten sie sich im Magen-Darm-Trakt der Meerschweinchen an. Beim Futter ist es egal ob es sich um Bioprodukte handelt, oder nicht.

Im Gegenteil gelten Bioprodukte immer mal wieder als noch häufiger belastet. Auch gründliches Waschen des Grünfutters hilft nicht effektiv gegen Kokzidien. Eine Infektion des Meerschweinchens kann zudem lange Zeit unentdeckt bleiben, da dies häufig ohne erkennbare Symptome verläuft. Hiermit verkompliziert sich weiter das ursächliche Futter zu bestimmen. Der Nachweis über den Kot ist nach ca. 12 Tagen nach Einnistung der Parasiten möglich, da das erkrankte Tier dann beginnt die Eier der Kokzidien, Oozysten genannt, auszuscheiden.

Was sind Kokzidien

Meerschweinchen KokzidienKokzidien sind eine Form der Parasiten aus der Klasse der Sporozoen, welche mikroskopisch über die Ausscheidungen des Tieres nachgewiesen werden können. Bei Kokzidien handelt es sich um Einzeller, die sich im Verdauungsapparat des Meerschweinchens einnisten und besonders bei durch Stress angeschlagenen Tieren oder in Folge von Vitamin-C Mangel die Kokzidose hervorrufen.

Ursachen für Kokzidien

  • Kokzidose tritt durch Keime im Frischfutter auf, die vom Meerschweinchen oral aufgenommen werden und so in das Verdauungssystem gelangen.
  • Vitamin-C Mangel
  • Die Krankheit äußert sich dann bei Meerschweinchen mit einem geschwächten Immunsystem, oft in Folge wenn diese Meerschweinchen übermäßigem Stress ausgesetzt sind. Typische Stressfaktoren sind Rangstreitigkeiten oder Rangneuordnungen in der Gruppe. Auch eine Schwächung des Immunsystems durch eine weitere Erkrankung z.B. durch Parasiten kann den Ausbruch von Kokzidose zur Folge haben.

Symptome bei Kokzidose beim Meerschweinchen

  • Das Meerschweinchen verweigert die Nahrung, es kommt nicht zur Frischfütterung und lehnt auch die direkte Gabe z.B. von Gurke ab.
  • Wiederkehrender Durchfall deutet ebenfalls auf eine Kokzidose Erkrankung des Meerschweinchens hin.
  • Meerschweinchen, welche an Kokzidien leiden, wirken teilnahmslos.

Diese Sympthome sind allerdings sehr allgemeiner Natur und gelten für eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen. Sicherheit kann nur der Tierarzt durch eine Kotuntersuchung geben.

  • Kokzidose ist über eine Kotprobe nachweisbar. Hierzu sollte der Kot des entsprechenden Tieres der letzten drei Tage gesammelt und über den Tierarzt im Labor untersucht werden.

Behandlung bei Meerschweinchen-Kokzidose

  • Die Gabe eines Antibiotikums, in dem Fall von Sulfonamiden oder Toltrazuril, bekämpft den Erreger im Verdauungssystem.
  • Eine tägliche und gründliche Reinigung des gesamten Käfigs samt Inventar (Häuschen, Heuraufen, Kuschelröhren etc.) ist dringend empfohlen. Dabei sollte altes Streu und Heu entfernt werden, der gesamte Käfig heiß ausgewaschen werden, die Inneneinrichtung ebenfalls heiß abgewaschen und der Käfig dann neu eingestreut werden. Dies sollte sieben Tage bis nach der erfolgreichen Medikamentation des Tieres jeden Tag erfolgen.
  • Nach der Behandlung wird über eine weitere Kotprobe die erfolgreiche Bekämpfung bestätigt.
 Die Hygiene ist in der Zeit, wo ein Meerschweinchen mit Kokzidose diagnostiziert wurde, besonders zu beachten. Das tägliche Saubermachen des Käfigs ist wichtig! Außerdem sollten alle Tiere der Gruppe mitbehandelt werden, da auch sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schon angesteckt haben, sofern sie das selbe Futter erhielten. 

Bildnachweis: USDA ARS – gemeinfrei. Das Bild zeigt die im Kot nachweisbaren Oozyten.

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