Frisches Wasser muss Meerschweinchen ständig zur Verfügung stehen. Das gilt auch, wenn sie viel Gurke, Blattgemüse oder frisches Gras fressen und scheinbar kaum trinken. Spezielles „Nagerwasser“ oder Wellnesswasser ist in der Regel überflüssig. Geeignetes Leitungswasser reicht meist vollkommen aus.
Leitungswasser statt Nagerwasser
Wo Leitungswasser für Menschen als Trinkwasser geeignet ist, kann es üblicherweise auch Meerschweinchen angeboten werden. Gekauftes Nagerwasser bietet gesunden Tieren keinen grundsätzlichen Vorteil. Bei auffälliger Wasserqualität, eigenen Hausbrunnen oder bekannten Problemen mit der Hausinstallation sollte die örtliche Wasseranalyse beziehungsweise fachlicher Rat herangezogen werden.
Vitaminpräparate und andere Zusätze gehören nicht routinemäßig ins Trinkwasser. Sie können den Geschmack verändern, die Wasseraufnahme senken und sind schlecht zu dosieren. Vitamin C wird besser über eine geeignete Ernährung oder – wenn medizinisch nötig – gezielt nach tierärztlicher Anweisung gegeben.
Wie viel Wasser trinken Meerschweinchen?
Für die tägliche Trinkmenge gibt es keinen verlässlichen Pauschalwert, der zu jedem Meerschweinchen passt. Die tatsächliche Menge schwankt stark. Frischfutteranteil, Temperatur, Körpergröße, Aktivität, Trächtigkeit, Milchbildung und Erkrankungen beeinflussen sie.
Ein Tier mit reichlicher Grünfütterung kann sichtbar wenig am Napf oder an der Flasche trinken. Trotzdem bleibt Wasser jederzeit verfügbar. Umgekehrt ist eine größere Trinkmenge nicht automatisch krankhaft, sollte aber beobachtet werden.
Wenn ein Tier plötzlich mehr oder weniger trinkt
Entscheidend ist die Veränderung gegenüber dem individuellen Normalverhalten. Trinkt ein Meerschweinchen plötzlich deutlich mehr, setzt mehr Urin ab, verliert Gewicht oder wirkt allgemein verändert, sollte es tierärztlich untersucht werden. Neben Diabetes kommen verschiedene andere Ursachen infrage; eine Ferndiagnose anhand des Wassernapfs wäre unseriös.
Trinkt die ganze Gruppe plötzlich kaum noch, prüft zuerst die Technik: Ist die Flasche verstopft, der Metallstift verklemmt oder der Napf verschmutzt? Auch nach einer Futterumstellung auf wasserreiches Grün kann die sichtbare Trinkmenge sinken.
Napf oder Trinkflasche?
Ein schwerer, standsicherer Napf ermöglicht eine natürliche Trinkhaltung und lässt sich leicht kontrollieren. Er sollte etwas erhöht stehen, ohne dass alte oder bewegungseingeschränkte Tiere klettern müssen. In Einstreu wird er schneller verschmutzt und muss entsprechend oft gereinigt werden.
Eine Trinkflasche hält das Wasser häufig länger frei von Einstreu, kann aber auslaufen oder unbemerkt blockieren. Sie wird in einer gut erreichbaren Höhe befestigt. Ob Kugel- oder Stiftventil besser angenommen wird, hängt vom Tier und vom funktionierenden Modell ab.
Es spricht nichts dagegen, Napf und Flasche parallel anzubieten. In größeren Gruppen sind mehrere Wasserstellen sinnvoll, damit kein Tier den Zugang blockiert. Mehr zur Auswahl steht im Artikel über Wassertränken für Meerschweinchen.
Reinigung und tägliche Kontrolle
Wasser wird täglich frisch angeboten. Näpfe und Flaschen werden mit heißem Wasser und geeigneten Bürsten gereinigt; Biofilm in Flasche, Deckel und Trinkrohr darf nicht übersehen werden. Reinigungsmittel werden vollständig ausgespült.
Kontrolliert Trinkflaschen bei jedem Befüllen auf Durchfluss und Dichtigkeit. Markierungen am Behälter können helfen, ungewöhnliche Veränderungen zu erkennen. Sie ersetzen aber nicht die Beobachtung jedes einzelnen Tieres, besonders in einer Gruppe.
Wasser bei Hitze und Frost
Bei Hitze steigt das Risiko, dass Wasser warm wird, verschmutzt oder schneller verbraucht ist. Stellt mehrere Gefäße in den Schatten und kontrolliert sie häufiger. Eiskaltes Wasser ist keine Behandlung für Überhitzung; bei Verdacht auf Hitzschlag zählt sofortige tierärztliche Hilfe.
In Außenhaltung darf Wasser im Winter nicht einfrieren. Flaschenventile frieren oft früher zu, als es von außen sichtbar ist. Mehrfach tägliche Kontrollen und der Wechsel mit frostfreien Gefäßen sind notwendig. Zusätze wie Zucker oder Salz gehören nicht ins Wasser.
Kurztipps zur Wasserversorgung
- Wasser rund um die Uhr zugänglich halten.
- Täglich erneuern und Gefäße reinigen.
- Flaschenventile jedes Mal auf Durchfluss prüfen.
- In Gruppen mehrere Wasserstellen anbieten.
- Keine Vitaminzusätze routinemäßig ins Wasser geben.
- Plötzliche Veränderungen der Trinkmenge zusammen mit Gewicht und Verhalten beurteilen lassen.
Hallo!
Unser Leitungswasser ist sehr kalkhaltig. Jetzt meine Frage, Meerschweinchen neigen dazu Nierensteine zu entwickeln, wäre da solch ein Wasser trotzdem geeignet oder sollte man es entkalken?
Ich hatte mir immer Nagerwasser gekauft, da mich die Werbung einfach manipuliert hatte und ich deswegen gedacht habe, dass ich meinem kleinen Racker etwas gutes tue. Habe mir jetzt leider einen besseren Wasserspender gekauft. Danke für die nützlichen Infos.
Viele Grüße Tomas