Nein, hier geht es nicht um die Frage, ob Meerschweinchen unter den Weihnachtsbaum gehören. Diese Frage ist bereits beantwortet: Verschenke keine Meerschweinchen. Eine häufig wiederkehrende Frage ist aber, ob Meerschweinchen nach dem Weihnachtsfest den Baum fressen dürfen oder ob das Gehege während der Weihnachtszeit mit Tannenzweigen geschmückt werden darf.
Sind Tanne und Fichte für Meerschweinchen geeignet?
Zweige von sicher bestimmter Tanne oder Fichte können in kleinen Mengen als Abwechslung angeboten werden, sofern sie garantiert unbehandelt und frei von Harzstellen, Schimmel und Verunreinigungen sind. Sie sind jedoch kein notwendiger Bestandteil der Ernährung. Heu, frisches Grünfutter und geeignete Laubbaumzweige bleiben die bessere Grundlage.
Viele Meerschweinchen mögen die harzreichen Nadeln ohnehin nicht besonders. Wird ein unbekanntes Nadelgehölz angeboten, besteht außerdem Verwechslungsgefahr. Nicht jedes immergrüne Gehölz ist eine Tanne oder Fichte.
Gekaufte Weihnachtsbäume können belastet sein
Weihnachtsbäume werden als Zierpflanzen angebaut und nicht als Futtermittel. Deshalb lässt sich aus Aussehen, Verkaufsort oder einer mündlichen Auskunft nicht zuverlässig ableiten, ob ein Baum mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde. Auch Zweige aus dem Blumenhandel, Adventskränze und Gestecke sind nicht zum Verfüttern bestimmt.
Auch ein Bio-Siegel macht aus einem Weihnachtsbaum nicht automatisch Tierfutter. Wer Zweige anbieten möchte, sollte sie von einem sicher bestimmten, unbehandelten Baum aus eigener oder verlässlich bekannter Herkunft nehmen. Straßenränder sowie mit Hundekot oder Abgasen belastete Standorte scheiden aus.
Schmuck und giftige Nadelgehölze
Eibe ist hochgiftig. Auch Lebensbaum (Thuja) und Scheinzypresse dürfen nicht verfüttert werden. Wer einen Zweig nicht zweifelsfrei bestimmen kann, bietet ihn nicht an. Das ist wichtiger als jede allgemeine Liste vermeintlich geeigneter Weihnachtsbaumarten.
Ein ausgedienter Weihnachtsbaum birgt weitere Risiken:
- Lametta, Kunstschnee, Sprühglitzer, Duftstoffe und Wachsreste können verschluckt werden.
- Haken, Drähte und Glassplitter von Schmuck verursachen Verletzungen.
- Stehendes Wasser im Baumständer kann verunreinigt sein.
- Vertrocknete oder schimmelige Zweige gehören grundsätzlich nicht ins Gehege.
Nur den Schmuck zu entfernen reicht daher nicht. Ein Baum, der mehrere Wochen im Wohnzimmer stand, ist weder Futter noch ein geeigneter Einrichtungsgegenstand für das Gehege.
Fazit: Der Weihnachtsbaum bleibt besser draußen
Sicher bestimmte, unbehandelte Tannen- oder Fichtenzweige aus verlässlicher Herkunft können gelegentlich in kleinen Mengen angeboten werden. Der handelsübliche Weihnachtsbaum nach dem Fest ist dafür jedoch nicht geeignet. Bei unbekannter Baumart, unklarer Behandlung oder Resten von Dekoration gilt ganz bestimmt: nicht verfüttern.
Ich würde es auch nicht tun. Als Gärtnerin weiß ich, wie schnell zur Giftspritze gegriffen wird und da steht das zu verdienende Geld im Vordergrund und der Naturschutz ist da meist sehr nachrangig. Außerdem, wenn es bei denen von Schädlingen wimmelt, meinen die, es seien ja genug Insekten da und vernichten munter weiter.
Wenn der Baum aus einem unbelasteten Forst kommt, dann geht’s. Allerdings muss ich bemerken, dass die Schweinchen am liebsten frisch fressen! Die Tanne, die da schon Tage oder länger im geheizten Wz stand, ist dann schon einigermaßen trocken. Also besser beim Herrichten ein paar Zweige abgeben oder vom Spaziergang etwas mitbringen. Sie gehen da auch nur dran, wenn es wg Schneefall oder so kein Gras oder zuwenig davon zu haben war. Sie lieben natürlich Gemüse, aber eben auch Abwechslung. Sie fressen aber nicht viel davon. Und wie immer … vorsichtig beginnen!.