Meerschweinchen in Außenhaltung

Außenhaltung von Meerschweinchen

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Haltungsbedingungen für Meerschweinchen: Meerschweinchen in Außenhaltung

Die Außenhaltung von Meerschweinchen, auch ganzjährig, ist möglich. Der Lebensraum, der ihnen in Außenhaltung geboten wird, ist natürlicher. Die Haltungsanforderungen für Meerschweinchen in Außenhaltung sind jedoch um einiges höher als bei Innenhaltung, vor allem im Winter. Außenhaltung macht also nicht, wie allgemein angenommen weniger, sondern mehr Arbeit als die Haltung von Meerschweinchen im Haus.

Außenhaltung von Meerschweinchen

Auch in der Außenhaltung ist es möglich, nur zwei Meerschweinchen zu halten. In der kälteren Jahreszeit haben Meerschweinchen aber auch gerne mehr Artgenossen, um sich wärmen zu können. Bevor man sich für ganzjährige Außenhaltung entscheidet, sollte man sich einige Fragen stellen:

Checkliste für Meerschweinchen Außenhaltung:


  • Habe ich Zeit, um mich um die Meerschweinchen zu kümmern?

    Die Tiere müssen täglich auf Verhaltensänderungen, Fressgewohnheiten usw. beobachtet werden. Die Reinigung des Geheges (z.B. von heruntergefallenem Obst, Unkraut etc.) sowie das Beobachten nimmt täglich ca. 2 Stunden Zeit in Anspruch.
  • Bin ich bereit, mich für die Meerschweinchen schmutzig zu machen?

    Auch wenn diese Frage auf den ersten Blick albern klingen mag, aber manche Menschen mögen es nicht, wenn sie Erde, Heu und Dreck an der Kleidung und an den Händen haben.Vor allem bei schlechtem Wetter ist das Ausmisten und Einstreuen harte Arbeit, die nicht immer Spaß macht.
  • Bin ich ausdauernd und wetterfest?

    Auch bei schlechtem Wetter (Regen, Schnee) müssen die Meerschweinchen gefüttert, ausgemistet und beobachtet werden.
    Gefüttert werden muss mindestens drei Mal täglich, wobei jedes Mal eine längere Beobachtungsphase folgen sollte, um eventuelle Verhaltensänderungen festzustellen.
  • Habe ich bereits Erfahrung mit Meerschweinchen?

    Ein Meerschweinchenanfänger sollte lieber erst einmal einige Jahre Erfahrungen mit Meerschweinchen sammeln, bevor er sich für die Außenhaltung entscheidet. In dieser Zeit kann er sich intensiv mit dem Verhalten der Schweinchen auseinander setzen und dieses Beobachten.
  • Bin ich bereit, hohe Kosten in Kauf zu nehmen?

    Ganzjährige Außenhaltung ist um einiges teurer als Innenhaltung. Das Gehege ist teuer. Einstreu, Stroh, Heu und Futter wird in größeren Mengen gebraucht.

 

Wenn alle diese Fragen mit Ja beantwortet werden können, steht einer ganzjährigen Außenhaltung nichts mehr im Wege. Außenhaltung heißt nicht einfach einen handelsüblichen Käfig nach draußen oder in ein Stück des Gartens zu stellen!


Das Außengehege für Meerschweinchen:


  • Standort:

    Meerschweinchen Gehege StandortDer Standort des Geheges sollte in Sichtkontakt zum Haus sein. Allzu schnell heißt es sonst: "Aus den Augen , aus dem Sinn".
    Außerdem sollte es nicht in der prallen Sonne stehen, da es sonst leicht zu Hitzschlägen kommen kann. Ein schattiger Standort, z.B. unter einem Baum ist ideal.




  • Dimensionierung / Größe:

    Die Größe des Geheges für sollte pro Meerschweinchen 2 m² betragen. So haben sie genug Platz und auch im Winter ausreichend Möglichkeit sich zu bewegen, um ihre Körpertemperatur hoch zu halten. 

  • Gestaltung / Einrichtung:

    Meerschweinchen AußengehegeEin Gehege muss anregend und abwechslungsreich gestaltet sein, um die Meerschweinchen dazu zu animieren, nach draußen zu kommen und alles zu erkunden. Zur Einrichtung eines Geheges gehören ein wetterfestes Haus (siehe Punkt "Haus"), Schattenplätze und Sammelplätze sowie genügend Beschäftigungsmaterial. Als Sammelplatz für die Meerschweinchen hat sich eine überdachte Futterstelle mit Holzboden bewährt. Der Boden muss täglich neu mit Heu eingestreut werden. Im Winter kann hier gut die Frischfütterung stattfinden. Auch das Wasser hat hier einen geschützten Platz. Die Sammelstelle muss so groß sein, dass alle Meerschweinchen hier Unterschlupf finden können- 

  • Unterschlüpfe:

    Meerschweinchen Gehege UnterschlupfAlle Unterschlüpfe müssen groß genug sein, damit mehrere Meerschweinchen darin Platz finden. Außerdem müssen sie an mindestens zwei Seiten großflächig offen sein, damit bei Streit kein Meerschweinchen in einer Hütte in die Enge getrieben werden kann.Die Höhe des Unterschlupfes sollte ca. 30 cm betragen und der Boden muss mit Heu ausgelegt sein.Äste werden gerne als Unterstand genutzt. Dafür die Äste so auf Hütten, Röhren, Steine usw. legen, dass die Meerschweinchen darunter herlaufen und liegen können, zum Fressen aber trotzdem noch an die Zweige können. Diese Zweige müssen häufig ausgetauscht werden. Ebenso wie Zweige werden auch Büsche gerne als Ruheplätze und Schattenspender genutzt.

  • Wiese:

    Die Wiese im Meerschweinchen Gehege sollte nicht zu hoch werden, da sich manche Meerschweinchen dann nicht mehr hindurch trauen. Die Wiese muss regelmäßig auf giftige Pflanzen und Disteln etc. abgesucht werden. 
     
  • Haus:

    Das Schlafhaus ist einer der wichtigsten Einrichtungsgegenstände im Meerschweinchengehege. Hier suchen sie Schutz vor Witterung und bei Gefahr. Es muss wetterfest und trocken sein, denn es darf darin nicht feucht werden. Der Eingang muss ebenerdig sein, damit die Meerschweinchen bei Panik schnell flüchten können. Eine Rampe ist dafür nicht geeinigt, da vor allem ältere und kranke Tiere die Rampe nicht so schnell erklimmen können. Die Größe des Geheges ist der Anzahl der Meerschweinchen anzupassen. Die Höhe sollte nicht mehr als 30 cm betragen, da die Meerschweinchen im Winter das Haus sonst nicht mit ihrer Körperwärme erwärmen können. Von Vorteil sind drei Kammern (eine Futterkammer und zwei Schlafkammern), damit die Meerchweinchen bei Streit einander ausweichen können. Zur Belüftung müssen mehrere Löcher vorhanden sein, die so geschützt werden müssen, dass kein Regen eindringen kann. Außerdem darf die Türe nie fest verschlossen sein. Damit es nicht zieht, kann man Leder oder Stoff vor vor die Türe hängen. Dieser muss so geschützt sein, dass er nicht nass wird.
    Ein Hohldach verhindert im Sommer einen Hitzestau. Ausgemistet werden muss alle 3 bis 4 Tage, damit es keinesfalls feucht wird. Das muss täglich überprüft werden. Vor allem im Winter muss immer genügend Heu und Stroh vorhanden sein, um das Haus auszupolstern.
    Meerschweinchen Schlafhaus Meerschweinchen Schlafhaus Haus
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  • Einbruchsicherheit:

    Das Gehege muss stabil gesichert sein, so dass keine Katzen, Marder o.ä. in das Gehege einbrechen können. Dafür ist ein engmaschiges Gitter erforderlich. Außerdem muss das Gehege auch von oben geschützt sein, es darf niemals offen sein! Am besten verankert man das Gehege im Boden, so dass es auch nicht hoch gehoben werden kann. Katzen können Meerschweinchen durch einen Genickbruch töten. Ist das Gitter nicht engmaschig genug, können Katzen die Meerschweinchen zudem mit ihren Pfoten verletzten. Hunde können sich innerhalb von ca. 10 Minuten unter einem Zaun hindurchgraben. Füchse können ungesicherte Gehege hochheben. Marder können sich sehr dünn machen, darum sind engmaschige Gitter notwendig. Überall, wo ein Hühnerei hindurchpasst, passt auch ein Marder durch (Größe der Gittermaschen maximal 40 mm)!



Besonderheiten der Meerschweinchen Haltung im Winter


  • Das Haus der Meerschweinchen darf nie feucht werden. Feuchtigkeit führt zu Erkältungen und anderen Atemwegserkrankungen.
  • Mindestens 4 m² des Auslaufes sowie alle Unterstände müssen trocken und mit viel Heu eingestreut sein.
  • Damit die Meerschweinchen sich genügend bewegen, um ihre Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, muss das Gehege attraktiv eingerichtet sein. Wenn sie nur in ihrem Haus sitzen, besteht die Gefahr, dass sie erfrieren.
  • Das Wasser muss drei bis vier Mal am Tag gewechselt werden und sollte lauwarm eingefüllt werden, damit es nicht sofort gefriert.
  • Das Futter der Meerschweinchen muss an die Temperaturen angepasst werden. Im Winter kann es auch ruhig einmal etwas mehr kalorienreiches Futter sein.

Die Umsetzung ins Außengehege muss im Frühjahr erfolgen, damit die Meerschweinchen sich langsam an die Temperaturen gewöhnen können. Dafür darf es nachts nicht mehr frieren. Ideal ist eine Umsetzung bei einer Temperatur von ca. 15°C.
Eine Umsetzung im Winter vom Außengehege in die warme Wohnung muss ebenso vermieden werden.



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