Der Markt an verschiedenen Wassertränken und Trögen für Meerschweinchen ist unüberschaubar groß geworden. Neben den Klassikern haben auch neue Produkte Einzug in die Frischwassergabe gehalten. Aber nicht nur Tränken, auch der gute alte Trog gehört längst nicht zum alten Eisen und steht zurecht in vielen Meerschweinchengehegen.
Wir möchten mit diesem Artikel einen Überblick über die im Fachhandel erhältlichen Trinkmöglichkeiten für Meerschweinchen geben und dabei auch unsere Erfahrungen einstreuen. Wie wohl jeder Meerschweinchenhalter mussten auch wir immer wieder probieren, justieren und neu arrangieren.
Die Standard-Nippeltränke
Die Nippeltränke ist der Evergreen unter den Wassertränken für Nagetiere, auch für Meerschweinchen. Das Konzept ist einfach: Eine umgedrehte Flasche hat am unteren Ende ein Edelstahlrohr, in dem sich eine Metallkugel befindet. Das Edelstahlrohr verjüngt sich unten und verhindert, dass die Kugel hinausfällt. Das Wasser oder eine zusätzliche Feder drückt die Kugel nach unten, sodass kein Wasser austritt. Je besser die Tränke verarbeitet ist, desto dichter schließt sie. Manche Modelle schließen allerdings so dicht, dass Meerschweinchen Mühe haben, die Kugel mit der Zunge nach oben zu drücken.
Trinken können die Schweinchen, indem sie mit dem Mund an das Metallrohr gehen und mit der Zunge die Kugel leicht nach oben schieben. Die Tränke gibt dann je nach Modell einen größeren oder kleineren Tropfen frei. Für mehr Wasser muss die Kugel immer wieder bewegt werden.
Meerschweinchen haben den Dreh mit der Trinkflasche normalerweise schnell heraus. Eine eher versteckte positive Eigenschaft ist das Klacken der Metallkugel: Immer wieder ist zu beobachten, dass dieses Geräusch andere Meerschweinchen im Gehege dazu animiert, selbst etwas zu trinken.
- Der Käfig bleibt trocken.
- Das Wasser wird nicht so schnell verunreinigt.
- Viele Modelle sind robust.
- Das Klacken kann Trinkroutine auslösen.
- Die Kopfhaltung beim Trinken ist unnatürlich.
- Es werden nur einzelne Tropfen freigegeben.
- Zu kleine Röhrchen sind für Meerschweinchen ungeeignet.
Nippeltränken gibt es in vielen Größen und Ausführungen. Wir würden keine zu großen Tränken nehmen, damit man gar nicht erst vergisst, das Wasser täglich zu erneuern. Sehr kleine Tränken mit kleinem Metallrohr sind für Meerschweinchen eher ungeeignet. Wer die Nippeltränke im Eigenbau oder Gehege platzieren möchte, benötigt eine sichere Halterung oder etwas handwerkliches Geschick.
Die Sippitränke / der Trinkautomat
Sippitränken werden auch als Trinkautomat bezeichnet und sind eine optimierte Version der Nippeltränke. Statt einer Kugel mit Edelstahlrohr gibt es einen Kunststoffarm mit einem Ventil. Darin befindet sich ein Metallstift, den das Meerschweinchen mit der Zunge nach oben drückt. Anders als bei der Nippeltränke läuft bei der Sippitränke so lange Wasser, bis das Meerschweinchen sich mit Mund oder Zunge von der Tränke entfernt.
Die Sippitränke ist häufig aus Hartplastik, das leider leichter splittern oder brechen kann. Natürlicherweise sind diese Tränken keiner hohen Belastung ausgesetzt, allerdings können sie schon bei Reinigung und Montage empfindlich sein. Die Halterung ist meist für die Montage am Gitter gedacht, lässt sich aber oft auch für eine Wandmontage umbauen.
- Der Käfig bleibt trocken.
- Das Wasser wird nicht verunreinigt.
- Es gibt einen durchgehenden Wasserlauf.
- Die Befestigung ist meist gut lösbar.
- Die Kopfhaltung beim Trinken bleibt unnatürlich.
- Das Material ist vergleichsweise empfindlich.
- Das Ventil muss regelmäßig kontrolliert werden.
Wir setzen neben dem Wassertrog nur noch Sippitränken ein, weil wir und vor allem unsere Meerschweinchen damit die besten Erfahrungen gemacht haben. Diese Erfahrung ist aber kein Gesetz. Entscheidend ist, welche Trinkmöglichkeit in der eigenen Gruppe zuverlässig angenommen wird.
Sowohl Nippeltränke als auch Sippitränke haben das Problem der unnatürlichen Kopfhaltung. Das sollte man nicht wegreden. Es lohnt sich, die richtige Höhe zu finden und zu beobachten, welche Tränke besser angenommen wird. Alternativ kann man auch einen Wassertrog ausprobieren.Der Wassertrog / Wassernapf
Der Wassernapf wird von vielen deshalb priorisiert, weil er die natürlichste Form der Wassergabe darstellt. Meerschweinchen nehmen Wasser so auf, wie sie es auch ohne Trinkflasche tun würden. Der Trog hat allerdings den großen Nachteil, dass er sehr schnell mit Einstreu verschmutzt. Auch kann ein Meerschweinchen auf der Flucht ungewollt hineingeraten.
Wir haben den Trog immer wieder ausgiebig angeboten. Keines unserer Meerschweinchen hat nennenswert daraus getrunken. Dafür war er sehr schnell verschmutzt, weshalb er bei uns nicht mehr dauerhaft zum Einsatz kam.
Ein Trog muss ausreichend schwer sein, damit Meerschweinchen ihn nicht umkippen, wenn sie ihre Vorderpfoten auf den Rand stellen. Schwere Keramiknäpfe sind deshalb zu bevorzugen. Teller, Untertassen und ähnliche Notlösungen sind zu vermeiden.
- Natürlichste Darreichung.
- Gruppentrinken ist möglich.
- Keine Kugel oder kein Ventil kann blockieren.
- Das Wasser verunreinigt schnell.
- Der Napf kann das Gehege wässern.
- Er benötigt mehr Platz.
- Er wurde bei uns schlechter angenommen.
Wo Wasser anbieten?
Bei der Wahl der Trinkmöglichkeiten haben sich unsere Meerschweinchen zu etwa zwei Dritteln für die Sippitränke entschieden, ein Drittel entfiel auf die Nippeltränke und der Wassernapf wurde so gut wie gar nicht verwendet. Deshalb würden wir aus unserer Erfahrung heraus zur Sippitränke tendieren. Sie kann auch mehrfach gekauft und an verschiedenen Stellen eingesetzt werden.
Wir haben die besten Erfahrungen damit gemacht, Tränken dort zu platzieren, wo die Meerschweinchen häufig vorbeikommen. Da wir uns für eine Haltung im großen Eigenbau entschieden haben und die Frischfütterung außerhalb geben, wurden die Tränken an den Ein- und Ausgängen des Eigenbaus am besten angenommen.
Welches Wasser?
Neben der Darreichung stellt sich die Frage, welches Wasser man anbietet. Ausreichend abwechslungsreich ernährte Tiere benötigen keine Nahrungsergänzungsmittel, die in das Wasser gemischt werden. Auch spezielles Nagerwasser ist unnötig. Füllt die Trinkflasche eurer Meerschweinchen einfach mit Leitungswasser. Es hat in Deutschland eine sehr gute Qualität und muss streng kontrolliert werden. Mehr dazu steht im Artikel Wasser für Meerschweinchen.
So, hallo dann mal:
sehr schöner Artikel, knapp und emotionslos konsequent auf den Bedarf von Schweins zugeschnitten.
Bei Thema trinken scheinen sich die Gemüter vielseitig ähnlich zu verhalten. Mal als Beispiel: meine Mathilde hat den Spitznamen „Trockenschwein“, weil sie mir früher Sorgen machte und nie trank. Sie trinkt heute noch nicht.
Als Ebay 5€ Schweinchen war sie eine „Bitte“ einer anderen NS, ich soll sie holen. Ein Glücksfall! Ein sehr kluges Tier, sehr zu unterschätzen, ein Paket von Schweinchen und innerlich „zart“ und was soll man sagen, wenn sie nicht rinkt, bei der sonstigen aufmerksamen Sozialisierung von „Silie, ihrer Ziehmutter“?
Sie trinkt eben nicht und dafür muss ich das ausgleichen: Tomate, Gurke, Mangold, Apfel und Dill, Endivien.
Anfänglich mochte sie das Zeugs alles nicht. Aber der Futterneid löst viele Probleme – wenn es die Anderen erst mögen, frisst sie das auch und so geht es auch anderen.
Aber was macht man, wenn ein Tier krank ist und ich anders füttern muss: ich bin dazu übergegangen auch mit einer abgesägten 1ml Spritze (bitte schöne entgraten am Schnitt) Wasser mit einen Prise Natron wechselweise mit einer kräftigen Prise HerbiCare zu geben. So kann ich Krankenkost dem einen Tier geben und das, was den Anderen davon nicht schmeckt mit gutem Heu ausgleichen. Wenn ich sehe, dass ein Tier lustlos rumhängt, gibt es dann lecker Wasser. Sie lieben es.
Zu meinen Erstaunen saufen sie das Wasser aus dem 0815-Auftischfilter mit etwas (Prise!) Natron versetzt oder etwas aromatisiert wie Weltmeister.
Etwas Geduld muss sein: es muss esrst riechen. MIt Hektik und Eile geht beim Schweinchen selten was!
Es ist schön zu sehen, wie gut das geht und selbst ein junges Weibchen, das einen Abneigung gegen „Übergriffe“ auf das Mäulchen hat (Zähne beim TA gucken und / oder Futterspritzen) konnte ich damit locken: sie leckt aber nur die Tropfen an der Spritze.
Also, das Gefühl, dass Tiere zu weingi trinken kenne ich auch, ist meines Erachtens ein Teil eines sich selbst Aufgebens und etwas „psychotisch“, aber das Gegengewicht ist dann, dass Tiere im Käfig ankommen müssen und sich wohl fühlen(!) müssen. Dann normalisiert sich der Rest des Verhaltens häufig auch von selbst und bis dahin baue ich dem Tier ein Brücke, dass es nicht abkippt und aufgrund von Ängsten Verhaltensauffällig wird.
Übrigens noch etwas: ein Schweinchen, hier geboren, ruhiges und zutrauliches Tier, das sehr schwer erkrankt war und nicht mehr selbst essen konnte wurde von mir lange gepflegt (5 Monate, eine schöne Zeit!). Er war sehr tapfer und fraß die diversen Päppelbreie, alle mit Wasser angerührt, recht gern und da dort eh viel Wasser drin ist, konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass er noch extra Durst haben könnte(!). Durch einen Zufall gab ich ihm dann doch mal Wasser und nachdem er bereits 15 ml Päppelbrei intus hatte, schön sämig dünn, denn er hatte keine Kausmukulatur mehr (also jede Woche zum TA wegen der Zähne!), soff das liebe Tier auf einen Rutsch noch 50ml! Wasser runter und guckte mich so zufrieden an, wie schon lange nicht mehr.
Das sollte einen nachdenklich stimmen, denn der Versuch bei anderen Tieren aus seiner Herde, die objektiv nicht erkrankt sind, verlief durchgänging genauso: sie aufena lle gern gutes nie unter 10 ml. 100ml, wie oben irgendwo zitiert, halte ich für absurd!
Da ich nur ein gekauftes Tier habe, die aus einer Zucht in Stuttgart kommt und die auf Napf sozialisiert war, ist es schon nett anzusehen, wie schnell die das verlert hatte aus dem gleichen Napf, wie vorher zu trinken, weil ihr Freund und Gefährte, ein alter Bock und Faulenzer das auch nicht kann. Sich von ihm zu lösen und mich als Geber einen 1ml Spritze ernst zu nehmen ging erst, als sie neugierig sah, dass er auch dran trinkt!
Fazit: dran bleiben bitte. Meerschweinchen trinken gerne und können auch viel ausgleichen mit Futter, aber ob das immer so gesund für sie ist, steht dahin.
Denken wir dran, dass das „Setting“, also die Art der Haltung für das Tier oft stressig ist und dass es ein Maximum seiner Aufmerksamkeit für Anderes benötigt.
Selbstvergessen trinkt es dann nichts und isoliert sich, im Besten Fall schlafend und trinkt aus dem Futter oder holt sich Lebensqualität aus dem Spiel: sind Kinder anders?
Mehr Gleichmaß und damit Ruhe läßt sich aber in einem Haushalt oft nicht herstellen und daher kann man das Wasser ruhig etwas geschmacklich angenehmer machen, ohne dabei gleich von der anderen Seite vom Pferd zu fallen: Leitungswasser genügt vollauf!
Hallo, ein gelungener Artikel und praktisch mit den Links zu den Produkten!
Was bei den Nippeltränken und Trinkautomaten als Nachteil nicht zu vergessen ist, ist die etwas aufwendigere Reinigung und die größere Gefahr vor Keimen.
Ich habe zunächst nur Trinknäpfe genutzt, was im Sommer im großen Freigehege überhaupt kein Problem war. Im Winter, wenn der Napf im Stall steht, nimmt er natürlich Platz weg und wird schnell verschmutzt.
Da ich jedoch nie ein Meerschweinchen beim Trinken beobachten konnte und im Winter das Saftfutter fehlt, habe ich doch eine Nippeltränke dazugehangen (die kennen sie wohl von der Züchterin), aber auch daraus scheint keiner zu trinken. Wer weiß…
ich halte meine meeris in einem freigegehe im garten und biete ihnen wasser/kräutertee in keramiknäpfen an. halte von diesen trinkflaschen absolut gar nichts. habe aber festgestellt mit gut ausgewogener ernährung (saftfutter) haben sie zusätzliche trinkmöglichkeiten gar nicht weiter genutzt.