Bekommen Meerschweinchen Krebs?

Tumor beim Meerschweinchen

Tumore beim Meerschweinchen müssen abgeklärt werden. Symptome, Diagnose, Operation und Moritz als persönliches Fallbeispiel.

Tumore kommen bei Meerschweinchen vor allem mit zunehmendem Alter vor. Von außen lässt sich nicht zuverlässig erkennen, ob eine Umfangsvermehrung gutartig, bösartig, entzündet, abgekapselt oder mit Flüssigkeit gefüllt ist. Genau deshalb ist jeder neue Knubbel ein Grund, das Tier bewusst zu untersuchen und die weitere Entscheidung mit einem meerschweinchenerfahrenen Tierarzt zu treffen.

Ursachen für Tumore bei Meerschweinchen

  • Tumore entstehen, wie bei allen Lebewesen, aus entarteten Zellen, die sich unkontrolliert vermehren.
  • Das Risiko steigt bei vielen Tumorarten mit dem Alter.
  • Manche Knoten sind keine echten Tumore, sondern Abszesse, Zysten oder entzündliche Veränderungen. Sie können äußerlich sehr ähnlich aussehen.

Ein Knoten sollte deshalb nicht nur angeschaut, sondern abgetastet und bei Bedarf punktiert, per Ultraschall oder Röntgen abgeklärt werden. Nach einer Operation ist eine histologische Untersuchung sinnvoll, weil erst die Gewebeprobe sicherer zeigt, mit welcher Veränderung man es zu tun hatte.

Symptome von Tumoren

  • Knubbel auf oder unter der Haut
  • im Kopfbereich: hervortretende Augen, Probleme mit den Zähnen oder beim Kauen
  • im Bauchbereich: Umfangsvermehrung, Druck auf Organe oder veränderte Körperform
  • Schmerzen, veränderte Bewegung, weniger Aktivität oder Rückzug
  • Nahrungsverweigerung oder Gewichtsverlust

Gerade weil Meerschweinchen Schmerzen lange verbergen, ist die wöchentliche Gewichtskontrolle wichtig. Ein Tier, das frisst, aber langsam abnimmt, kann trotzdem krank sein.

Behandlung von Tumoren

  • Hauttumore können häufig operativ entfernt werden, wenn Lage und Allgemeinzustand des Tieres es zulassen.
  • Tumore im Bauch- oder Brustraum müssen sorgfältig abgeklärt werden. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt von Lage, Größe, Alter, Begleiterkrankungen und Lebensqualität ab.
  • Bei Tumoren im Kopfbereich ist eine Entfernung manchmal schwierig. Entscheidend ist, ob das Tier noch schmerzfrei fressen, atmen und sich normal verhalten kann.

Einschläfern ist keine automatische Folge einer Tumordiagnose. Es wird dann ein Thema, wenn Schmerzen, Atemnot, dauerhafte Futterverweigerung oder deutlich eingeschränkte Lebensqualität nicht mehr beherrschbar sind. Bis dahin lohnt sich eine nüchterne Abklärung, denn nicht jeder Knoten ist ein Todesurteil.

Moritz und sein Tumor

Moritz war sieben Jahre alt, als er einen etwa erbsengroßen, festen Tumor im hinteren Rückenbereich bekam. Da er nicht weiter wuchs und eine Punktion keine bösartigen Zellen zeigte, wurde er zunächst nicht operiert. Nach ungefähr einem Jahr wurde der Tumor größer, etwa haselnussgroß, und weicher. Bei einer Ultraschalluntersuchung wurde eine Flüssigkeitsansammlung um den Tumor festgestellt.

Da die Gefahr eines Aufbrechens bestand, wurde ein OP-Termin für den mittlerweile achtjährigen Kastraten festgelegt. Per Röntgenbild konnten Metastasen ausgeschlossen werden. In der Operation zeigte sich, dass das Gewebe klar abgegrenzt und nur mit der Haut verwachsen war. Schon am Tag der OP war Moritz sehr schnell wieder fit, fraß und umgarnte seine Weibchen.

An diesem Fall sieht man, dass ein höheres Alter allein kein Hinderungsgrund für eine Narkose oder Operation sein muss. Es ist aber immer eine Einzelfallentscheidung und gehört gemeinsam mit dem Tierarzt abgewogen.

Austausch

19 Kommentare

Fragen, Erfahrungen und Ergänzungen zum Artikel sind willkommen. Antworten bleiben hierarchisch unter dem jeweiligen Kommentar sichtbar.

  1. Ich habe ein ungefähr 5 Jahre altes kastriertes Männchen.

    Ganz plötzlich habe ich ein dunkles Gebilde auf seinem Rücken entdeckt.
    Es steht etwas von der haut ab, ist nicht glatt sondern ziemlich uneben.
    Er ist schwach, dünn und frisst plötzlich nicht mehr (heute morgen entdeckt).

    Ist es ein Tumor? Ich weiß nicht ob ich ihn zum Tierarzt bringen soll, weil ich Erfahrungen gemacht habe das es nicht bringt und die Tiere nur unnötig stresst.

    1. Hallo Line,

      schwach, dünn und nicht fressen sind drei Symptome, bei denen man sofort einen Tierarzt aufsuchen muss. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich.
      Bitte sieh Dich nach einem meerschweinchenerfahrenen Tierarzt um und gehe schon morgen dort mit ihm hin.

      Gute Besserung und viele Grüße
      Nadine

  2. Hallo!
    unsere meerschweinchendame ist knapp 4 jahre und bei ihr haben wir im februar ein kirschgroßes gebilde entdeckt und sind damit auch zum tierarzt!
    der meinte wahrscheinlich tumor, beobachten. er sitzt rechts am hals entlang richtung vorderlauf. mittlerweile ist er tischtennisball groß, das Meeri ist nicht mehr ganz so „moppelig“ und bewegt sich weniger, chillt mehr, a b e r frisst noch!
    wann sollte man sie erlösen?

    1. Hallo,

      wurde eine Biopsie gemacht? Und ist eine operative Entfernung in Betracht gezogen worden?
      Wieviel hat es abgenommen und in welcher Zeitspanne?

      Viele Grüße
      Nadine

  3. Hallo ich hab eine frage ich war letzde woche mit meiner trixxi 6 jahre alt beim Tierarzt er stelle einen Tumor fest der wäre 7 bis 9cm groß sie meinte eine Operation käme nicht infrage da sie bedenkt das der Kreislauf das nicht überlebt. Sie meinte ich soll ihr nun Melosus Schmerzmittel geben und die Zeit mit ihr noch genießen bis es so weit sie frisst ist munter. Was würden sie mir raten soll ich nochmal einen 3 Tierarzt aufsuchen

  4. Hallo!
    Ich habe vor, mir 3 Meerschweinchen zu kaufen und habe es meinen Eltern gesagt. Das große Problem:

    Der Tierarzt sagt, dass Meerschweinchen sehr sehr oft an Krebsgeschwüren/Tumoren sterben.

    Aber in eurem Artikel steht, dass das nur selten vorkommt. Was stimmt denn nun?

    LG Lina!

    1. Hallo Lina,

      ich könnte mir vorstellen, dass der Tierarzt Hamster bzw. Ratten meint. Ich kenne wirklich kaum Meerschweinchen die an bösartigen Tumoren sterben.

      Viele Grüße
      Nadine

  5. Hallo,

    Mein fast 6 Jähriges Böckchen „Blue“ bereitet mir sorge 🙁

    Er besucht seit fast 3 Jahren regelmäßig den Tierarzt wegen seiner Augen…er hat „ossäre Choristie“…diese Augenverknöcherung. Regelmäßig lassen wir also seinen Augendruck messen, der immer optimal ist.

    Leider ist das nicht sein größtest Problem. Er hat seit Anfang des Jahres immer wieder an Gewicht (meistens so 10-30g) verloren. Was jetzt im ersten Moment nicht so schlimm erschien, weil er laut meines Augentierarztes ein wenig zu dick war (er wog da fast 1400g :‘) ) und wir das Kraftfutter etwas reduziert hatten.
    Als es aber immer weniger wurde, hatte ich die Befürchtung es läge an seinen Augen, das er vllt doch schmerzen hätte. War aber nach einem weitern Besuch nicht der Fall.
    Also sind wir danach zu einer Tierklinik gefahren, weil er da nur noch 1150g wog. Dort wurde er komplett Untersucht. Die Zähne und Organe waren alle in Ordnung und auch Allgemeinen konnte sie nichts feststellen. Sie meinte wir sollten das noch etwas beobachten, da er ja noch nicht „untergewichtig“ sei, eventuell das Kraftfutter wieder erhöhen und sollte es dennoch weiter bergab gehen, mit dem Gewicht, würde sie gerne eine Blutuntersuchung machen.
    Danach hatten wir das Futter wieder etwas erhöht und das Gewicht hatte sich wieder eingependelt und er nahm auch nicht weiter ab. Ich hatte ihn dann immer wieder gewogen und das letzte mal war Ende Oktober, da hatte er noch 1180g.

    Jetzt ist mir beim sauber machen aber aufgefallen wie leicht er war und knochig…und nach dem wiegen hatte er jetzt innerhalb eines Monats fast 100g verloren…:(
    also sind wir wieder zum TA. Jetzt hatte sie nach dem abtasten einen Walnussgroßen Tumor im Bauchraum gefunden. Sie hatte erst den Verdacht er liegt in oder an der Blase, was aber zum Glück nicht der Fall war. Er liegt laut ihrer Meinung wohl frei oder an einer Darmschlinge. Sie meinte ein Ultraschall oder Röntgenbild würde das leider nicht genau zeigen können.

    Deshalb habe ich jetzt die Wahl ihn entweder operieren zu lassen oder es dabei zu belassen. Sie würde bei der OP dann nachschaut wo der Tumor genau liegt und ob er zu entfernen ist oder nicht. Wenn nicht würde sie in dann trotzdem wieder aufwachen lassen und wir sollte ihm dann ein paar schöne Monate noch schenken.

    Meine Angst ist nicht das Alter, sondern das mit dem Gewicht. Das er für die OP zu schwach ist, obwohl er so total fit ist und immer noch sehr gut frisst. Ebenso bin ich über die Wucherung besorgt. Diese ist ja fast in 5 Monaten so groß geworden…Sowas kann ja dann immer schneller gehen als man denk…:( Ich selber habe sie auch nie ertastet, obwohl sie so groß ist. Sie liegt sehr weit im Bauchraum. Die Tierärztin brauchte auch etwas länger um ihn zu finden.

    Viele haben mir jetzt geraten es nicht zu operieren, weil wenn es nachher inoperabel ist hatte er für seine letzten Monate noch so eine stressvolle OP.

    Haben sie da einen Rat? 🙁 Nachdem ich den Artikel gelesen habe, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich die OP nicht vllt doch machen lasse.

    Liebe Grüße,
    Sarah

    1. Hallo Sarah,

      ein wöchentlicher TÜV / Gesundheitscheck ist bei Meerschweinchen sehr wichtig. Dazu gehört auch das Wiegen. So kann man bei einer Abnahme schnell reagieren.

      Seltsam finde ich, dass er nicht auf dem Ultraschall oder Röntgen darstellbar sein soll. Das habe ich so nicht nicht gehört.

      Deine Angst wird Dir letztlich niemand nehmen können. Aber wenn es ein Tumor ist, musst Du Dir bewusst sein, dass die OP seine einzige Chance ist. Und die würde ich dann so schnell wie möglich durchführen lassen. Zum einen wird er ja immer mehr abnehmen, zum anderen nimmt der Tumor zu und ist dann ggf noch schwerer zu entfernen.

      Viele Grüße
      Nadine

      PS: Mit Kraftfutter ist vermutlich Trockenfutter gemeint. Dies ist sehr ungesund für Meerschweinchen und sollte gar nicht verfüttert werden.

    1. Hallo,

      Meerschweinchen – ob männlich oder weiblich – haben zwei Zitzen unter dem Bauch.

      Bei Geschwüren muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

      Viele Grüße
      Nadine

  6. Hallo,
    bei meinem 3-jährigen Böckchen wurde ein Tumor im Baumraum (relativ groß) vom TA festgestellt. Der meint inoperabel. Ist bei einer 3-wöchigen Nachuntersuchung auch wieder gewachsen. Kann man nix tun? Ich soll nur Metacom geben. Was soll ich füttern, damit der Kleine nicht abnimmt?

    1. Hallo,

      Du könntest noch eine weitere Meinung einholen. Das finde ich immer wichtig wenn der erste Tierarzt sagt, dass man nichts machen kann. Am besten bei einem Meerschweinchenspezialisten.

      Wenn der Tumor wächst und das Böckchen nicht zunimmt, wird er an Körpergewicht ja automatisch verlieren. Am besten viel Knollengemüse, Gras und Wirldkräuter, gerne auch ein paar Erbsen- und / oder Haferflocken.

      Viele Grüße
      Nadine

  7. Ich weiß nicht, ob Sie mir helfen können.
    Mein Meerschweinchen hat immer mehr angenommen, dann sind wir zum Ta. Der meinte, dass sie evtl eine leichte Blasenentzündung hat. Daraufhin bekam Sie Antibiotika. Nahm aber weiterhin ab. Dann dachten wir, dass sie Parasiten im Darm hat – weil unser anderes Meerschweinchen auch leicht gestunken hat. Das stimmt dann auch und so bekamen die beiden retadorn. Das haben wir Ihnen schon mal gegeben, damals haben beide davon abgenommen. Also dachten wir, dass es davon kommt, dass sie weiter abnimmt. Jetzt waren wir grade wieder beim ta, weil sie nicht viel frisst, obwohl wir das retadorn schon seit 3 Tagen abgesetzt haben. Der meinte jetzt, dass der Darm leicht aufgegast ist und neben dem Darm ein kleines Stück (etwa so dick wie ein kleiner Finger und 2-3 cm lang) relativ fest ist. Ob es ein Tumor ist, weiß der ta nicht. Was könnte es sein? Kann das vom aufgeblähten Darm kommen? Bitte helft mir, bin so verzweifelt

    1. Hallo,

      ist das Antibiotika und das Retadorn auf Verdacht oder nach erfolgter Diagnose gegeben worden? Wieviel nimmt das Meerschweinchen ab und wie viel wiegt es jetzt noch? Welche Darmparasiten wurden festgestellt?
      Sehr wichtig ist es, dass die Zähne untersucht werden. Oft liegt die Ursache dort wenn ein Meerschweinchen nicht mehr richtig frisst. Ebenso sollte ein Röntgenbild des Kopfes gemacht werden. Um Festzustellen was genau dort im Bauchraum ist, ist ebenfalls zu einem Röntgenbild zu raten.

      Viele Grüße
      Nadine

  8. Mein meerschweinchen hat einen knuppel unter der haut nun ist es schon so Dolle das er es sich aufgekratzt hat. Es ist vergrindet und eine kleine Eiter blase ist drauf aber essen und trinken tut es noch……was soll ich tun?

  9. Sehr geehrte Damen und Herren,

    wie groß ist die Gefahr, dass Ovarialzysten zu bösartigen Tumoren entarten? Am kommenden Montag habe ich einen Ultraschall-Termin für meine Eddi, der TA meinte, er wolle sich die rechte tischtennisballgroße und die linke kirschgroße Zyste einmal auf dem Screen ansehen. Allerdings habe ich Eddi mitsamt ihren Zysten nun fast eineinhalb Jahre, sie hatte bislang keinerlei Beschwerden, frisst gut, ist munter, dominant, bebrommselt und bespringt oft ihre ältere Kameradin (unser Kastrat musste wegen der ausgebrochenen Satinkrankheit leider in Spezialpflege gegeben werden) und hat ein konstant hohes Gewicht zwischen 1060 und 1100 gr. Im Dezember wurde sie im Zuge einer anderen Untersuchung (sie hat nach der Trennung von ihrem Gefährten, s.o. einige Tage nicht mehr gut gefressen) bereits von zwei Tierärztinnen abgetastet, beide befanden die Zysten für noch nicht behandlungsfällig. Weiter beobachten.
    Trotzdem möchte ich die Untersuchung machen lassen, um beruhigt sein zu können oder im schlimmsten Fall das weitere zu veranlassen. Ich hoffe, ich muss über das WE nicht zu viel Angst haben.

    Beste Grüße
    Anton Vogel

    1. Hallo Anton,

      ich wüsste nicht, dass es eine Statistik darüber gibt, wie oft Zysten entarten und kann daher leider nicht weiter helfen.

      Viele Grüße
      Nadine

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