Diabetes mellitus wird bei Meerschweinchen nur selten diagnostiziert. Dabei ist der Blutzucker dauerhaft erhöht, weil Insulin fehlt oder nicht ausreichend wirkt. Vermehrtes Trinken und Wasserlassen oder Gewichtsverlust können Hinweise sein, kommen aber auch bei anderen Erkrankungen vor. Eine sichere Diagnose gehört deshalb in tierärztliche Hände.
Mögliche Ursachen
Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und ermöglicht den Körperzellen, Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Bei Diabetes ist dieser Regelkreis gestört. Welche Ursache im einzelnen Tier vorliegt, lässt sich nicht allein anhand der Symptome bestimmen. Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Medikamente und andere Stoffwechselstörungen können den Blutzucker beeinflussen.
Mögliche Symptome
- deutlich mehr Trinken und Urinabsatz
- Gewichtsverlust trotz unverändertem oder gesteigertem Appetit
- Mattigkeit und nachlassende Kondition
- häufig nasse Einstreu oder gereizte Haut im Genitalbereich
- in manchen Fällen eine Trübung der Augenlinse
Keines dieser Zeichen beweist Diabetes. Nieren- und Harnwegserkrankungen, Zahnprobleme oder eine ungeeignete Ernährung können ähnlich auffallen. Plötzliche Schwäche, Futterverweigerung oder ein stark reduzierter Allgemeinzustand sind Gründe für eine rasche Untersuchung.
Tierärztliche Diagnose
Ein einzelner erhöhter Blutzuckerwert reicht nicht immer aus, denn Stress kann Messwerte verändern. Die Tierärztin oder der Tierarzt beurteilt deshalb Symptome, wiederholte Blutwerte und den Urin gemeinsam. Im Urin können Glukose und Ketonkörper untersucht werden. Je nach Befund sind weitere Blutwerte, Bildgebung oder Untersuchungen auf andere Ursachen sinnvoll.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach Befund und Schweregrad. Eine ausgewogene, rohfaserreiche Ernährung ohne zuckerreiche Leckerli ist sinnvoll, ersetzt aber keine medizinische Abklärung. Obst und stark zuckerhaltiges Gemüse sollten nicht als regelmäßiges Futter dienen. Heu, geeignetes Grünfutter und frisches Wasser müssen weiterhin verfügbar sein.
Ob Insulin erforderlich ist, entscheidet die behandelnde Praxis. Insulin darf niemals auf eigene Faust dosiert werden: Eine Unterzuckerung kann lebensgefährlich werden. Halter müssen Anwendung, Lagerung, Messkontrollen und Notfallzeichen genau erklärt bekommen.
Alltag und Kontrolle
Wiege das Tier regelmäßig, dokumentiere Trinkmenge, Appetit und Verhalten und halte vereinbarte Kontrolltermine ein. Wasser darf auch bei starkem Trinken niemals entzogen werden. Veränderungen der Fütterung sollten langsam erfolgen und mit der Praxis abgestimmt sein.
Danke für Ihre Information…